Witzin : „So haust nicht mal ein Schwein“

Ein einziger Schrott- und Gefahrenplatz ist das Witziner Grundstück direkt an der Bundesstraße 104. Fotos:  Roland Güttler
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Ein einziger Schrott- und Gefahrenplatz ist das Witziner Grundstück direkt an der Bundesstraße 104. Fotos: Roland Güttler

Chaotische Zustände auf dem Grundstück Güstrower Chaussee 2 in Witzin – Bürgermeister schlägt Alarm, Anzeige von Amts wegen.

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05. März 2014, 17:06 Uhr

Dieser Schandfleck ist wahrlich keine Werbung für Witzin. Das Grundstück Güstrower Straße 2 direkt an der B 104 sorgt bereits seit gut einem Jahrzehnt für Ärger. Und bisher führte kein Weg dahin, dem  ein Ende zu bereiten.

Kürzlich ist auch noch der Zaun verschwunden, die erst vor wenigen Tagen zugenagelte Tür wurde sofort wieder aufgebrochen. Zudem soll  sich hier die Schrauberszene nachts fleißig „bedienen“. „Die fahren rückwärts auf mein Gelände, um so das Gebiet gut ausleuchten zu können“, berichtet Wolfgang Bab, der als Nachbar diese Altauto- und Gerümpelstätte täglich vor Augen hat. Ein  begehrtes Kultauto wie der VW Bulli  ist denn auch ebenso längst ausgeschlachtet wie manch anderes Gefährt. Hier findet man einen Pick-up genauso wie Transporter. In der Scheune soll sich ein Motorrad samt Beiwagen befunden haben, das inzwischen verschwunden sei.

„Ich habe einen an der Angel, der würde das Gelände für einen Euro beräumen“, so Urbschat. Doch das ist leichter gesagt als getan. Dem steht der grundgesetzlich garantierte Schutz des Eigentums gegenüber. Egal wie es im konkreten Fall auf dem Areal aussieht.

Besitzer des Anwesens ist Bernd Tu.*, der das Grundstück vor 2000 von der Gemeinde erwarb.  Bis Ende Mai vergangenen Jahres war Tu. hier sogar offiziell gemeldet, obwohl er schon längst nicht mehr wirklich wohnen konnte.  Da längere Zeit nicht auffindbar, wurde Tu.  dann von Amts wegen abgemeldet. Erzählt wird im Ort, er sei Seemann, für andere arbeite er als Lkw-Fahrer im Bundesgebiet. Laut Polizeihauptmeister Lothar Krause, der als Kontaktbeamter im Sternberger Bereich arbeitet und der in der Vergangenheit „mehrfach  mit ihm gesprochen hat“ soll Bernd Tu. zuletzt mit einem Plöner Kennzeichen unterwegs gewesen sein. Derzeit hat aber auch Krause keinerlei Kontakt…

So vergingen Jahre ins Land, ohne das wirklich was geschah. Doch als Witzins Bürgermeister jetzt erfuhr, dass sich auf dem ungesicherten Gelände nachts auch noch Kinder herumtreiben, schlug Urbschat Alarm. Er informierte erneut das Amt sowie den Landkreis – und die Polizei. Kontaktbeamter Lothar Krause erklärte beim Vororttermin: „Hier ist Gefahr in Verzug! Die herumliegenden scharfen Metallteile und  Glassplitter  sind  geradezu lebensgefährlich“, und ergänzt: „So haust nicht mal ein Schwein.“

 Zudem soll jetzt die Tür zugemauert werden, damit nicht noch Teile  auf die 2,5 Meter entfernte Bundesstraße geworfen werden können. Zudem hat Sternbergs  Polizeichef Wolfgang Klein nach Rücksprache mit Krause angeordnet, dass beim Objekt ab sofort mehrfach Kontrollen in der Nacht stattfinden.

Wie man bei der zuständigen Behörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim auf die neue Sachlage reagiert, ist noch offen. Andreas Wißuwa, Fachdienstleiter Bauordnung, erklärte auf Nachfrage, dass „die letzten 14 Tage eine Mitarbeiterin vor Ort war und vom Gebäude keine Gefährdung ausgeht.“ Allerdings habe man die Umwelt- und Abfallbehörde in Kenntnis gesetzt. Bruno Urbschat ist des Themas leid und hofft – da man langsam keinen anderen Rat mehr weiß – dass hier Ratten gesichtet werden. „Das wäre ein Grund zum sofortigen Handeln.“

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