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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. August 2017 | 01:24 Uhr

Warin : Spannende Lernorte in der Natur

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Wariner Grundschule erhält ihre Anerkennung als Naturpark-Schule. Das Spektrum reicht von Exkursionen mit Rangern bis zu interessanten Stunden im Schulgarten.

Der Anlass hätte kaum besser sein können: Die Wariner Grundschule feierte ihr jährliches Abschlussfest, bei dem sich alles um Tiere und Natur drehte. So tummelten sich in der Sporthalle die Bremer Stadtmusikanten, Biene Maja, Käfer Karl oder Spiegeleule und Knallfrosch, die am Ende sogar heirateten, es gab den Wald, einen Bauernhof und die Froschschule. Doch vor dem bunten Treiben überreichte Jan Lippke, stellvertretender Leiter des Naturparks Sternberger Seenland, die Urkunde zur Anerkennung als Naturpark-Schule. Die Plakette dazu war bereits im Eingangsbereich angebracht worden und wurde nun enthüllt.


Einprägsamer als Büffeln im Klassenraum


Im Mai vorigen Jahres war ein entsprechender Kooperationsvertrag unterzeichnet worden. Es sei „viel schöner und einprägsamer“, wenn die Kinder im direkten Kontakt die Natur kennen lernen, sie selbst erleben, als nur im Sachkunde-Unterricht, der Vorstufe für die naturwissenschaftlichen Fächer ab fünfter Klasse, darüber sprechen“, hatte Schulleiterin Dagmar Arndt gesagt. Aktivitäten gab es schon eine ganze Reihe, von spannenden Exkursionen mit Rangern bis zur Wiederbelebung des Schulgartens. Diese sollten nun dokumentiert, fortgesetzt und erweitert werden. Der Anstoß, sich als Naturpark-Schule zu bewerben, sei von der Brüelerin Rita Klammer gekommen, die sich in der gesamten Region vor allem um Bienenprojekte verdient gemacht hat und in Warin Sachkunde-Unterricht gibt.

Die Grundidee, dass Naturparks und Schulen miteinander kooperieren, stammt aus Österreich und wird dort seit längerem verwirklicht. Der Verband Deutscher Naturparke hat daraus das Beispielprojekt „Naturpark-Schule“ entwickelt und dafür ein Dutzend Kriterien erarbeitet. Die beginnen damit, dass die Schule in einer Gemeinde des Naturparks liegen muss. Mindestens einmal im Schuljahr soll jede Klasse das Thema Naturpark im Unterricht und darüber hinaus etwa bei Projekttagen behandeln und jährlich auch eine entsprechende Lehrerfortbildung angeboten werden. Den Anfang in MV machte das Stettiner Haff.

Die Auszeichnung sei keineswegs selbstverständlich; es führe „ein doch etwas längerer Weg bis dahin“, sagte Jan Lippke. Ein Zitat Albert Einsteins bringe die Grundidee auf den Punkt: Durch Erleben der eigenen Umwelt prägen sich Lernerfahrungen wesentlich nachhaltiger bei Kindern ein als durch bloßes Büffeln im Klassenraum.

Mit weiteren Partnern wie Natur- und Landschaftsführern, Förstern, Landwirten oder Handwerkern sollen Umwelt-, aber auch kulturelle und geschichtliche Themen genauso wie Bräuche aufgegriffen werden, so Lippke.
Der Nutzen sei gegenseitig – Unterricht und außerschulische Tätigkeiten würden bereichert, der Naturpark stärker in Region und Bevölkerung verankert. Insofern handele es sich um eine gemeinsame Aufgabe zwischen den drei Säulen Naturpark, Schule und Kommune.

Eine wichtige Rolle spielt auch der Schulgarten, meint Sven Koch, Vorsitzender des Schulfördervereins. Dessen Mitglieder, weitere Eltern und Lehrer hätten bei ihren Einsätzen – meist sonnabends – neues Leben hinein gebracht. Streuobstwiese, Hochbeet, Kräuterspirale und Weidendom entwickelten sich. Die Sitzgruppe sei „zu 90 Prozent“ fertig. „Das Dach fehlt noch. Wenn wir uns an zwei, drei Abenden treffen, ist das auch drauf“, so Koch. Der Schulgarten soll für die Kinder nicht nur Ort zum Lernen sein, sondern ebenso für Veranstaltungen. Die dritte Klasse habe dort gerade gegrillt und in Zelten übernachtet.

Die Anerkennung als Naturpark-Schule gilt fünf Jahre und muss dann verteidigt werden. Für Dagmar Arndt steht dies außer Frage. Und genauso wolle die Regionale Schule in Brüel diesen Titel erwerben, erzählt Jan Lippke im SVZ-Gespräch. Zwei Schulen könne er sich durchaus vorstellen, für mehr fehle einfach das Personal im Naturpark. Denn es reiche nicht, nur eine Plakette anzubringen, „so ein Vorhaben muss auch ausgefüllt werden“.

Mehr über das Schulfest in der nächsten Woche.

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erstellt am 15.Jul.2016 | 21:00 Uhr

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