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Schullastenausgleich : Sternberg soll für Realschüler künftig zahlen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Kreis will Verträge mit Kommunen im Schulverband Sternberg in Sachen Schullastenausgleich. Schließung der KGS als Drohkulisse.

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erstellt am 01.Jul.2016 | 20:30 Uhr

Ein heikles Thema steht Montagabend auf der Tagesordnung des Bürgermeistertreffens im Amt Sternberger Seenlandschaft – der Schullastenausgleich. Nach Willen des Kreistages Ludwigslust-Parchim sollen nun auch die Kommunen des Schulverbandes Sternberg für ihre Realschüler zahlen. 1165 Euro pro Schüler und Jahr.

Bisher ist man davon befreit, da sich die Verbundene Regionale Schule und Gymnasium „David Franck“ Sternberg als Kooperative Gesamtschule (KGS) seit Oktober 2009 in hundertprozentiger Trägerschaft des Landkreises befindet. Der Vertrag mit dem Altkreis Parchim gilt…

Im Altkreis Ludwigslust mit seinen KGS in Dömitz und Wittenburg gab/gibt es hingegen separate Verträge zwischen Kreis und Kommunen. Mittlerweile hätten aber laut Kreistagspräsident Olaf Steinberg (Sternberg) „insgesamt 48 oder 49 Kommunen, vor allem im Raum Dömitz/Malliß ihre Verträge mit dem Landkreis gekündigt, da andere auch nicht zahlten.“ Er sehe „ein Gerechtigkeitsproblem“.

Landrat Rolf Christiansen hatte vor einiger Zeit die betroffenen Bürgermeister aus dem Seenland ins Sternberger Rathaus eingeladen. Er brachte nicht nur den Vertrag zwischen Kreis und den einzelnen Kommunen mit – Stichtag 30. August. Christiansen baute zudem zu Beginn eine Drohkulisse auf. „Der Landrat setzt uns die Pistole auf die Brust. Wenn die Gemeinden der Vertragslösung nicht zustimmen, verschwindet das Gymnasium in Sternberg“, kam es bei Borkows Bürgermeisterin Regina Rosenfeld an. Ihre Gemeinde habe sich positioniert: „Zuerst muss durchs Land das Schulgesetz geändert werden. Es gibt bei der KGS Sternberg den Vertrag mit dem Landkreis. Wir können doch nicht auf Gutdünken eine freiwillige Aufgabe übernehmen, wo wir ansonsten bei jeder zusätzlichen freiwilligen Leistung angezählt werden“, so Rosenfeld. Zudem zahle man anteilmäßig jährlich 5000 Euro an Krediten für die Sanierung der ehemaligen Sternberger Realschule. Rosenfeld: „Dann würden wir ja doppelt zahlen!“

Sternbergs Bürgermeister und Verwaltungschef Armin Taubenheim, der vorgestern bei Landrat Christiansen weilte, erklärte gestern: „Oberstes Ziel ist die Erhaltung des Schulstandortes Sternberg. Ich sehe sehr wohl die Unausgewogenheit, dass einige sagten, sie hätten selbst Schulen und müssten über die Kreisumlage auch noch für Sternberg mitzahlen.“ Für die langfristige Sicherheit des Schulstandortes sei es ratsam, „sich der Vereinbarung mit dem Landkreis anzuschließen“. Würde der Kreis die jetzige KGS Sternberg in der Form nicht mehr wollen, wäre ein eigenständiges Gymnasium am Standort arg gefährdet.

Witzins Bürgermeister Hans Hüller erklärte zur Thematik: „Die Schulen müssten an die Kreise übergehen. Und die legen das auf die Kreisumlage um. Dann herrscht Gerechtigkeit für alle.“

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