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Region Sternberg und Umgebung : Seenland gut vertreten in Schwerin

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Region ist mit ganz unterschiedlichen Arbeiten auf dem jährlichen Töpfermarkt am ersten Juli-Wochenende auf dem altstädtischen Markt der Landeshauptstadt vertreten.

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erstellt am 30.Jun.2017 | 05:00 Uhr

Er gehört inzwischen fest ins Bild der Landeshauptstadt: der Schweriner Töpfermarkt alljährlich am ersten Juli-Wochenende auf dem Marktplatz. Der belebt sich schon am Freitagabend, wenn sich die Teilnehmer, von denen manche lange Anfahrtswege haben, herzlich begrüßen und ihre Stände aufbauen.

Ein fester Kern von Keramikern rund um Schwerin organisiert diesen Markt. Die Jury des Vereins hat jedes Jahr im Frühjahr die schwierige Aufgabe, aus 140 bis 200 Bewerbungen die Teilnehmer auszuwählen. Der Markt soll interessant bleiben, deshalb ist es den Organisatoren wichtig, alle keramischen Sparten zu zeigen, einen Spannungsbogen von der Gebrauchskeramik bis zur Kunst zu schlagen. Er hat internationales Niveau und überregionale Bedeutung.


Von Brauntöpferei bis zum Waschbecken


Umso erfreulicher ist die Teilnahme mehrerer Keramiker aus dem Sternberger Seenland und seiner Nachbarschaft. Das sind Katrin Otolski aus Woserin, Carola Damrow aus Bolz-Ausbau, Jens-Peter Planke, Hanno Leischke und Birgit Hasse aus Lenzen, Ute Dreist aus Techentin und Ulrike Beseler aus Hinzenhagen, das zu Kuchelmiß gehört.

Otolski ist für ihre Keramik aus dem Holzbrandofen bekannt und jedes Mal selbst unter Hochspannung, wenn sie den öffnet, weil anders als bei einem Elektroofen vieles nicht kalkulierbar ist. Damrow fertigt überwiegend Gebrauchsgeschirr aus Porzellan und Steinzeugton mit schlichtem Dekor oder dunkelroter Glasur. Planke steht für Brauntöpferei in Mecklenburg. Leischke und Hasse, die ebenfalls dort im Werk II ihre Werkstatt betreiben, brennen mit Holzglut. Er hat sich auf größere Werkstücke und vor allem Keramik-Handwaschbecken spezialisiert, sie auf Porzellan. Ihre weißen Schalen oder Teller sind oft mit feinen Mustern verziert, zudem farbig abgehoben. Dreist töpfert in ihrer abgelegenen Werkstatt einzigartige salzglasierte Keramik für den Alltag und Kunst für das Auge. Von Beseler kommen Gebrauchskeramik, Porzellan und Plastiken.


Kein schnelles Verfallsdatum


An diesem Wochenende auf dem altstädtischen Markt gehe es aber nicht nur darum, Keramik zu verkaufen, sondern die Besucher auch für dieses uralte Handwerk und Ton als Ausdrucksmittel zu begeistern, betont Birke Kästner aus Dalberg, Vorsitzende von Ton und Töne e.V., der den Schweriner Töpfermarkt veranstaltet. Anknüpfungspunkte, um ins Gespräch zu kommen, gebe es viele.„Wer mit Ton arbeitet, bewegt sich immer abseits der Wegwerfmentalität, setzt sich mit Form, Funktion, Oberfläche, Haptik intensiv auseinander und arbeitet mit viel Herzblut.“ Die Teilnehmer würden u.a. Alltagsgegenstände schaffen, die sich nicht am Zeitgeist orientieren und kein schnelles Verfallsdatum haben.

Längst reiche auf diesem Weg eine handwerkliche Grundausbildung nicht mehr aus. So seien zwei junge Keramikerinnen das erste Mal dabei, die in den letzten Jahren ihr Keramikstudium in Halle beendeten. Lena Biesalski habe ihre Werkstatt in Hohen Viecheln eröffnet, Corinna Friedrich aus Leipzig zunächst Malerei und Grafik studiert, um sich dann im Handwerk ausbilden zu lassen.

An beiden Tagen spielt die Akustik-Pop-Band Malou aus Halle. Natürlich dreht sich auch eine Töpferscheibe auf dem Markt. Und für alle
interessierten Hobbykeramiker, Schulen und andere Einrichtungen ist wieder der Töpfereibedarf Berlin auf dem Markt vertreten.

Geöffnet ist der Töpfermarkt am Sonnabend und Sonntag von 10 bis 18 Uhr.


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