Brüel : Spannende Blicke in den Garten

Blaumeise im Garten in Thurow
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Blaumeise im Garten in Thurow

Hobbyfotografen aus Jülchendorf und Thurow zeigen im Brüeler Bürgerhaus gekonnte Nahaufnahmen von Vögeln, Insekten und Hölzern.

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26. November 2014, 17:03 Uhr

Wenn sie keine Fotokamera dabei haben, liegt eine griffbereit im Haus. Die passionierten Hobbyfotografen Renate Reinbothe aus Thurow und der Jülchendorfer Egon Stöbe finden zahlreiche Motive buchstäblich vor ihrer Haustür. Ihre gemeinsame Ausstellung im Bürgerhaus in Brüel heißt „Schmuckstücke aus dem Garten“. Sie haben sehenswerte Nahaufnahmen vor allem von Insekten und Vögeln ausgewählt, die im eigenen Garten anzutreffen sind. Ergänzt wird die Fotogalerie, die sich vom Eingangsflur über das Treppenhaus bis in den Sitzungssaal zieht, durch Motive aus der Natur ringsum.


Bilder ganz im Sinne des Naturschutzes


Da sind Baumstämme, die ein langes Leben hinter sich haben, oder deren Rinden. Eine trägt Spuren der Harzgewinnung in der DDR. Diese Aufnahme gehört zu den wenigen, die Stöbe aufwändig bearbeitet hat. „Ich habe sie mit dem Bildbearbeitungsprogramm auf Metallic-Fotopapier gezogen. Dadurch ist der silbrige Glanz entstanden“, erklärt der Jülchendorfer. Das Foto eines Robinienstamms mit besonders markanter Rindenstruktur habe er so gefiltert, dass die Ränder hervortreten.

Stöbe, Jahrgang 1947, war Berufsoffizier bei der Bundeswehr, hat Maschinenbau in der Fachrichtung Luft- und Raumfahrttechnik studiert. 2002 erfolgte aufgrund der Bundeswehrreform die Frühpensionierung, bevor er freiberuflich als Sachverständiger arbeitete.

Nach Jülchendorf kam Stöbe 2011 aus der Großstadt Düsseldorf. Mit Fotografie habe er sich seit dem zehnten Lebensjahr befasst, immer als Hobby. Ausgestellt hat Stöbe zuvor im Werkraum Jülchendorf zusammen mit Angela Preuß, im Naturparkzentrum Warin, Café Naschwerk Weberin und beim diesjährigen Waldfest des Forstamtes Gädebehn. Mit seinen Bildern wolle er anregen, „auch nach unten zu schauen und die kleinen Dinge in der Natur zu entdecken“. Es gäbe viel Schönes und Interessantes ganze 20 Zentimeter über dem Boden zu finden.

Reinbothe, gleicher Jahrgang wie Stöbe, geboren in Meyenburg in der Prignitz, erlebte Kindheit und Schulzeit in Schwerin, studierte in Greifswald Diplomlehrerin für Chemie und Biologie, war für einige Jahre Umweltpädagogin im Zukunftszentrum Mensch-Natur-Technik-Wissenschaft in Nieklitz und beschäftigt sich seit dieser Zeit mit Fotografie. Themen sind Natur, Landschaften, Pflanzen, Tiere, Architektur und Skurriles. 2012 wurde sie Mitglied bei MV-Foto e.V. in Schwerin. Reinbothe fand 1998 nach Thurow, und vor
drei Jahren hatte sie bereits eine Fotoausstellung im Brüeler Bürgerhaus.

Beide Autoren sind als Mitglieder der BUND-Gruppe in Brüel zusammengekommen. „Wir wollen zum Naturschutz beitragen, damit
die Artenvielfalt erhalten bleibt,“ so Stöbe. Die Ausstellung soll zeigen, was jeder entdecken kann, der mit offenen Augen durch die Landschaft geht. „Wenn mich meine Frau in den Garten schickt, um Petersilie zu
holen, dauert es manchmal eben länger“, sagt der Jülchendorfer schmunzelnd. Er verwende oft eine Nahlinse auf dem Objektiv, um reichlich Abstand zu den Motiven zu bekommen. Passende Technik sei wichtig, so Stöbe. „Und manchmal auch Geduld, um einen Falter in
der richtigen Position zu erwischen“, fügt Reinbothe an. Mitunter unternehme sie mehrere Versuche, ein anderes Mal gehe sie morgens zielgerichtet in den Garten und habe gleich Erfolg. Sie achte darauf, sagt die Thurowerin, dass bei ihr Pflanzen wachsen, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen und so Insekten anlocken. Und der Garten müsse gar nicht immer fein säuberlich aufgeräumt sein.

Juliane Mathes, seit genau einer Woche 1. Vorsitzende der BUND-Ortsgruppe, und Stadtvertreterin Nadine Borawski freuen sich über die Ausstellung, sei sie doch ganz im Sinne des Naturschutzes.

Zu sehen sind die gerahmten Fotos im Großformat montags von 9 bis 16 Uhr, dienstags 10 bis 12 und 13 bis 18 Uhr, mittwochs 14 bis
17 Uhr, donnerstags 13 bis 16 Uhr, freitags 10 bis 12 und 13 bis 16 Uhr.

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