Klein Labenz : Seepromenade voller Bauleute

Die Pflasterarbeiten folgen auf dem Fuße.  Fotos: Rüdiger Rump
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Die Pflasterarbeiten folgen auf dem Fuße. Fotos: Rüdiger Rump

Die Sanierung der Straße in Klein Labenz liegt im Zeitplan und soll wie vorgesehen Ende September abgeschlossen sein.

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13. August 2015, 20:59 Uhr

Seit gestern wieder bestes Strandwetter, doch auf der Seepromenade in Klein Labenz flanieren keine Spaziergänger oder Badelustigen – Bauleute haben sie in Beschlag. Mitte Juli begann die von Einheimischen und Gästen lange ersehnte Sanierung. Das erste Stück Gehweg zwischen Hauptstraße und Parkplatz ist fertig, die Bordsteine rechts in Richtung Badestrand sind bis an die Einfahrt zur
Ferienanlage gesetzt. Zügig geht es auf der linken Seite weiter. Pro Tag seien etwa 80 Meter zu schaffen, sagen die Männer, die die Borde einbauen.
Ihnen auf den Fersen arbeitet sich das Zweiergespann voran, das die Regeneinläufe montiert; das Oberflächenwasser wird zum See abfließen. Und gleichzeitig verlegen zwei Bauleute nur kurz dahinter rotes Rechteckpflaster. Die Arbeiten führt der Garten- und Landschaftsbau Crivitz aus.

Fußgänger nutzen den schon etwas fest getretenen Kiesstreifen entlang dem rechten Bordstein, motorisierte Badegäste und Urlauber gelangen nur von hinten über Weiße Krug zu ihrem Ziel. Ist der begonnene Abschnitt fertig, geht es entgegengesetzt, dann kommt das kurze, brüchige Betonstück bis zur Brücke an die Reihe.

Ihm wäre lieber gewesen, wenn die Bauarbeiten im Herbst gelegen hätten, räumt Hans-Jürgen Zutz ein. Er betreibt den Kiosk am Badestrand. Viele Besucher aus Richtung Bützow, die wegen des schönen Sees gern kommen, seien erstmal nach Groß Labenz ausgewichen. „Da muss ich eben durch“, bleibt Zutz gelassen. Stammgäste, die wüssten, wie sie zu ihm finden, seien indes treu geblieben. „Und meine Rettung sind die Urlauber. Das Feriendorf ist auch nach der Insolvenz voll belegt.“

Wenn alles fertig sei, rede niemand mehr über die jetzigen Schwierigkeiten, ist der Klein-Labenzer überzeugt. „Wir freuen uns auf die neue Straße. Die Seepromenade verdiente ihren Namen schon lange nicht mehr. Nun wird sie bestimmt schön aussehen.“ Die sehr gute Wasserqualität, durch ein Zertifikat auch wiederum amtlich bescheinigt, ziehe zahlreiche Gäste selbst von weiter her an. „Wer bis zum Hals im Wasser steht, kann seine Füße sehen, so klar ist es. Darauf sind hier alle stolz“, erzählt der 54-Jährige. Nach der Sanierung benötige die Seepromenade aber auch regelmäßige Pflege, meint Zutz, der im Vorjahr für die Freien Wähler in die Wariner Stadtvertretung einzog. Und er hoffe auf eine Begrenzung der Tonnage für den Fahrzeugverkehr. Es sei unglaublich, wie viele Laster die schmale Straße durch den Wald als Abkürzung etwa nach Sternberg nutzten. Als der Blankenberger Bahnübergang gesperrt war, sei „die Hölle los gewesen“, so Zutz.

Der rege Durchgangsverkehr war auch der Hauptgrund, weshalb sich die Anwohner gegen die auf einem Infoabend im Mai 2014 vorgestellte Planung aussprachen. Diese sah eine so genannte Mischverkehrsfläche vor, bei der es keinen erhöhten Gehweg gibt, sondern links und rechts Tiefborde, so dass sich Fahrzeugverkehr und Fußgänger auf einer Ebene bewegen. Danach wurde neu geplant. „Ein erhöhter Gehweg bringt mehr Sicherheit. Fahrzeuge können nicht mal schnell dorthin ausweichen“, meint auch Hans-Jürgen Zutz.

Der Straßensanierung läuft planmäßig und soll Ende September abgeschlossen sein, sagt Bürgermeister Michael Ankermann. Sicher sei mitten in der Badesaison nicht der günstigste Zeitpunkt gerade an diesem Ort, doch bauen ließe sich nur bei verlässlichem Wetter. Die Gesamtkosten liegen bei 183 000 Euro. Aus dem Förderprogramm für integrierte ländliche Entwicklung (ILE) fließen 132 000 Euro, knapp zwei Drittel. Fahrbahn und Gehweg werden auf einer Länge von 420 Metern erneuert. „Wenn die fertig sind, sehen wir uns im Herbst die Uferzone an“, blickt der Bürgermeister voraus. Zwei neue Bänke seien bereits eingeplant, natürlich mit freier Sicht auf den See.

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