Sternberg : Stadtrundgänge fallen aus

Ein Foto aus der Zeit vor Corona: Wann Mechthild Quade (l.) und alle anderen Stadtführer und Radtour-Guides in diesem Jahr starten können, muss abgewartet werden.
Ein Foto aus der Zeit vor Corona: Wann Mechthild Quade (l.) und alle anderen Stadtführer und Radtour-Guides in diesem Jahr starten können, muss abgewartet werden.

Dank ehrenamtlicher Stadtführer und Radtour-Guides kann die Saison beginnen, doch Corona bremst Engagement aus

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14. April 2020, 05:00 Uhr

Wie viel Zeit haben Sie? Mit dieser Frage beginne sie gern ihre Führung durch Sternberg, sagt Mechthild Quade. Wann sie ihren Gästen diese Frage aber wieder stellen kann, ist angesichts Corona noch ungewiss. Offiziell beginnen soll die Saison in Sternberg am 4. Mai mit einer Stadtführung, traditionell durch Mechthild Quade. Wobei in diesem Jahr auch schon Rundgänge und Radtouren um Ostern herum angeboten werden sollten.

Mechthild Quade gehört seit 2011 zu dem kleinen Team, das die Touristinfo ehrenamtlich unterstützt. Sie hatte in der Zeitung gelesen, dass Stadtführer gesucht werden, erinnert sich die 81-Jährige. „Ich war Rentnerin und habe gedacht, das wäre eine Beschäftigung.“ In der Touristinfo habe sie dann einiges Material bekommen, aber sie sei zuerst auch mit den damaligen Stadtführern Helmut Carda und Gunna Weise mitgegangen. „Manches habe ich übernommen und ich habe meinen eigenen Weg gefunden.“ Dazu gehört, die Gäste nicht mit Zahlen zu überfrachten. „Das weiß man ja selbst von Stadtführungen“, sagt sie.

Sternberg sei voll von interessanter Geschichte und Sehenswürdigkeiten. Sie habe nie gedacht, dass es so viel zu erzählen gibt, sagt Mechthild Quade und verweist unter anderem auf Rathaus, Landtag, Stadtmauer, Sternberger Kuchen - von dem Gestein habe sie zum Zeigen immer eins in der Tasche -, Museum, Pfarrhaus, Mühlentor, Stadtkirche, Judenverbrennung... Und wenn sie wie am Mühlentor auf die stabilen Haken hinweist, an denen früher die Tore eingehangen waren oder an Häusern auf das Sternberger Band, das es geschnitzt oder wie am Rathaus gemauert gibt, höre sie immer wieder, dass Gäste es sonst gar nicht gesehen hätten. „Ich erlebe auch, dass Leute dann selber danach gucken. Zum Schluss der Führung empfehle ich ihnen, doch noch einmal in Ruhe durch die Stadt zu gehen.“

Ihre Gäste sind Urlauber, aber auch Sternberger oder in der Region zu Hause. „Sie sind aufmerksam und fragen. Sind Kinder dabei, stelle ich mich darauf ein. Das kenne ich noch aus der Arbeit. Dann gebe ich ihnen eine Aufgabe oder stelle eine Frage“, sagt die 81-Jährige, die als Lehrerin gearbeitet hat. Viele würden sich nach der Führung bei ihr bedanken. „Es macht Spaß und ich hoffe, dass ich noch lange weitermachen kann.“

Das wünscht sich auch Martin Bouvier, Leiter der Sternberger Touristinfo. Denn dank des Engagements der Stadtführer Mechthild Quade, Regina Karl und Klaus-Dieter Gromoll sowie der Radtour-Guides Rolf Karl, Udo Meier und Ulrich Unger gebe es auch in dieser Saison wieder montags und donnerstags touristische Angebote. Dazu kämen die Nachtwächterführungen mit Jürgen Materlik. Doch es werde Nachwuchs gesucht. „Man muss kontaktfreudig sein, sollte ein bisschen Ahnung von Sternberg haben und ruhig mit den anderen einmal mitgehen. Und sicherlich würden alle auch inhaltlich helfen“, sagt Martin Bouvier. Weil jeder sicherlich andere Schwerpunkte sehe, „muss man dann seinen eigenen Stil finden.“

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