Brüel : Seepferdchen, Bronze und Silber

Zum zweiten Mal haben die Brüeler Drittklässler ihren zweiwöchigen Schwimmlehrgang in der Badeanstalt am Roten See. Das bis Dienstag durchweg schöne Wetter sorgte für besonders viel Spaß bei den Kindern.
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Zum zweiten Mal haben die Brüeler Drittklässler ihren zweiwöchigen Schwimmlehrgang in der Badeanstalt am Roten See. Das bis Dienstag durchweg schöne Wetter sorgte für besonders viel Spaß bei den Kindern.

Die beiden dritten Klassen der Brüeler Grundschule absolvieren ihren Schwimmlehrgang am Roten See. Bis Wochenmitte wurden 25 Prüfungen abgelegt.

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08. Juli 2015, 21:00 Uhr

Für eine Gruppe hat der Unterricht im tiefen Wasser begonnen. Die anderen Kinder beschäftigen sich ganz locker am Strand. Für die beiden dritten Klassen der Brüeler Grundschule erfolgt der Schwimmunterricht das zweite Mal kompakt in der Badeanstalt am Roten See. Vorher hatte der sich auf das zweite Schulhalbjahr verteilt, waren Kinder und Sportlehrer einmal pro Woche nach Schwerin in die Schwimmhalle auf dem Großen Dreesch gefahren. Die wurde bekanntlich abgerissen und inzwischen durch einen Neubau ersetzt. Doch praktisch vor der Haustür schwimmen zu lernen und sich den langen Fahrtweg zu ersparen, hat großen Anklang gefunden. Obwohl es im Vorjahr zu dieser Zeit „ziemlich kalt“ war, wie sich Regina Karl erinnert.

Die Sternbergerin ist mittlerweile Rentnerin und leitet Schwimmlehrgänge ehrenamtlich für den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). Dem für zwei Wochen mit den dritten Klassen folgen noch ASB-Schwimmkurse in den ersten beiden Ferienwochen. An den Nachmittagen mache sie zudem, so Regina Karl, Aufsicht am Strand und das erneut in der letzten Ferienwoche.

Gemeinsam mit ihr hat Petra Wendland, Klassenleiterin der ersten Klasse, hier aber ebenfalls als ASB-Mitglied im Einsatz, auf dem Badesteg das Sagen. Die Beiden haben die 31 Mädchen und Jungen in drei Gruppen eingeteilt: Nichtschwimmer, Träger von Seepferdchen bzw. Schwimmabzeichen in Bronze. Erstere seien nach gut einer Woche nur noch zu dritt. Bei dem schönen Wetter hätten die Kinder so viel Spaß gehabt und Fortschritte gemacht, dass die Lehrgangsleiterinnen fortlaufend Prüfungen abnehmen konnten, bis Dienstag jeweils zehn für das Seepferdchen und das Schwimmabzeichen in Bronze, fünfmal für Silber. Oberstes Ziel sei, dass die Kinder sicher schwimmen können und das mit der nächsthöheren Stufe auch beurkundet bekommen. Bei den drei Nichtschwimmern fehle noch „eine Kleinigkeit“ bis zum Seepferdchen. „Wir müssen auf Nummer sicher gehen“, sagt Petra Wendland. Sie leitet in der vierten Ferienwoche noch einen Schwimmkurs, für den es freie Plätze gibt.

Das Wasser vom Roten See hat mit 22 Grad eine angenehme Temperatur. Mindestens 18 müssen es für so einen Lehrgang sein, sagt Regina Karl, die ihren Enkel Steffen Möller auch schon als Rettungsschwimmer „infiziert“ hat. Er macht demnächst das dritte Jahr für eine Woche bei der Aufsicht mit. Als er angefangen habe, sei er noch unter 18 gewesen und durfte nicht allein eingesetzt werden. Tief- und Weittauchen oder Rettungsgriffe würden sitzen, doch die Aufsicht bedeute große Verantwortung, auch für Ordnung am Strand zu sorgen.

Zwischen Schwimmbad und offenem Gewässer gäbe es schon einen Unterschied, wissen die Lehrgangsleiterinnen, vor allem beim Tauchen. In der Schwimmhalle sei der Beckenboden zu sehen, der Grund hier dagegen kaum. Manche Kinder hätten damit anfangs Schwierigkeiten. Doch im See sei alles lebensnaher. Wer hier schwimmen lerne, komme letztlich besser zurecht.

Das meint auch Sandra Sulkowski, Klassenleiterin der 3b. Sie wechselt sich tageweise mit Silke Aselmeyer von der 3a am Strand ab, unterstützt von zwei Praktikantinnen. Eine davon ist Tochter Kim, die am Goethegymnasium Schwerin die neunte Klasse besucht. Sie sei nach dem ersten Tag völlig geschafft gewesen. „Das wird unterschätzt, so ein bisschen am See aufzupassen. Doch das ist viel Verantwortung“, sagt die Lehrerin. Dennoch sei das für sie ein „super“ Arbeitsplatz und „sehr entspannt“. Und ein noch größerer Spaß für die Kinder.

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