Sommerfrische für Zirkustiere

Diese Zirkuselefanten kommen im Sommer nach Sternberger-Burg. Jens Kohlhaus nahm mit den mächtigen Tieren schon einmal in Südfrankreich Kontakt auf.
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Diese Zirkuselefanten kommen im Sommer nach Sternberger-Burg. Jens Kohlhaus nahm mit den mächtigen Tieren schon einmal in Südfrankreich Kontakt auf.

Von der Manege in den Wildpark: Elefanten und Esel verbringen die warme Zeit auf dem Kamelhof in Sternberger Burg

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16. April 2019, 16:00 Uhr

Sternberger Burg | Jens Kohlhaus  freut sich in diesem Sommer auf besondere Gäste: auf zwei Indische Elefanten. Kohlhaus ist Inhaber des  Kamelhofs Sternberger Burg. Am Karfreitag eröffnete die Anlage nach langer Winterpause wieder für Besucher. Hier sind zahlreiche Tiere aus aller Welt zu Hause sind.  Die Elefanten sollen zwischen Juni und August auf dem Hof sein.


Wie verbringt ein Elefant seine Altersruhe?

Jens Kohlhaus hat die grauen Riesen in Südfrankreich besucht. Die Tiere sind  beim französischen Zirkus Medrano zuhause. Im heißen Sommer sollen die Dickhäuter  aber nicht auf Tournee gehen. Sie kommen  nach Mecklenburg. Hier ist eine Art von Aktivurlaub für die Zirkustiere angesagt.

Es handelt sich um ein Pilotprojekt, das von einer italienischen Universität begleitet wird, erklärt Jens Kohlhaus. Es geht beispielsweise um die Frage: Wie  verbringt ein Zirkuselefant seine Altersruhe?
Ein Modell wird auf dem Elefantendorf Platschow südlich von Parchim verwirklicht. Dort lebt die Familie Frankello auf einem ehemaligen Bauernhof mit  afrikanischen und asiatischen Elefanten. Besucher können die Tiere  hautnah erleben, anfassen, füttern oder auch auf ihnen reiten.


Tauziehen: Elefant gegen Schulklasse

In Sternberger Burg soll ein amerikanisches Haltungsmodell für alternde Elefanten getestet werden. Täglich werden die Rüsseltiere auf eine zweistündige begleitete Wanderung gehen. Sie sollen ein Fitnessprogramm absolvieren und dabei beispielsweise demonstrieren, wie man Baumstämme trägt und zieht. Es gibt  zum Spaß auch ein Tauziehen zwischen Schulklassen und Elefanten, Showfütterungen und mehr.

Das alles ist nicht umsonst für Besucher. Die Haltung von Elefanten sei sehr kostenintensiv, weiß Jens Kohlhaus. Ein solches Tier verspeise pro Tag 150 Kilogramm hochwertiges Futter. Bei dem Projekt geht es  auch darum, ob  sich der Unterhalt der grauen Riesen finanzieren lässt, wenn sie im Tourismus eingesetzt werden. Es geht um die Frage: Funktioniert das amerikanische Modell für alternde Zirkuselefanten  in Europa? Die Idee für das Projekt stammt vom europäischen Koordinator für Zirkuselefanten, erklärt Jens Kohlhaus.

Die Elefanten sind nicht die ersten Zirkustiere in  Sternberger Burg. Hier gibt es beispielsweise schon seit mehreren Jahren Esel,  die richtige Stars der Manege sind. Die Esel gehörten dem Tierlehrer Marcel Krämer. Der Kamelhof hat sie übernommen, aber das bedeutete für die Langohren nicht den endgültigen Abschied aus der Zirkuswelt.


Esel vom Hof sind Stars der Manege

Marcel Krämer feierte in diesem Jahr seinen größten Erfolg in der Manege: Mit den Eseln aus Sternberger Burg sowie mit seinen Bisons war er  beim Zirkusfestival in Monte-Carlo. Hier wird alljährlich der Grand Prix der Zirkuswelt vergeben. Erstmals wurde überhaupt eine Eseldressur für die höchste Auszeichnung der Zirkuswelt, den Goldenen Clown, nominiert, erzählt Jan Kohlhaus.

Und erstmals hat es für eine solche Vorführung einen Sonderpreis gegeben. Zur Eröffnung der Besuchersaison auf dem Kamelhof waren die mit einem Preis dekorierten Zirkusesel wieder in Sternberger Burg. Im Sommer finden vom Kamelhof aus  Wanderungen mit den Eseln statt, berichtet Jens Kohlhaus. Die Tiere werden sehr viel bewegt. Sie sind in der Saison von vielen Kindern umgeben, denn auf dem Areal übernachten Schulklassen und Feriengruppen.

Im Winter aber, wenn der Hof für die Öffentlichkeit geschlossen ist, würden die Esel nur auf der Weide stehen und sich langweilen. In dieser Zeit reisen sie  mit ihrem früheren Besitzer, mit Marcel Krämer, und sind beispielsweise beim Zirkus um die Weihnachtszeit zu erleben. Übrigens: Ihr Tierlehrer beschäftigt sich über den Sommer allein mit seinen anderen Stars, den Bisons. In den beiden vergangenen Jahren hatte er in der warmen Jahreszeit einen Job in einer Westernstadt. Diese Saison ist er in einem Safaripark.

Auch die Tiere, nach denen der Kamelhof seinen Namen erhielt, haben zum Teil ihren Ursprung im Zirkus. Die Kamele  standen über dem Winter viel im Stall. Unter den Trampeltieren, das sind die zweihöckrigen Kamele, sind ebenfalls  frühere Zirkustiere, sagt Jens Kohlhaus. Aber viele seiner  Kamele sind in Mecklenburg geboren. Bereits seit 16 Jahren hält Familie Kohlhaus  Trampeltiere. Kohlhaus ist der Auffassung, dass  Kamele durchaus im Zirkus gut aufgehoben sind. Aber ab einem bestimmten Alter von etwa neun Jahren brauchen sie es ruhiger und sind nicht mehr so für die Manege geeignet.

Zu den jüngsten Bewohnern des Kamelhofes gehören die Elen-Antilopen. Auch diese Antilopen stammen ursprünglich aus dem Zirkus, erzählt Jens Kohlhaus. Er hat die Tiere aus dem Privatbesitz einer befreundeten Familie. Der Inhaber vom Kamelhof kann sich vorstellen, dass diese   Antilopen, die bis zu einer Tonne schwer werden können,  zu einem Nutztier der Zukunft werden könnten.  Sie fressen sehr wenig, benötigen wenig Wasser, sind immun gegen Parasiten und eignen sich gut für die Fleisch- und Milchproduktion, sagt Kohlhaus.

Ganz viel über diese  und viele andere Tiere erzählt Jens Kohlhaus auf Safaris durch seinen Kamelhof. Die stehen in diesem Jahr unter dem Motto: Afrika erleben. Da geht es   zu vielen Tieren - unter anderem zu Antilopen, Dromedaren, Straußen und im Hochsommer dann auch zu den Elefanten.

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