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Einbruchserie Sternberg/Warin/Neukloster : „Spitzbuben schlafen nicht“

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Einbruchsserie gestern Nacht in Bäckerfilialen in Sternberg, Warin und Neukloster / Supermarkt-Inhaber wünscht sich „mehr Polizei“.

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erstellt am 17.Feb.2015 | 21:15 Uhr

Eine regelrechte Einbruchserie gab’s gestern Nacht in Sternberg, Warin und Neukloster. Auffällig: Jeweils waren Bäcker-Filialen in Supermärkten betroffen.

Um zehn Minuten vor ein Uhr war für Karsten Bohnhorst, seit 2001 Inhaber des Edeka-Lebensmittelmarktes am Sternberger Finkenkamp, die Nacht beendet. Die Alarmanlage weckte ihn – Einbruch. „Das ist mehr als ärgerlich, einfach schlimm. Spitzbuben schlafen nicht“, so Bohnhorst, der ergänzt: „Man schlägt sich die halbe Nacht um die Ohren. Polizei und die Spurensicherung müssen erst kommen.“ Der Kriminaldauerdienst aus Ludwigslust sicherte laut Polizei-Pressesprecher Klaus Wiechmann „Spuren am Tatort, die nun kriminaltechnisch untersucht werden sollen“.

Die unbekannten Täter durchwühlten zur nächtlichen Geisterstunde den Backhus-Backshop im Supermarkt „nach Geld“, so Bohnhorst. „Sie haben aber nichts erbeutet, nur Schaden angerichtet.“ Diesen beziffert der Edeka-Inhaber auf ca. 2000 Euro. Die nicht genannt sein wollende Backshop-Mitarbeiterin sagte gestern gegenüber SVZ nur: „Ich finde es furchtbar.“

Um in den Markt zu gelangen, haben der oder die Täter laut Bohnhorst „die Tür am Bäcker vorn aufgehebelt. Das war ein Blitzeinbruch.“ Vor vier bis fünf Jahren hätte es im Markt am Finkenkamp schon mal einen Einbruch gegeben, damals in die Post-Stelle. „Auch da wurde nichts erbeutet“, so Bohnhorst. Und wie SVZ berichtete, verschwanden Anfang Dezember 2014 gar 30 Einkaufswagen vom hinter dem Edeka-Markt gelegenen Parkplatz. „Wiedergefunden wurden die nicht“, bemerkt der Inhaber.

Dieser besitzt in Krakow am See einen zweiten Edeka-Markt. „Hier wurde vergangenen Herbst dreimal hintereinander eingebrochen. Die Ganoven hätten sich seiner Aussage nach „auf kleine Läden spezialisiert, die aus deren Sicht nicht so gesichert seien. Aber das lohnt sich nicht, auch diese sind mittlerweile viel besser gesichert.“ Und so bleibt es häufig – wie Dienstagnacht in Sternberg – bei Sachschäden, die aber auch sehr ärgerlich sind. Karsten Bohnhorst verkündet abschließend: „Ich würde mir mehr Polizei wünschen. Ich will keinen Polizeistaat, um Gottes Willen. Aber ich bin bestimmt nicht der einzige, der sich mehr Polizei vor Ort wünscht.“


Riesen-Randale in Warin


Auch in Warin und Neukloster gab es Vorfälle. Im Wariner Norma-Markt hat Bäckermeisterin Petra Schulz von der Brüeler Traditionsbäckerei Schultz eine Verkaufsfiliale. Die Inhaberin ist leider bereits erfahren in Sachen Einbrüche in ihre Geschäfte. „In Warin waren es seinerzeit bei Penny gleich sieben, bis der Markt abbrannte. Doch so wie jetzt bei Norma in Warin war es noch nie. Die haben hier nur randaliert. Meine Nerven sind am Ende “, so Petra Schulz gegenüber unserer Zeitung.

Gegen 5.30 Uhr habe ihre Mitarbeiterin sie angerufen und über die Tat informiert. „Ich war gerade aus dem Backhaus gekommen und bin sofort mit nassen Haaren nach Warin.“ Was Petra Schulz da erleben musste, verschlug der Bäckermeisterin die Sprache: „Die haben nur randaliert! Die Seiten des Rolltores als Absperrung zu Norma sind total kaputt. Die Tür zur Toilette haben die Täter dreimal mit den Füßen zerlegt. Gleiches gilt für die Tür zum Vorbereitungsraum, wo sich die Abwäsche und die Gefriertruhe befinden.“ Bei Letzterer haben die Unbekannten laut Schulz, „den Verdampfer, ja, einfach alles weggerissen. Da fehlen einem echt die Worte.“ Den Gesamtschaden beziffert sie vorsichtig geschätzt auf 4000 Euro. Die Spurensicherung aus Wismar sprach laut Schulz „von einem ganz komischen Einbruch“. Denn das Wechselgeld in der Kasse blieb unberührt. Gestohlen wurden etliche Pakete hochpreisigen Kaffees sowie Milchpulver.

Eingestiegen in den Laden sind die Täter übrigens durchs Fenster, indem sie dieses aufgehebelt und rausgesetzt haben. „Auch das muss erneuert werden. Es wird jetzt alles ein bisschen teuer, aber anders geht es nicht“, betont Petra Schulz. Zudem will sie Kameras installieren. „Unsereins geht jeden Tag arbeiten. Und diese Banditen machen vor nichts halt“, sagt sie in Rage.

In Neukloster wurde in der Hopfenbachstraße beim Lila-Bäcker im Netto-Markt eingebrochen. Hier durchsuchten die Diebe das Geschäft nach Bargeld, fanden aber keines. Der Sachschaden wird mit 1000 Euro angegeben.

Die Polizei untersucht, so Wismars Sprecher André Falke auf SVZ-Nachfrage, „ob zwischen den Fällen in Neukloster, Warin und Sternberg ein Zusammenhang besteht“.

Hinweise zu den Taten an das Polizeirevier Sternberg (03847/4 32 70), die Polizeiinspektion Wismar (03841/ 20 33 73) oder jede andere Dienststelle. 

 

 

 

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