zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

22. Oktober 2017 | 10:27 Uhr

Slawische Architektur hautnah

vom

svz.de von
erstellt am 06.Aug.2010 | 04:48 Uhr

Groß Raden | Weben, Filzen, Spinnen, Fladenbrot backen, Körbe flechten, Lederverarbeitung oder Einbaum fahren - breit und abwechslungsreich ist das Mitmachprogramm im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden, das noch bis Ende August an jedem Tag den Besuchern von den Museumspädagogen offeriert wird. In die jeweiligen Beschäftigungen seien die Besucher jeden Alters dann oftmals so vertieft, dass sie am Abend gar nicht aufhören möchten, berichtet Museumsleiterin Heike Pilz. 300 bis 500 Besucher zählt das Museum derzeit jeden Tag.

Auf dem Freigelände bieten sich den Besuchern nicht nur Beschäftigungen an, sondern auch eine Menge Wissenswertes und optische Highlights. So ist nunmehr der Wehrgang auf dem Wall wieder rundherum begehbar, allerdings nunmehr ohne Dach, nur mit einer brusthohen Wehr. "Eine Überdachung war und ist archäologisch nicht belegbar und wir wollen ja so authentisch wie möglich bleiben", meinte die Museumsleiterin. Oberhalb des Bereiches, wo das Tunneltor in das Innere des Walles führt, kann der Betrachter auch sehr schön die ursprüngliche Konstruktion des Walles im wortwörtlichen Sinne begreifen. Und erkennen, dass die Slawen keineswegs nur Erde übereinander geschaufelt hatten, um so ein wehrhaftes Bauwerk zu errichten.

Geheimnisvolle Rosenmalve

Und wer den Wall von außen und innen aufmerksam betrachtet, dem werden hier die jetzt in voller Blüte stehenden Rosenmalven auffallen, eine Blume, die erst durch die archäologischen Ausgrabungen an dieser Stelle wieder blühte - der Samen hatte im Erdreich Jahrhunderte überdauert. Die Rosenmalve wurde von den Slawen nicht nur zum Grünfärben von Tuch benutzt oder als Tee getrunken, sondern galt auch als Zauberkraut und als unfehlbarer, pflanzlicher Schwangerschaftstest.

Wer nicht genug erfahren kann über spannende archäologische Themen, dem bietet sich im kommenden Winterhalbjahr wieder die Gelegenheit diverse Vorträge im Hauptgebäude zu besuchen. Und diesmal können sogar nicht nur maximal 40 sondern die doppelte Anzahl an Gästen Platz finden. Grund: Derzeit entsteht ein Anbau am Hauptgebäude.

Und dieser dient vor allem einem zweiten Zweck: der Fortführung des museumspädagogischen Programms in den Wintermonaten. "Zwei Schulklassen können dann hier von uns parallel betreut werden. Die Schüler können filzen, Speckstein bearbeiten, weben und töpfern und viele andere Dinge tun. Natürlich keine Sachen, die mit offenem Feuer zu tun haben", zählt Heike Pilz einiges auf.

Im Herbst soll der neue Anbau eröffnet werden. Und in diesem Winter wird es dann auch erstmalig seit Bestehen des Freilichtmuseums ein Mitmachprogramm für die Wintermonate geben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen