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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

16. Dezember 2017 | 10:02 Uhr

Warin : Steht jemand auf der Leitung?

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

René Rußbüldt hat in Warin gebaut und braucht als Selbstständiger dringend Telefon und Internet – und ärgert sich über Verzögerungen.

von
erstellt am 26.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Er ist selbstständig und braucht für seine Arbeit einen Telefonanschluss für Festnetz und Internet. Denn René Rußbüldt muss nicht nur ständig erreichbar sein, sondern zudem auf die Schnelle Faxe versenden können. Nach der ihm vorliegenden Mitteilung der Telekom werde Letzteres auch die nächste Zeit von zu Hause nicht möglich sein, ärgert sich Rußbüldt, der vorige Woche mit der Familie ein neues Eigenheim im Wohngebiet am Großen Wariner See bezogen hat. Das sei voll erschlossen, habe ihm Bürgermeister Michael Ankermann auf nochmalige Anfrage bestätigt, und sein Nachbar verfüge über einen Telefonanschluss, wie er in Erfahrung gebracht habe. Warum das in seinem Haus nicht klappe, sei für ihn unverständlich.

Als Einzelkämpfer das Büro im Haus


Der Neu-Wariner hat in einem Dorf bei Wismar gewohnt und dann an dem neuen Wohngebiet „mit sehr schöner Umgebung“ Gefallen gefunden. Die Stadt sehe von der Rückseite viel ansprechender aus als von vorn, meint Rußbüldt schmunzelnd. „Wir haben unser altes Haus verkauft und für ein Jahr übergangsweise eine Wohnung am Fritz-Reuter-Platz gemietet. Dort hatte ich schon Ärger mit der Telekom.“ Sein Büro befinde sich in Neukloster, doch das wolle der Einzelkämpfer nun in den eigenen vier Wänden haben. Rußbüldt arbeitet als gerichtlich bestellter Betreuer und muss umgehend reagieren, wenn ein Anruf aus
einer Klinik kommt, die zum Beispiel die Einwilligung für eine Operation benötigt. Die wollten die Ärzte in der Regel „auf einem Stück Papier“
haben, deshalb am besten gefaxt. Schließlich gehe es meist um eine diffizile Entscheidung von großer Tragweite, mitunter um einen lebenswichtigen Eingriff.

Die meisten Menschen, die nicht mehr allein darüber befinden könnten wie Demenzkranke, zeitweilig aber auch stark Drogenabhängige, würden von Angehörigen betreut. Doch manche von ihnen kämen damit nicht zurecht oder wohnten weit weg. Dann oder „bei speziellen Fällen kommen wir ins Spiel“, so Rußbüldt. Der Betreuungsaufwand habe enorm zugenommen, es gebe viele alte Menschen, die einsam seien. Wer für Betreute tätig werde, sie gerichtlich und außergerichtlich vertrete, sei dazu verpflichtet, könne bei nachweislichen Versäumnissen, wenn zum Beispiel zustehendes Geld nicht beantragt wurde, haftbar
gemacht werden und müsse „das Portmonee öffnen“.

Ein Grund mehr für René Rußbüldt, dass die technischen Voraussetzungen für seine Arbeit stimmen müssen. Aus der Erfahrung anderer habe er vorausschauend am 12. Mai vorigen Jahres, als vom neuen Einfamilienhaus noch nichts zu sehen war, den Telefonanschluss beantragt und gut eine Woche darauf eine Bestätigung bekommen. In einem Schreiben vom 28. November hieß es dann, die Deutsche Telekom freue sich, dass der Kunde sich für den angebotenen Tarif entschieden habe. Nur zwei Tage später ist ein Schreiben datiert, dass der Auftrag am 5. Januar ausgeführt werde. Wobei dieser Termin noch nicht als endgültig zu betrachten sei.

Nun kurzfristige Bereitstellung zugesagt


Tatsächlich folgte mit Datum vom 16. Januar die Mitteilung, dass der Anschluss auf den 8. März verschoben wurde, weil „technische Arbeiten umfangreicher als gedacht“ notwendig seien. Das kann René Rußbüldt nun überhaupt nicht mehr verstehen. Beim Nachbarn, der über Festnetz und Internet verfüge, habe ein Techniker binnen Minuten alles zusammengeklemmt. Dieser bestätigt Rußbüldt in einem Gespräch über Handy, bei dem wir zufällig dabei sind, dass es in dem Wohngebiet technisch überhaupt kein Problem gebe.

Die Deutsche Telekom erklärte nun auf SVZ-Anfrage, „die Ursache für die Verzögerung der Bereitstellung des Anschlusses lag in der Tat am noch nicht komplett installierten Abschlusspunkt. Unsere Abteilung Bauherrenberatung hat sich der Kundenbeschwerde nun angenommen und sorgt für eine kurzfristige Bereitstellung“, so die Antwort von Peter Kespohl aus der Pressestelle des Konzerns.

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