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Sternberg : STB-Kennzeichen: Boom nach Wiedereinführung erst einmal vorbei

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

LWL-Schilder sind trotz Rückgangs weiter unangefochten der Spitzenreiter im gesamten Landkreis.

svz.de von
erstellt am 13.Jan.2014 | 17:12 Uhr

Monatelang hatte die Politik sie als Zeichen neuer Bürgerverbundenheit angekündigt. Nun, da die neuen Kennzeichenschilder alter Prägung wieder zu haben sind, wollen sie viele Bürger offenbar nicht. Das jedenfalls legen die ersten Zahlen nahe, die die Zulassungsstelle des Landkreises jetzt auf Bitten der Schweriner Volkszeitung vorgelegt hat.

Danach gab es zum Jahreswechsel 75 058 PCH-Kennzeichen, das ist ein Rückgang, denn am 1. August 2013 hatte die Zahl noch bei 81 000 gelegen. Deutlich gestiegen ist hingegen die Zahl der Lübzer Kennzeichen, davon sind derzeit 1750 registriert, der Altbestand von vor 1994 lag bei 1272. Differenzierter sieht es im Sternberger Bereich aus. Da gab es noch 734 ganz alte Kennzeichen, die Zahl stieg auf ein Hoch von 1139 an, doch
inzwischen sinkt die Zahl wieder, aktuell liegt sie bei 1054.

Erklären lässt sich das Verhältnis an den derzeit 3956 HGN-Kennzeichen. Klingt nach einer großen Zahl, sie ist es jedoch nicht. Denn zum Zeitpunkt der Wiedereinführung von HGN zum 1. August vergangenen Jahres waren in der amtlichen Kartei noch 3172 alte Hagenower Zulassungen verzeichnet, die vor 1994 vergeben wurden. Hinter diesen hohen Zahl verbergen sich laut Fachdienstleiterin Petra Rambow vor allem Anhänger und Traktoren sowie natürlich die älteren Fahrzeuge oder Motorräder. Nach Einführung der neuen Kennzeichen gab es dann die erwartete Welle von neuen HGN-Schildern. „Das hat aber nur so drei Wochen angehalten“, weiß Michael Stieg, der einen Schilderladen in Hagenow betreibt und schon viele Jahre im Zulassungsgeschäft ist. „Es gibt einige, denen das mit dem Heimat-Kennzeichen sehr wichtig ist. Es gibt aber auch eine ganze Menge, denen ziemlich egal ist, was an ihrem Auto steht“, weiß er aus Erfahrung. Und so ist die Zahl der Hagenower und Sternberger Kennzeichen bereits zum Jahresende wieder leicht gesunken, obwohl man als Beobachter im Straßenverkehr eine andere Wahrnehmung hat. Das hat damit zu tun, dass die neuen Zulassungen natürlich sehr viel häufiger auf den Straßen unterwegs sind als die Uraltkennzeichen.

Wer bei einer Neuanmeldung eines Fahrzeuges nichts anderes will und angibt, der fährt seit August 2013 mit LUP-Kennzeichen. Davon gab es zum Jahreswechsel bereits 3574 Kennzeichen. Wer nicht gerade Lupo-Fahrer ist und diese Kombination nicht haben will, kann auch eines der anderen im Kreis zugelassenen Schilder ordern. So ist es für einen Lübz-Fan, der in
Hagenow wohnt, kein Problem sein Auto mit LBZ an- oder umzumelden. Das kostet auch noch kein Geld. Nur wer dann eine bestimmte Buchstaben-Zahlenkombination haben möchte, der muss die zehn Euro für das so genannte Wunschkennzeichen bezahlen.

Unangefochtener Spitzenreiter im gesamten Landkreis ist nach wie vor LWL. Da waren zum letzten Stichtag noch 100 470 Anmeldungen in der Kartei, zum 8. Oktober hatte es noch 113 587 LWL-Schilderkombinationen gegeben. Am 1. August 2013 hatte die Zahl gar bei 115 000 gelegen.

Und dann gibt es noch diejenigen, die ein Schweriner Kennzeichen haben und im Landkreis wohnen. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen verbergen sich hinter den SN-Fahrern die Bewohner des
alten Landkreises Schwerin, den es noch bis 1994 gab und die ihr Kennzeichen nicht gewechselt haben. Merkmal für die Unterscheidung in Stadt- und Landkreis war damals übrigens die Zahl der Buchstaben nach dem SN. Die Umlandbewohner bekamen meist nur einen Buchstaben dazu. Die zweite ganz junge Tendenz liegt in den Stadtflüchtigen, die aber nicht mit einem ländlich anmutenden Kennzeichen herumfahren wollen. Wer innerhalb des Landes MV umzieht, darf sein Kennzeichen behalten, wenn er will. Aktuell sind 1929 Fahrzeuge mit SN registriert, deren Halter im Landkreis wohnen, insgesamt gibt es 53 919 SN-Kennzeichen.

Die abebbende Begeisterung für die neuen Kennzeichen hat nach Ansicht des Schilderexperten Stieg aus Hagenow auch finanzielle Gründe. Für eine Zulassung sind so um die 40 Euro fällig, plus 20 Euro für die neuen Schilder. Da belässt es doch mancher lieber bei seinen alten Kennzeichen.

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