Umfrage : So viel kosten Fundtiere

Liebt große und kleinen Hunde: Kerstin Westhoff (r.) von der Fundhundestelle aus Keez freut sich hier, dass auch Zwergpinscher „Roxy“ und ihre Besitzerin an der Wanderung für ehemalige Fundhunde teilnehmen.
Liebt große und kleinen Hunde: Kerstin Westhoff (r.) von der Fundhundestelle aus Keez freut sich hier, dass auch Zwergpinscher „Roxy“ und ihre Besitzerin an der Wanderung für ehemalige Fundhunde teilnehmen.

Gravierende Unterschiede bei den Ausgaben für Hund und Katz’ in den drei Ämtern.

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27. Februar 2018, 11:45 Uhr

Fundhund ist nicht gleich Fundhund! Nicht nur ob groß oder klein beziehungsweise der Rasse wegen. Das gilt auch und gerade, was die Kosten betrifft, wie eine SVZ-Umfrage in den drei regionalen Ämtern Sternberger Seenlandschaft, Neukloster-Warin sowie Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen ergab.

Im Sternberger Bereich gab man laut Eric Frank vom Ordnungsamt im vergangenen Jahr „für 13 Hunde insgesamt 409,37 Euro aus. Knapp 225 Euro haben wir uns davon wiedergeholt.“ Das bedeutet, dem Besitzer, wenn ausfindig gemacht, wird sein entlaufener Hund in Rechnung gestellt. So war es etwa im Monat Januar, als vor den Schulen auf dem Brüeler Mühlenberg ein Hund herumlief. Nach Anruf beim Sternberger Amt schickte Eric Frank dann Kerstin Westphal von der Fundhundestelle in Keez los, die in solchen Fällen kontaktiert wird. Zwischendurch hatte Herrchen im genannten Fall seinen Liebling zwar bereits wieder abgeholt. Doch für Westphals Anfahrtskosten musste er aufkommen. Um Fundkatzen kümmere sich laut Frank „der Tierschutzverein Mecklenburger Seenland“.

Auf ganz andere Kosten kommt man indes in den Nachbarämtern. So zahlte das Amt Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen im Jahr 2017 laut dem Leitenden Verwaltungsbeamten Eckardt Rohde „für vier Fundhunde und zwölf Fundkatzen einen Betrag von 5040 Euro.“ Das sei „deutlich geringer als die veranschlagten 18 000 Euro plus 900 Euro für Kastration von Katzen ans Tierheim Dorf Mecklenburg“. 2016 hatte man ans Tierheim für je 16 aufgefundene Hunde und Katzen plus Kastration noch 16 900 Euro bezahlt. Hintergrund war der neue Pauschal-Vertrag mit dem Tierheim. Anstelle der tag- und fallgenauen Abrechnung, was aus Tierheim sicht ein sehr verwaltungsaufwendiges Prozedere sei, trat 2016 ein Vertrag in Kraft, der eine Pauschalsumme von 15 000 Euro für 2016 beinhaltete, die 2017 und 2018 um jeweils 2500 Euro angehoben werden sollte. Auch diese Zahlen stellten keine Kostendeckung dar, sondern lediglich eine Annäherung an die Realität, so die Aussage vom Dorf Mecklenburger Tierheim. Als Rechnungsgrundlage der Pauschale dienen laut SVZ-Info „ein Euro im Jahr pro Einwohner“.

Im Amt Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen sah man die Sache finanztechnisch ganz anders. Und so lässt man seine Fundtiere seit 1. Januar 2017 eben ins Tierheim nach Schwerin bringen. Zugleich wurde ein Transporteranhänger mit eingebautem Zwinger für 3700 Euro angeschafft. „Über 10 Jahre gesehen rechnet sich das“, so Rohde.

Die Thematik löste in Dorf Mecklenburg freilich heiße Diskussionen aus. Nicht nur beim Tierheim, wo über Jahre die aufgefundenen Tiere hinkamen, sondern auch bei Tierfreunden. Doch bei der Verwaltung entschied der finanzielle Aspekt. Jetzt bezahlt man nur noch etwa ein Drittel. Was im Vergleich zur Sternberger Region freilich immer noch das zehnfache ist!

Zwischen beiden Extremen bewegt sich das Amt Neukloster-Warin. Hier schlugen 2017 für Hund und Katz’ laut Beate Bork vom Ordnungsamt in der Klosterstadt „1837,27 Euro zu buche. Damit sind wir noch gut weggekommen“. Enthalten seien darin die 340 Euro für einen Tierheim-Fundhund. Rekordausgabe waren 3723,92 Euro für acht Hunde und 23 Katzen im Jahr 2014. „Drei Tiere kamen damals ins Tierheim Dorf Mecklenburg, da ist man schnell mit 520 oder 600 Euro dabei“, erläutert Beate Bork. Und so versucht man in Neukloster, wo man auch für die Fundtiere in der Wariner Region zuständig ist, so viele aufgefundene Vierbeiner wie möglich selbst unterzubringen. Auf dem Bauhof-Schredderplatz in Richtung Nevern gibt es Zwinger für drei Hunde. Die Katzen wiederum sind bei der Bauhof-Zentrale in der Straße des Friedens untergebracht. Der Bauhofvorarbeiter sei ständig in Bereitschaft, um Fundtiere abzuholen. Über kostenlose Kleinanzeigen in einem Anzeigenblatt bringt Bork die Vierbeiner dann an neue Besitzer. „2016 habe ich alle so vermittelt.“

Fazit: Wo ein Tierheim ist, wird es bedeutend teurer für die Ämter.

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