zur Navigation springen

Sternberger Back-Manufaktur zahlungsunfähig : Stadt verliert Geld durch Insolvenz

vom

Die Sternberger Back-Manufaktur ist nicht mehr zahlungsfähig und das wird auch Einfluss auf die Stadt haben. Denn die ist einer der Gläubiger und fordert 8000 Euro aus Grundsteuern sowie Wasser- und Abwassergebühren.

svz.de von
erstellt am 06.Feb.2013 | 07:53 Uhr

Sternberg | Die Sternberger Back-Manufaktur ist in nicht mehr zahlungsfähig. Das Amtsgericht Schwerin hat am 29. Januar offiziell das Insolvenzverfahren gegen das Unternehmen eröffnet. Das Gericht hat angeordnet, dass der Betrieb in Eigenverwaltung weiter geführt wird. Andreas Romey, ein Fachmann für Insolvenzen aus Hamburg, fungiert als Geschäftsführer. Über die Kasse wacht der Schweriner Rechts anwalt Andreas Franz als so genannter Sachverwalter. Bei ihm müssen die Gläubiger bis 20. März ihre Forderungen anmelden.

Auch die Stadt Sternberg gehört dazu. Hier steht die Sternberger Back-Manufaktur derzeit mit rund 8000 Euro in der Kreide, erfuhr SVZ gestern auf Nachfrage von Bürgermeister Jochen Quandt. Dahinter verbergen sich Grundsteuer sowie Wasser- und Abwassergebühren für die Stadtwerke.

Insolvenzen können der Kommune teuer zu stehen kommen. Bereits der in die Zahlungsunfähigkeit gekommene Vorgängerbetrieb, die Sternberger Bäckerei, hatte Verbindlichkeiten bei der Stadt Sternberg angehäuft. Es ging um nicht gezahlte Grund- und Gewerbesteuer, damit verbundene Zinsen, und Gebühren für Wasser und Abwasser. Sie machten insgesamt rund 70 000 Euro aus, sagte gestern Jochen Quandt. "Das Geld ist weg."

Die Stadt und andere Gläubiger des insolventen Nachfolgebetriebes Sternberger Back-Manufaktur erhalten jetzt so genannte Forderungsanmeldungen, erfuhr SVZ gestern von Andreas Franz, der die Geschäftsführung überwacht. Im April ist die Gläubigerversammlung geplant. Dann müssen diejenigen, bei denen die erst vor knapp einem Jahr gegründete Sternberger Back-Manufaktur verschuldet ist, u.a. darüber entscheiden, ob sie den Betrieb im Rahmen der derzeit praktizierten Eigenverwaltung für sanierungsfähig halten.

Bei der Eigenverwaltung sind die Kosten geringer, sagt Franz. Das liege schon daran, dass ein Sachverwalter weniger Geld bekommt, als wenn ein Insolvenzverwalter bestimmt worden wäre. Die Geschäfte werden aus dem Betrieb heraus geführt. Der Gedanke dabei ist: Das Unternehmen soll aus dem eigenen Management heraus saniert werden. Dieser Part liegt in den Händen von Andreas Romey.

In der Sternberger Backstube wird weiter produziert, wie SVZ-Recherchen ergaben. Das Brot gibt es allerdings in der Sternberger Region nicht mehr zu kaufen. Beliefert wird eine Discounterkette, die hier nicht ansässig ist: die Netto-Märkte mit der roten Schrift.

Es wäre für die Stadt wichtig, dass die Mitte der 1990er-Jahre im Gewerbe gebiet Rachower Moor angesiedelte Bäckerei erhalten bleibt und sich ein neuer Investor findet, der sie weiter führt, sagt Bürgermeister Quandt: "Ich habe die Hoffnung." Die Stadt werde einen Interessenten unterstützen, z. B. bei planungsrechtlichen Fragen. Solche Vorabsprachen hatte es auch mit Hermann Josef Taterra gegeben, der vor einem knappen Jahr die Back-Manufaktur übernommen hatte, die dann aber in finanzielle Schieflage geriet. Taterra wollte die Spedition verändern, wozu eine Änderung des B-Planes notwendig war, was aber auf seine Kosten gegangen wäre. Die Stadt hat die Planänderung mit getragen, sagt Jochen Quandt. Zu mehr ist es dann allerdings nicht gekommen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen