Sternberg : Siebanlage spuckt Mutterboden aus

Mit schwerem Gerät wird der kostbare Mutterboden von Unrat getrennt.  Fotos: Viviane Offenwanger
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Mit schwerem Gerät wird der kostbare Mutterboden von Unrat getrennt. Fotos: Viviane Offenwanger

In der Sternberger Kompostieranlage wird abgelagerter Grünschnitt verarbeitet. Der Hof findet guten Anklang.

svz.de von
14. November 2014, 19:40 Uhr

„Heute ist richtig was los auf dem Kompostierplatz“, kündigte Dietmar Merseburger, der Leiter des Bauhofes, am Mittwoch an. Und tatsächlich, auf dem kleinen Hof steht eine mächtige Trommelsiebanlage, die die knapp 1000 Kubikmeter abgelagerten Grünschnitt von groben Resten und Unrat trennt. Am Ende spruckt die Maschine dann feinen Mutterboden aus, der auch zum Verkauf angeboten wird. Ein Kubikmeter kostet etwa sechs Euro.

In Sternberg gibt es keine Grünschnitt-Container mehr. Seit März und noch bis zum 30. November ist die Kompostieranlage bei der Motocrossbahn geöffnet. 2015 geht es dann wieder von März bis November.

Der Platz findet sehr guten Anklang, wie Volker Bodo, der Kompostieranlagen-Wärter weiß. Dazu befragt, äußerten sich Anwesende auf dem Platz ähnlich. „Mich stört es nicht, dass die Container weg sind. Im Gegenteil, hier ist es sogar besser. Da kann ich meinen Kram einfach vom Hänger schieben, statt alles einzeln in den Container zu hieven. Ich hab’s leichter dadurch“, erklärt Franz Fiedler aus Witzin. Der Rentner hat ein großes Grundstück und entsprechend viele Grünabfälle. Auch Werner Thomas, der bei ecoMotion als Tankwagenfahrer tätig ist, freut sich, dass er seine zahlreichen Gartenabfälle so schnell los werden kann. „Ich habe gerade Urlaub und bin nun schon das fünfte Mal hier. Zwar habe ich zu Hause auch einen Komposthaufen, aber dafür ist es einfach zu viel Material.“

Nebenher befüllt Olaf Pott aus Güstrow mit seinem Bagger alleine die große Maschine. Der 49-Jährige arbeitet für die Firma FRG Hansa und wurde extra für den Einsatz „eingekauft“. Bis Ende der Woche wollte er die kompletten 1000 Kubikmeter abgelagerten Grünschnitt durchgesiebt haben.

Unter den „Abfällen“ finden sich manchmal sogar verloren geglaubte Schätze, wie ein Spielzeug-Cowboy. Wer den jetzt wohl vermisst? Oft kämen solche Funde aber nicht vor, sagt Volker Bodo. „Meist ist es tatsächlich nur Müll.“

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