Sternberg ist reich an Treppen

Frische grüne Farbe: Nach dem Entrosten streicht Helmut Dreßler das Geländer einer Treppe am Kugelberg.  Fotos: Michael Beitien
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Frische grüne Farbe: Nach dem Entrosten streicht Helmut Dreßler das Geländer einer Treppe am Kugelberg. Fotos: Michael Beitien

Instandhaltung von 37 Treppen erfordert einen hohen Aufwand / Können alle Aufgänge erhalten werden?

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02. April 2020, 09:04 Uhr

Dieses Treppengeländer am Sternberger Kugelberg sah richtig schlimm aus. Es war verrostet. Bauhofmitarbeiter Helmut Dreßler hat nach dem Entrosten die erste neue Farbschicht aufgetragen - in Dunkelgrün. Diesen Ton erhalten die Geländer der öffentlichen Treppen von Sternberg, die neu gestrichen werden.

Doch viele Geländer werden wohl noch lange auf neue Farbe warten müssen. Denn die Bauhofmitarbeiter können sich angesichts ihres umfangreichen Aufgabengebiets gar nicht so intensiv um die Treppen kümmern. Sternberg ist treppenreich, ist von Bauhofleiter Dietmar Merseburger zu erfahren. 37 Treppen gebe es im öffentlichen Raum im Stadtgebiet.

Zu viel für die ständige Bewirtschaftung. Deshalb stehen beispielsweise in der kalten Jahreszeit an vielen Treppen der Stadt Schilder, dass hier kein Winterdienst stattfindet. Nur zehn Treppen werden gestreut – beispielsweise am Mühlentor, am Wall und Richtung Zahnarztpraxis am Finkenkamp.

Zu Vorwendezeiten waren die vielen Treppen und ihre Geländer in Sternberg durch Feierabendbrigaden gepflegt und instandgesetzt worden, weiß Merseburger. Auch Schulklassen hatten in vergangenen Jahrzehnten Geländer gestrichen. Heute bemüht sich der Bauhof um die Instandhaltung. Es sei einiges auf der Strecke geblieben, ist sich Merseburger bewusst.

Die Stadt bemüht sich zumindest dort etwas zu unternehmen, wo es am dringendsten nötig ist, erfährt SVZ im Gespräch mit Bürgermeister Armin Taubenheim. Man möchte die Treppen so erhalten, dass Menschen nicht in Gefahr geraten und versuche auch Treppengeländer Stück für Stück in einen vernünftigen Zustand zu bringen – in diesem Jahr am Judenberg und am Kugelberg.

Sternberg hat im Vergleich zu anderen Kleinstädten in der Region eine Besonderheit durch seine vielen Hügel im Stadtgebiet. Dass die Stadt zahlreiche Treppen besitzt, sei historisch gewachsen, so der Bürgermeister. Einige Treppen hatten die Einwohner selbst errichtet, beispielsweise in der Karl-Marx-Straße zu den Garagen oder zu den Gärten. Die Kommune steht jetzt vor der Aufgabe, sie zu erhalten oder sie zu schließen. Es müsse geprüft werden, welche Treppen gebraucht werden und auf welche man verzichten kann, so Taubenheim.

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