Sternberg : Sternberger Rathaus bildet eigenen Nachwuchs aus

Peter Albrecht ist im zweiten Ausbildungsjahr zum Verwaltungsfachangestellten.
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Peter Albrecht ist im zweiten Ausbildungsjahr zum Verwaltungsfachangestellten.

Brüeler Peter Albrecht erlernt den Beruf eines Verwaltungsfachangestellten.

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04. September 2015, 22:17 Uhr

„Ich wollte mehr mit dem Kopf arbeiten“, erklärt Peter Albrecht, warum er sich für eine Ausbildung im Sternberger Rathaus beworben hatte. Inzwischen ist der Brüeler im zweiten Ausbildungsjahr zum Verwaltungsfachangestellten und weiß, dass seine Berufsentscheidung die richtige gewesen ist. „Wir hatten in der zwölften Klasse ein Bewerbungstraining. Als ich erfuhr, dass es hier einen Ausbildungsplatz gibt, habe ich mich sofort beworben, obwohl es noch Anfang des Schuljahres war“, sagt der 19-Jährige.

Den folgenden Einstellungstest über sechs Stunden bei der Handwerkskammer, bei dem u. a. logisches Denken, Mathematik und Allgemeinwissen gefragt waren, aber auch ein Diktat geschrieben wurde, meisterte der Gymnasiast und war einen großen Schritt weiter.

„Wir nutzen diese externen Test für unser Auswahlverfahren. Wir sehen uns die Leistung des jungen Menschen an, führen das Einstellungsgespräch und gucken, wer zu uns passt“, sagt Jochen Quandt, Bürgermeister und Verwaltungschef in Sternberg. Es gäbe immer mehrere Bewerber.

Peter Albrecht passte und begann im vergangenen Jahr seine Ausbildung in der Verwaltung. Als Zwölftklässler habe er hier auch ein Praktikum gemacht, erzählt er, da schon mit der Zusage in der Tasche. „Die Arbeit ist sehr anspruchsvoll“, freut sich der Brüeler. Ihm gefalle der Kontakt mit den Bürgern, aber ebenso, dass er über viele Gesetze Bescheid wissen müsse.

„Wir haben seit dem 1. August 1996 fünf junge Leute zu Verwaltungsfachangestellten ausgebildet und alle übernommen“, sagt Quandt. Während die erste Verwaltungsfachangestellte Cindy Schmidt dann aber zum Direktstudium gegangen ist, haben die anderen vier immer noch ihren Platz im Rathaus. Auch Rebekka Kinetz hat hier gelernt und an die Ausbildung gleich noch ein Studium zum Verwaltungsfachwirt angeschlossen. Ihr Zuständigkeitsbereich umfasst heute Amtsangelegenheiten, Sitzungsdienst, Satzungen, Recht und Versicherungen. Auch Anne Kasten und Anica Laube haben nach der Lehre nicht mit dem Lernen aufgehört und sich zusätzlich zu Standesbeamtinnen qualifiziert. Während Anica Laube im Bürgerbüro agiert, hat Anne Kasten ihre Arbeit in der Geschäftsbuchhaltung. Ebenfalls im Bürgerbüro arbeitet Eric Frank, der im Juli seine Ausbildung abgeschlossen hat.

„Alle haben sehr gut eingeschlagen. Wir sind froh, dass wir sie haben“, sagt Jochen Quandt.

Weil Sternberg seit 1990 immer auch für den eigenen Verwaltungsnachwuchs sorgen wollte, ist die Stadt anfangs ungewöhnliche Wege gegangen. Olaf Steinberg, seit 2006 Hauptamtsleiter und stellvertretender Bürgermeister, wurde von 1990 bis 1993 zur Ausbildung in Sternbergs Partnerstadt Lütjenburg delegiert. Auch er lernte weiter und ist Verwaltungsfachwirt.


Für 2016 wieder ein Ausbildungsplatz


Vorgesehen sei, sagt Jochen Quandt, für 2016 demnächst wieder einen Ausbildungplatz auszuschreiben.

„Durch die Ämterfusion hat es einen Überhang an Personal gegeben. Kündigungen waren ausgeschlossen, so dass wir das Zuviel abgebaut haben und nur auf den Bedarf vorausschauend ausbilden“, sagt der Verwaltungschef. In der Sternberger Kernverwaltung arbeiten 43 Angestellte. Sie sind für die kommunalen Belange der beiden Städte Sternberg und Brüel und weiterer elf Gemeinden zuständig. Im Amtsbereich Sternberger Seenlandschaft leben ca. 12 700 Einwohner.

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