Gustävel : Starker Frost macht Bauern Sorgen

Die Pflanzen sind steif gefroren. Ralf Toparkus hofft, dass der Winterweizen den strengen Frost überlebt.
Die Pflanzen sind steif gefroren. Ralf Toparkus hofft, dass der Winterweizen den strengen Frost überlebt.

Nachttemperaturen von bis zu minus 18 Grad im Raum Gustävel. Auswirkungen auf die Kulturen sind noch nicht absehbar.

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02. März 2018, 21:00 Uhr

Auf minus 13 Grad fiel die Temperatur in der Nacht zum Freitag in der Region Gustävel. Zu Wochenbeginn zeigte das Thermometer in diesem Bereich sogar minus 18 Grad an. Dieser starke Frost zum meteorologischen Frühlingsanfang macht den Bauern Sorgen.

Bei der Herbstbestellung im vergangenen Jahr hatten die feuchten Böden für Probleme gesorgt. Viele Äcker waren nicht befahrbar. Die Bestellung verzögerte sich. Die Pflanzen sind dadurch in der Entwicklung zurück, sagt Ralf Toparkus, Produktionsleiter bei der Agrargenossenschaft Gustävel.

Toparkus zeigt den Winterweizen auf einem Schlag nahe dem Gewerbegebiet Kuhlen. Die Pflanzen sind auch tagsüber steif gefroren. Ob sie bei dem strengen Frost Schaden genommen haben, sei erst klar, wenn sie wieder auftauen, so Toparkus. „Wir wissen noch nicht, was von den Kulturen überlebt.“ Es liegt kaum wärmender Schnee auf den Äckern der Region. Wenn die Kahlfröste zuschlagen, könnte es große Verluste geben. Allein die Gustäveler haben im Herbst rund 250 000 Euro in die Ernte dieses Jahres investiert - in die Bestellung der Böden, in Saatgut und Herbizide.

„Noch ist kein Anlass für Schwarzmalerei“, meint Roland Ohlendorf, der Geschäftsführer der Genossenschaft.Die Landwirte müssen indes immer wieder mit Wetterextremen fertig werden. Ohlendorf erinnert sich an den 20. April 2005. Damals sei der blühende Raps verfroren. „Wir sind positiv optimistisch, dass es gut geht“, so Toparkus. Die Bauern brauchen gute Erlöse. In den vergangenen drei Jahren sei man nicht mit Geld gesegnet gewesen. Toparkus verweist auf die nicht üppigen Erträge und den Preisverfall.

Im vergangenen Jahr begann die Vegetation 14 Tage früher als zu normalen Zeiten. Die dann folgende kühle Witterung hat das Wachstum aber ausgebremst. An Wasser hat es für die Pflanzen angesichts des regenreichen Jahres nicht gefehlt. Aber: „Ohne Sonne geht es nicht“, so Ohlendorf. Ein Unsicherheitsfaktor ist auch, wie die heute verwandten Sorten mit den strengen Kahlfrösten zurecht kommen. Denn die Zucht ist nicht stehen geblieben. Gern wird heute auch hierzulande auf Getreidesorten zurückgegriffen, die aus dem Raum England und Frankreich kommen. Diese Sorten versprechen höhere Erträge. Allerdings sind sie auch nicht ganz so winterhart.

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