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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

12. Dezember 2017 | 09:29 Uhr

Sternberg : Sternberger surfen auf der Welle

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Den Neujahrsempfang belebte die witzige Moderation von Bauer Korl. In der Altstadt werden die letzten Häuser saniert, im Finkenkamp zwei Blocks abgerissen.

von
erstellt am 20.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Was der Bergdoktor im Fernsehen für Deutschland ist, das ist Eckhardt Fichelmann für Sternberg. So übergibt Jörg Klingohr alias Bauer Korl an den Bürgervorsteher zur Begrüßung der Gäste auf dem
27. Neujahrsempfang. Die witzige Moderation, bisweilen zotig, mehr jedoch mit hintergründigem Humor und Seitenhieben auf die große Politik samt dem neuen US-Präsidenten Donald Trump, gibt der Veranstaltung eine neue Note und findet großen Anklang im voll besetzten Saal von Hotel „Dreiwasser“.

Er freue sich, dass das Hotel neu belebt wird, sagt Eckhardt Fichelmann, bevor er ernster wird, in Bezug auf die terroristischen Anschläge jüngster Zeit betont, „wir lassen unser Leben nicht durch Angst
beherrschen“. Flüchtlinge, die hier Schutz wie Hilfe benötigen, seien auch künftig willkommen.

Für den neuen Bürgermeister Armin Taubenheim ist es die erste Ansprache auf dem Neujahrsempfang. 2016 sei ein spannendes Jahr gewesen, sagt er. Für ihn persönlich nach der Wahl zum Bürgermeister wie aus kommunalpolitischer Sicht. Der Vereinbarung mit dem Landkreis Ludwigslust-Parchim zur freiwilligen Übernahme der Kosten für den regionalen Bildungsgang an der Verbundenen Regionalen Schule und Gymnasium „David Franck“ habe bislang die Hälfte der Gemeinden im Amtsbereich zugestimmt. Das reiche aber nicht aus. Scheitere die Vereinbarung, sei denkbar, dass der Landkreis die Kooperative Gesamtschule in Regionalschule und Gymnasium teilt oder dass sie in Trägerschaft des Amtes überführt wird. Letzteres werde „den Schulstandort auf lange Sicht in seiner bisherigen Form sichern, aber wesentlich mehr Geld kosten“, so der Bürgermeister.

Zur Verkehrssicherung an der Eisenbahnlinie seien von der Brücke bei Groß Görnow Teile der Spritzbetonschale entfernt worden. Nun gelte es, die Einschätzung der Fachleute hinsichtlich von Folgemaßnahmen abzuwarten. Bei Unterhaltung oder gar Neubau von Brücken blieben die Kommunen bislang mit den hohen Kosten allein gelassen, daher wäre ein Brückenbauförderprogramm „mehr als wünschenswert“.

2017 werde nach Übergabe der vier Wohnungen in der Kütiner Straße 6 die Altstadtsanierung durch die Immo mit Fischerstraße 15 und Rittersitz 3 abgeschlossen. In den nächsten Jahren werde auch das Heimatmuseum erneuert. Doch die Wohngebiete außerhalb der Altstadt dürften nicht vergessen werden. Angesichts von Leerstand würden zwei Blocks im Finkenkamp abgerissen, um das Wohngebiet attraktiver zu machen. In der Güstrower und Parchimer Chaussee sei geplant, den Straßenbelag und gleichzeitig die 1958 verlegte Wasserleitung zu erneuern. Für den Neubau des Nahversorgungszentrums in der Goethestraße mit Aldi und Edeka seien die Planungen abgeschlossen. Nach der Baugenehmigung durch den Landkreis werde umgehend begonnen. Mit dem Abriss des jetzigen Gebäudes stelle Aldi den Verkauf vorübergehend ein. Ziel sei es, ihn zum Jahresende wieder aufzunehmen.

Das Bürgerbüro, „das Aushängeschild der Stadt“, so Taubenheim, ziehe in diesem Jahr in die Räumlichkeiten der SVZ um. Der Bürgermeister versäumt allerdings zu sagen, dass Zeitung und privater Vermieter des Gebäudes eine Lösung gefunden haben, dass die SVZ weiterhin am Markt bleibt.

Kritisch äußert sich der Bürgermeister zu fehlenden Radwegen an den Bundesstraßen von Brüel nach Witzin bzw. Blankenberg und wendet sich an die Bundestagsabgeordnete Karin Strenz im Saal um Unterstützung. Radwege an der B 104 und 192 seien notwendig, stimmt Strenz zu.
Deren Bau sei „nicht einfach, aber zu lösen“. Selten sei der Topf so voll gewesen wie jetzt. „Was wir von Schwerin nach Berlin melden, bekommen wir auch“, verspricht Strenz. Es sei aber Eile geboten, dem zuständigen Minister müsse unentwegt „auf die Füße getreten“ werden. Zu Sternberg habe sie „einen besonderen Bezug“, sagt Strenz, weil hier jahrelang ihr Bürgerbüro war. Es sei „ein schöner Ort zum Leben, die Welt noch in Ordnung“.

Eine Steilvorlage für Bauer Korl: „Wenn hier mal die Sintflut kommt, surfen wir auf der Welle.“ Ein unterhaltsames Grußwort von Dirk Sohn, Bürgermeister der Partnerstadt Lütjenburg, sowie ein Plädoyer des neuen katholischen Pfarrers Tobias Sellenschlo für gewaltfreies Leben schließen sich an.

Anke Bittermann erhält Ehrenmedaille

Zum zweiten Mal wurde die Ehrenmedaille der Stadt verliehen. Bürgervorsteher Eckhardt Fichelmann überreichte sie auf dem Neujahrsempfang Anke Bittermann, Vorsitzende des Sternberger Heimatvereins.

Mit 56 wegen des Lehrerpersonalkonzeptes schweren Herzens aus dem Berufsleben ausgeschieden, habe sich Bittermann nicht zu Hause verkrochen, sondern sich offen gezeigt für neue Herausforderungen – im Ehrenamt. 2001 wählte die Stadtvertretung sie zur Gleichstellungsbeauftragten der Stadt. Bis zum Vorjahr übte Bittermann dieses Amt aus. Viele Jahre leitete sie als berufene Bürgerin den Ausschuss für Sozial- und Bildungswesen, als erfahrene Pädagogin, Mutter von drei Töchtern und Familienmensch bestens geeignet.

2001 übernahm Anke Bittermann von Werner Lantow, dem ersten Vorsitzenden des Heimatvereins, dessen Funktion. Klönsnack, Kochen, Knobeln, Skat und Bowling zählen zu den Angeboten wie zum Heimatfest der Abend auf dem Museumshof oder der Herbstball. Es sei aber kein Seniorenverein, wie Fichelmann betont, denn viele hätten auch schon Auftritte der Kindertanzgruppe „Stirnbarger Kinnings“ erlebt.

Die Ehrung sei eine „schöne Überraschung“, so die 72-Jährige gegenüber SVZ, doch „ohne guten Vorstand wäre die Arbeit nicht möglich“. Dank gebühre auch Ehemann Willy, der ihr oft den Rücken frei halte.


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