Insolvenz : Sternberger Seehotel ist pleite

Gestern war der Hoteleingang noch offen, denn es sind noch sechs Gäste da.
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Gestern war der Hoteleingang noch offen, denn es sind noch sechs Gäste da.

Vier-Sterne-Haus seit gestern offiziell geschlossen Betreibergesellschaft wird abgewickelt.

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04. August 2015, 06:30 Uhr

Sternberg Seit gestern ist das Sternberger Vier-Sterne-Seehotel offiziell geschlossen. „Ich habe vor zwei Tagen entschieden, dass sich der Betrieb nicht lohnt; allein schon,wegen des Anspruchs auf Insolvenzmasse. Mit einem Betrag für Übernachtungen von 25 Euro kann man nichts bewerkstelligen“, so der vorläufige Insolvenzverwalter, der Hamburger Michael Wilkens, gestern gegenüber SVZ.

„Wir stellen den Betrieb zum Montag ein. Freitagnachmittag haben wir  es den Reiseveranstaltern kund getan. Einige haben auch von sich aus gekündigt“, so Wilkens weiter. Die im Seehotel noch beschäftigten „15 Leute, wenn es hoch kommt“  erhielten  natürlich jetzt Insolvenzausfallgeld, so der Hamburger. In die Zahl gehört auch der neue Hoteldirektor Klaus Krense.

Obwohl offiziell zu, war die Seehotel-Eingangschiebetür  gestern Nachmittag geöffnet. Krense, seit 15. Juli erst im Amt,  sortierte Unterlagen. Zudem seien „noch sechs Gäste für ein, zwei Tage hier. Die gilt es zu beköstigen.“ Freilich außerhalb des Seehotels, denn hier geht nichts mehr. 

Die Seehotel-GmbH als Betreibergesellschaft wird laut Rechtsanwalt Wilkens „jetzt abgewickelt“. Er hoffte, „noch so viel zusammen zu bekommen, dass das Insolvenzverfahren geradeso eröffnet werden kann“. Die Immobilie gehe an Eigentümer  Dr. Jan Thomas Berg zurück, der müsse nun entscheiden, was er damit mache.

Seit 1994 Betrieb als Vier-Sterne-Hotel  Berg hatte das Objekt Ende 2011 als Eigentümer sowie Geschäftsführer  der Seehotel GmbH  selbst  nach einer Insolvenz übernommen.   Zu DDR-Zeiten 1978 als Kulturhaus gebaut, wurde das Seehotel ab 1994 als 4-Sterne-Haus mit angeschlossenem Restaurantbetrieb betrieben.

Im Eingangsbereich waren gestern noch die Reklame-Empfehlungen zu lesen. So erhielt das Seehotel 2014 vom „Booking.com“ noch einen „Award of Excellence“ für 82,2 Prozent Kundenzufriedenheit. Gleichzeitig hängen da Zeugnisse vom „Varta-Führer 2012“, sowie „Marco Polo 2012/13). Und auf einem Schild steht: „Wir bilden aus!“ Das hat sich  erledigt…

Klaus Krense entdeckte nach eigenen Angaben im Juli beim Blick in die Bücher das Dilemma und zeigte die Insolvenz an. Die Buchhaltung sei von seinem Vorgänger chaotisch hinterlassen worden, so Krense. Ob und wie es mit dem Seehotel weitergeht, ist wie gesagt die Sache von Dr. Berg. „Was hierher muss, ist ein Betreiberkonzept, das sich trägt“, so Krense. Die Billigvariante sei gescheitert.

Er selbst bewerbe sich jetzt weiter. „Es gibt schon ein paar Angebote. Denn es hat sich natürlich schon rumgesprochen, dass ich hier eine Insolvenz aufgedeckt habe. Und das gebe ich natürlich auch kund.“ Krense hofft persönlich, dass „der Übergang in einen neuen Job weitgehend nahtlos erfolgt“. Wie es mit den anderen Mitarbeitern weiter geht, steht auf einem anderen Blatt…

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