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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

22. November 2017 | 12:31 Uhr

Warin : Start zum Umbau alter Turnhalle

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Warin will das lange leer stehende Gebäude künftig als Gemeinschaftshaus nutzen. Für drei Viertel der Kosten fließen Fördermittel.

von
erstellt am 09.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Im kleinen Anbau an der Rückseite staubt es kräftig: Die Handwerker nehmen die Decke heraus. Der Fußboden kommt auch noch dran. Der Saal der alten Wariner Turnhalle ist bereits bis auf die nackten Wände entkernt, auch die Tür fehlt samt Rahmen. Da eine Wand leicht nachgegeben hat, biegt sich der gemauerte Sturz verdächtig durch und benötigt eine Stütze. Vorher hat ihn offenbar die Holzzarge getragen. Weil die Tür ohnehin verbreitert werden soll, wird ein richtiger Sturz eingezogen, ordentlich mit der Wand verzahnt und eine Seite neu aufgemauert. Ziegel gibt es von dem maroden Mehrfamilienhaus nebenan, das zuvor der Brüeler Straßenbau abgerissen hat. Was brauchbar ist, soll für solche Ausbesserungen verwendet werden, sagt Anke Mansour, Leiterin des Bauamtes Neukloster-Warin.


Aufträge an Firmen aus Region und Umgebung


Der Start zum Umbau ist erfolgt, die alte Turnhalle voll eingerüstet. Die Grundschule hatte sie am vorigen Standort nur noch als Werkraum
genutzt. Als sie in die ehemalige Regionale Schule umzog, nachdem die dem Rotstift bei der Schulplanung zum Opfer gefallen war, stand der Turnsaal lange Zeit leer, diente nur noch als Lagerraum. Jetzt soll daraus ein Gemeinschaftshaus für Veranstaltungen der Stadt, aber auch für Vereine oder die Senioren werden (wir berichteten). Eine solche Räumlichkeit fehlt bislang in Warin.

Die für die Investition veranschlagten 546 000 Euro werden als Leitprojekt des Integrierten ländlichen Entwicklungskonzeptes (Ilek) im Landkreis Nordwestmecklenburg mit 409 500 Euro gefördert, drei Viertel der Gesamtsumme. Dies gab für die Stadtvertretung, die den Umbau im Oktober vorigen Jahres beschlossen hatte, den Ausschlag, den im Haushalt 2016 vorgesehenen Eigenanteil der Stadt von 136 500 Euro letztlich freizugeben.

Die Bauarbeiten wurden in zwölf Losen beschränkt ausgeschrieben, die Aufträge gehen an Firmen aus der Region oder der näheren Umgebung, sagt Mansour. Rohbau und Putzarbeiten erledigt die Zurow Bau GmbH aus Krassow, den Gerüstbau die Firma Gebatec aus Zurow, die Elektroarbeiten die Wariner Firma Ridder. Planer Olaf Voigt kommt aus Weiße Krug und hat ein Büro in Sternberg, der Zimmereibetrieb Wittmoser & Fröhlich aus Züsow, Dachdecker Maibaum aus Witzin. Letzterer beginnt nächste Woche, die alten Ziegel abzunehmen. Das Gebälk darunter habe von unten „gut ausgesehen“, sagt die Bauamtsleiterin und hofft, dass sich nicht jetzt böse Überraschungen zeigen, wie sie bei einer Altbausanierung immer wieder vorkommen.

Die Gebäudehülle bleibt, die Fassade an den beiden Seiten mit rotem Mauerwerk ebenso. Hier wird von innen mit hoch Wärme dämmenden Ziegeln, bei den Anbauten, die verputzt werden, von außen energetischer Schutz angebracht. Die sanitären Einrichtungen, die bislang fehlen, soll ein kleiner, unterkellerter Anbau auf der linken Seite aufnehmen, der Rohbau bis Mitte November fertig sein, wie es auf der Bauberatung hieß. Die findet einmal in der Woche vor Ort statt. Der Keller ist für Hausanschlüsse und Heizung gedacht.

Seit Anfang der Woche gibt es Bauwasser, seit Donnerstag auch Strom, so dass die Handwerker voll loslegen können. Beides kommt in der Bauphase vom Diakoniewerk im nördlichen Mecklenburg, das im Nachbarhaus, der früheren Grundschule, seit 2011 die Evangelisch integrative Kindertagesstätte „Regenbogen“ betreibt. „Natürlich mit Zwischenzähler“, so die Bauamtsleiterin. Diese Nachbarschaft erfordere allerdings auch, dass die Handwerker keine besonders lauten Arbeiten erledigen, wenn die Kleinen Mittagsruhe haben. „Darauf achten wir“, sagt Vorarbeiter Christian Stobke von Zurow Bau. Wenn das Wetter mitspielt, soll der Umbau bis zum Frühjahr fertig sein.

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