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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

22. November 2017 | 16:07 Uhr

Warin : Start für die ersten Bauherren

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Im Baugebiet „Wohnen am Großen Wariner See“ ist Erschließung beendet. Etwa ein Drittel der Grundstücke sind vergeben.

von
erstellt am 14.Mai.2015 | 18:29 Uhr

Kräftiger Wind fegt feinen Sand über die noch freie Fläche. Am Rande, erste Reihe zum Großen Wariner See, stehen aber schon die Wände für das erste Eigenheim. Die Bauherren, die ihr Grundstück
haben, wollen jetzt loslegen, weiß Bürgermeister Michael Ankermann. Das Areal bietet Platz für 32 Eigenheime und 20 Ferienhäuser. Die erste Reihe zum See kostet im Wohngebiet 55 Euro pro Quadratmeter, dann sind es 45 Euro, bei den Ferienhäusern, durch einen neu angelegten, Park ähnlichen Grünstreifen abgetrennt, 60 und 50 Euro. Jeweils ein Drittel der Grundstücke seien vergeben, sagt Sven Breitrück vom Bauamt Neukloster-Warin gegenüber SVZ. Wer gekauft hat, sei verpflichtet, innerhalb eines Jahres mit dem Bauen zu beginnen.


Zufällige Entdeckung von 250 Gräbern


Den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan hatte die Stadtvertretung bereits am 25. August 2011 gefasst, den Satzungsbeschluss für den B-Plan am 24. Oktober 2013. Im Juni vorigen Jahres erfolgte der erste Spatenstich zur Erschließung. Die wurde nun an diesem Mittwoch offiziell beendet. Die bei der Vorabnahme festgestellten Mängel seien geprüft worden, sagte Peter Dittmar vom Schweriner Planungsbüro Pöyry. Zwei, die noch nicht behoben, aber auch unbedeutend seien, würden bis Ende des Monats erledigt. Hinzu komme als Restleistung zu dem Termin, weitere drei Leuchten zu installieren.

Das Planungsbüro betreute das gesamte Projekt, so Dittmar. Begonnen hatte über den Sommer 2014 Anika Schüßling. Sie habe dann ihr erstes Baby bekommen, so dass er die Aufgabe übernahm, erklärt der Pröyry-Abteilungsleiter. Die junge Planerin habe den Verlauf jedoch ständig verfolgt und freue sich nun über den Abschluss. „Wohnen am Großen Wariner See“ sei ihr erstes großes Bauvorhaben gewesen und sehr anspruchsvoll, weil mehrere Gewerke ineinander griffen, von der Planung über den Tiefbau bis zum Straßen- und Landschaftsbau.

Der Bürgermeister nannte kleine Pannen und große Überraschungen bei Planung und Erschließung. So hätte Bewuchs auf dem Areal vorher festgestellt und die Umverlegung der alten Trinkwasserhauptleitung rechtzeitig geklärt werden müssen, so Ankermann. Dann wurde ein
artesischer Brunnen entdeckt, im November 2014 außer Betrieb genommen und fachgerecht auf Dauer verpresst. Praktisch in letzter Minute fiel auf, dass eine Querstraße leicht abweicht und in eine Parzelle hinein läuft. Das könne sich niemand erklären, so der Planer auf SVZ-Nachfrage. Der Bauherr dort hatte sein Grundstück einmessen lassen und war darauf gestoßen, hatte dem Bürgermeister zufolge aber selbst eine Lösungsidee. Durch Austausch zwei kleiner Flächen sei die Größe des Grundstücks unverändert geblieben. „Daran, die Hausanschlüsse zu verlegen, führte kein Weg vorbei, aber die Straße musste nicht aufgenommen werden“, so Ankermann. Als Gegenleistung für den vermiedenen Regress habe die Baufirma ein Problem im Ortsteil Klein Labenz, wo in einer Senke die Bankette durch starken Regen immer weiter abgesackt war, kostenlos für die Stadt erledigt. Fachgerecht wurde ein Einlauf geschaffen, so dass das Wasser durch ein Rohr unter der Straße abfließt.

Die größte Überraschung sei die zufällige Entdeckung von 250 Gräbern aus drei Zeitepochen gewesen (wir berichteten). Nach der Kriminalpolizei gingen Archäologen ans Werk. Dadurch verschoben sich die Arbeiten im Bereich des Sandhügels um etwa drei Monate, so Ankermann. Zu den Ausgrabungsergebnissen halte der Chefarchäologe voraussichtlich im Herbst einen Vortrag.

„Das war äußerst spannend“, sagt Bauleiter Magnus Müller vom Tief- und Straßenbau Schwerin (TSS). Mit Archäologen habe er öfter zu tun gehabt, aber nicht in dieser Dimension. „Wir waren ständig in Verbindung, das hat gut geklappt“, so Müller.

Für ihn und TSS-Geschäftsführer Hans-Joachim Klatt sei wichtig, dass trotz der Besonderheiten die Kosten im Umfang des Angebots blieben. Das sei eher die Ausnahme – und freute auch den Bürgermeister, der den aktuellen Kostenstand mit 820 000 Euro benannte.

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