Weberin : Sie schiebt und kratzt die Farben

Petra Sticklorat stellt bis zum Ende Mai im Weberiner „Naschwerk“ aus.  Fotos: Roswitha Spöhr
Petra Sticklorat stellt bis zum Ende Mai im Weberiner „Naschwerk“ aus. Fotos: Roswitha Spöhr

Petra Sticklorat zeigt zum zweiten Mal abstrakte Kunst im Weberiner „Naschwerk“

von
01. April 2017, 05:00 Uhr

Weberin „Weil ich ihre Bilder so schön fand, habe ich sie nochmal gefragt“, sagt   Ed Schütze vom Weberiner Café „Naschwerk“. Und so stellt  Petra Sticklorat aus Warin nach 2015 nun zum zweiten Mal  hier ihre Lieblingsbilder  aus.

„Sie sind abstrakt, wild-farbenfroh“, zeigt sich Schütze begeistert und weiß das auch von vielen Gästen.    „Die haben mich darauf angesprochen.“ Ein Gast habe die Warinerin dann sogar in ihrem Atelier  besucht.

Petra Sticklorat Bilder leuchten, immer noch  sind  Rot und Gelb ihre Lieblingsfarben, aber inzwischen ist auch ein bisschen Blau-Weiß dazugekommen. Sie sei ein wenig mutiger, provozierender  geworden, sagt sie

Die 61-Jährige hat erst 2006 die abstrakte Malerei entdeckt, von Null angefangen und ihre Fähigkeiten als Autodidaktin  durch Weiterbildungen bei renommierten Künstlern auf eine professionelle Basis gestellt.  Ihr Vorbild ist Gerhard Richter.  „Wie er die Farben schiebt“, sagt Petra Sticklorat.  Schieben und Kratzen sind auch die von ihr favorisierten Techniken.  Doch während  sie vormals ausschließlich mit Acrylfarbe gemalt hat,  lässt sie jetzt auch  Mischtechnik zu. Dann  beginnt sie mit Acrylfarbe und Sand, lässt alles ein, zwei Tage trocknen, um  mit Glasfarbe darauf zu schieben, zu kratzen oder sie fließen zu lassen.   Wie im Bild Nr. 34 im „Naschwerk“ –  Titel werden nicht vergeben.   Da habe  sie  die Glasfarbe darauf tropfen lassen und  das Bild solange bewegt, bis ihr das Ergebnis gefallen habe. Was immer auch davon abhänge, wie sie sich fühle, verrät sie. „Teilweise sind die Bilder schon ein bisschen unruhiger, wilder.  Und neben  Gelb und Rot gibt es auch ein wenig Schwarz.“

Dass sie plötzlich auch mit Glasfarbe male, sei eher ein Zufall. „Ich habe einfach welche bestellt, weil ich einmal  Glasbilder machen wollte. Und dann bin ich mit der Glasfarbe fremd gegangen. Es ist ja heute in der Kunst alles erlaubt“, erklärt sie.

Auch dem Betrachter, der darin sehen kann, was er sehen möchte.  Deshalb gibt sie keinem ihrer Bilder einen Namen.  Und wer eins kauft, kann es  drehen und aufhängen, wie er es möchte, „wenn er Spaß daran hat, alle zwei Monate anders“, und so auch Tiefe und Ausdruck verändern.

Für Weberin hat Petra Sticklorat neben großformatigen auch viele kleinere Werke ausgewählt. Sie male gern auf großer Fläche, sagt sie, leider setze dafür die Größe ihres Ateliers im eigenen Haus Grenzen. Aber  vielleicht „mache ich das im Sommer mal draußen unter der Markise“. Die 61-Jährige malt nicht jeden Tag, aber wenn sie beginne,  wolle sie auch weitermachen.  „Wenn ich merke, dass ich in einer Sackgasse bin, höre ich auf und fange ein neues Bild an. Dann kommt eine Idee für das erste und plötzlich funktionieren beide Bilder oder auch schon mal drei nebeneinander.“

Die Ausstellung  von Petra Sticklorat ist bis Ende Mai in Weberin zu besichtigen. Das „Naschwerk“ ist seit gestern wieder geöffnet, immer freitags von 14 bis 18 Uhr, sonnabends und sonntags von 10 bis 18 Uhr und auch am

Ostermontag.

Roswitha Spöhr

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen