Aufregung auf dem Bahnhof in Güstrow : Sternberger bleiben im Aufzug stecken

<fettakgl>Matthias Böbs und</fettakgl> Marthe Zeja. Im Hintergrund einer der Rettungswagen.<foto>hans-jürgen kowalzik</foto>
Matthias Böbs und Marthe Zeja. Im Hintergrund einer der Rettungswagen.hans-jürgen kowalzik

Der 70-jährige Matthias Böbs und seine 16-jährige Enkelin Marthe Zeja saßen gestern anderthalb Stunden in einem Fahrstuhl im Bahnhof Güstrow fest. Sie geben der Bahn AG die Schuld.

svz.de von
12. Juli 2012, 10:16 Uhr

Güstrow/Sternberg | Matthias Böbs (70) und Marthe Zeja (16) aus Sternberg saßen gestern von 14.45 bis 16.15 Uhr in einem Fahrstuhl im Bahnhof Güstrow fest. Erst dann wurde die Tür geöffnet. Der 70-jährige, der seine Enkelin mit dem Auto vom Zug aus Berlin abholte, war geschockt, wie lange es dauern kann, ehe einem geholfen werden kann. "Für mich ist das nicht nachzuvollziehen", kritisierte er. Zumal die Zustände in dem Aufzug unerträglich waren. Matthias Böbs: "Es stank und es war stickig. Vorher müssen da Betrunkene gefahren sein." Was sein kann, denn vor dem Aufzug war Blut auf dem Boden. Auch die Mutter, Renate Zeja, die vor dem Bahnhof wartete, war noch einige Zeit danach aufgeregt und fassungslos. Die drei geben der Bahn AG die Schuld, weil aus ihrer Sicht der Alarmplan nicht funktionierte.

Der Fahrstuhl blieb vermutlich wegen eines technischen Defekts stecken. Matthias Böbs: "Wir sind mit dem Fahrstuhl gefahren, weil meine Enkelin ein Fahrrad dabei hatte. Er rührte sich aber schon nicht mehr als wir die Tür geschlossen hatten. Ich drückte bis zu zehnmal den Notruf. Eine Frau meldete sich und sagte, wir sollen ruhig bleiben, uns wird geholfen." Nach Angaben von Matthias Böbs und Renate Zeja - die Mutter erfuhr von dem Malheur von ihrer Tochter per Handy, weil sie vor dem Bahnhof vergeblich wartete - kamen zwei Männer der DB Sicherheit. Die konnten nichts ausrichten und verwiesen auf die Zugbegleiterin eines Zuges aus Bützow. Der Zug verspätete sich jedoch. Als sie da war, habe sie mit ihrem Schlüssel nichts ausrichten können, so Renate Zeja. Er passte nicht. Wie auch nicht der Schlüssel der Firma, die den Aufzug betreut. Die zwei Männer wurden aus Rostock gerufen. Letztlich war der rettende Gedanke, die untere Tür zu öffnen - mit einem Dreikant - und den Aufzug per Hand herunterzukurbeln. Das aber in anderthalb Stunden? Matthias Böbs und Marthe Zeja hatten dafür nur ein Kopfschütteln übrig.

Die Feuerwehr wurde erst 15.56 Uhr alarmiert und traf 16.04 Uhr ein. Notarztwagen und ein Rettungswagen waren vorher da. Matthias Böbs, dem in dem Aufzug das Herz zu schaffen machte, wurde nach der Befreiung aus dem Fahrstuhl sofort untersucht. Die Ärzte konnten Entwarnung geben. Aufgeregt war der 70-Jährige jedoch noch Stunden danach.

Ein Bahnsprecher sagte gestern Abend auf SVZ-Nachfrage: "Die Kollegen haben sich korrekt verhalten und verständigten sofort die Aufzugsfirma und danach auch die Feuerwehr. Die Mitarbeiter der Fahrstuhlfirma verspäteten sich wegen eines Staus. Was geschehen ist, ist nicht schön. So etwas dürfte nicht passieren. Wir werden die Ursachen untersuchen."

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