Sternberger Naturpark : Sie suchen nach Relikten der Eiszeit

Gabriele Gottwald (Mitte) schaut sich mit ihrem Mann Wilfried und Teilnehmerin Annette Vofrei (r.) den Sternberger Kuchen an – ein Gestein, das 25 Millionen Jahre alt ist. Fotos: Sophie Stange
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Gabriele Gottwald (Mitte) schaut sich mit ihrem Mann Wilfried und Teilnehmerin Annette Vofrei (r.) den Sternberger Kuchen an – ein Gestein, das 25 Millionen Jahre alt ist. Fotos: Sophie Stange

Die letzte Wanderung für Geologe Hans-Werner Lübcke in dieser Saison / Mit zehn Teilnehmern erkundete er die Sternberger Seenlandschaft

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15. September 2015, 20:00 Uhr

Gespannt stehen zehn Menschen am Campingplatz in Sternberg. Sie wollen zusammen mit dem Geologen Hans-Werner Lübcke die Sternberger Seenlandschaft erkunden und mit ihm zurück in eine längst vergangene Zeit gehen – die Eiszeit. Dann ist es soweit: Die acht Kilometer lange Tour beginnt. Der Weg führt über die stillgelegten Bahngleise hinter dem Campingplatz entlang, über die Bundesstraße, bis zu den Oberen Seen und darüber hinaus zu einer Aussichtsplattform.

„Wir brauchen etwa drei Stunden“, kündigt Lübcke schon bei den ersten Schritten an. Es werde zwischendurch ein paar kleine Stopps geben, um Wissenswertes zur Umgebung und Geschichte zu erzählen. Doch erstmal wird gewandert: Über Stock und Stein und den Pfützen der letzten Regentage geht es entlang des matschigen Waldbodens durch den Sternberger Naturpark.

Unter den Teilnehmern sind Jens und Kerstin Georgi aus Döbeln in Sachsen. „Ich kann nicht nur den ganzen Tag auf den See schauen“, sagt Kerstin Georgi und so entschied sich das Ehepaar, bei der Wanderung teilzunehmen. Beide sind das erste Mal in Sternberg. Genauso wie Gabriele und Wilfried Gottwald aus Hessen. „Uns gefällt es hier sehr gut“, sagt sie. Wann würde man sonst so viele Informationen bekommen, wenn nicht bei einer geführten Wanderung und dazu noch von einem Geologen, stimmt ihr Mann ein.

Denn Wissenswertes hat Hans-Werner Lübcke viel zu bieten gehabt: So auch über den Sternberger Kuchen, ein 25 Millionen Jahre altes Gestein, das über 330 Fossilienarten enthält. „Vor 17  500 Jahren ist dieses Gestein freigelegt worden“, erzählt der Geologe und präsentiert der Menge mehrere der rötlichbraunen Steine. Doch auch die Entstehung der Landschaftsform hat er bei seiner Wanderung „Auf den Spuren der Eiszeit“ thematisiert: „Die Seen sind Toteisblöcke gewesen.“ Und durch das Wegtauen des Eises sei diese Rundform erst entstanden. Auf Karten demonstriert der Geologe zudem den Verlauf der Gletscher durch den Sternberger Naturpark.

Und dann geht es vorbei an den Oberen Seen; Wustrow-See und Bürgermeister-See zu einer Aussichtsplattform, bei der man bei guter Sicht Teile des 54  000 Hektar großen Naturparks überblicken kann. Doch die ersten Regenwolken ziehen schon auf und so heißt es für die Wanderer, den Heimweg antreten. „Das war die letzte Führung für diese Saison“, erzählt der Dipl.-Geologe (FH) Hans-Werner Lübcke. 25 Touren liegen in diesem Jahr bereits hinter ihm.

„Ab Ostern werde ich wieder drei verschiedene Wanderungen anbieten“, versichert der Geologe. Und so können Einheimische wie auch Touristen sich dann wieder auf die Suche nach Relikten längst vergangener Zeiten machen.

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