Sternberg : Silberhochzeit auf Faschingsbühne

Glückselig geht es  Herta Melkmann  in die Silberhochzeitsfeier. Ihr Mann Otto sieht das ein wenig anders. Er hat eher seinen Freund Heiner vermisst, den er den ganzen Morgen nicht zu Gesicht bekam.
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Glückselig geht es Herta Melkmann in die Silberhochzeitsfeier. Ihr Mann Otto sieht das ein wenig anders. Er hat eher seinen Freund Heiner vermisst, den er den ganzen Morgen nicht zu Gesicht bekam.

Der Sternberger Carneval Club zeigt ein originelles, unterhaltsames Programm im Seehotel. Vom neuen Hoteldirektor gab es zum Einstand eine Saalrunde aufs Haus.

svz.de von
02. März 2014, 18:53 Uhr

Volles Haus: Bei der Abendgala des Sternberger Carneval Club (SCC) am Samstag im Seehotel blieben ganze fünf Eintrittskarten
übrig, verkündet Vize-Präsident Eckardt Meyer sichtlich stolz und erfreut. Und auch, dass die Saalrunde zu Beginn mit Bier oder Sekt aufs Haus geht. Als Einstand gewissermaßen vom neuen Direktor des Seehotels. Dennis Homrighausen, ein paar Wochen vor Ort, um sich mit den Gegebenheiten vertraut zu machen, leitet das Haus offiziell seit dem 1. März, eingesetzt von Insolvenzverwalter Andreas Franz aus Schwerin.


Früher Schluss schmeckt nicht allen


Homrighausen stammt aus der Nähe der Karnevalshochburg Köln, gehört in seinem Heimatort dem Karnevalsverein an und hat Gastronomie wie Hotellerie „von der Pike auf gelernt“. Seit zweieinhalb Jahren lebt und arbeitet er in MV, leitete zuletzt zwei Hotels in Westmecklenburg. An den Abmachungen, die vor seiner Zeit zwischen Seehotel und SCC getroffen wurden, wolle er nicht rütteln, so Homrighausen. Er habe die Übernachtungsgäste mit einem persönlichen Brief auf den Zimmern über die Faschingsveranstaltung informiert und sie dazu eingeladen. Das Haus setze keineswegs nur auf Besuche von außerhalb, sondern beabsichtige, künftig auch „die Sternberger mehr als bisher mitzunehmen“. Noch in diesem Monat solle es dazu konkrete Informationen geben, kündigt der 34-Jährige an.

Dass die Abendveranstaltung eine Stunde vorgerückt ist und das karnevalistische Treiben um Mitternacht endet, schmeckt nicht allen Gästen. „Wenn es am schönsten wird, ist Schluss“, bedauern Stammkarnevalistin Christine Grüning und Tochter Lea, die sich witzig kostümiert haben. „Dass es schon 19 Uhr los geht, ist nicht das Problem, aber das frühe Ende“, meint Matthias Krech. Zu dieser Runde gehört auch Heino, Pardon, Manfred Keitz. „Es ist eben ein Kompromiss. Besser, als wenn der Karneval draußen stattfinden oder ganz ausfallen würde.“

Und los geht’s mit dem Programm. Eckhard Meyer ist in die Kluft von Landwirt Otto Melkmann geschlüpft, der mit seiner Herta Silberhochzeit hat. Seine vor 25 Jahren Angetraute ist glückselig, schwelgt in schönsten Erinnerungen: Weißt du noch, damals in der Scheune? Otto, dem das alles nicht so recht passt, zeigt sich unwirsch: Ja, ihr Vater habe sie erwischt und ihn vor die Wahl gestellt, entweder Herta gleich zu heiraten oder wegen Verführung einer Minderjährigen angezeigt zu werden und dann 25 Jahre in den Bau gehen. Doch Herta lässt nicht locker und will wissen, woran er gerade denkt. Otto darauf: Heute wäre ich entlassen worden.

Dann nervt auf einmal Hertas Schwester, eine aufgedonnerte Tussi aus der Stadt. Bei Herta im Haus könne man vom Fußboden essen – man
finde immer was und werde sogar satt davon.

Doch die Bauersfrau ficht das nicht an. Sie war lange wie noch nie beim Friseur und hat sich schick gemacht. Inzwischen sind alle Gäste da, Otto ergibt sich in sein Schicksal, und dann wird ganz groß Silberhochzeit gefeiert. Schnell füllt sich die Tanzfläche im Seehotel.

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