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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. Dezember 2017 | 12:09 Uhr

Sternberg : Seehotel: Die nächsten Tage entscheiden

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Dritte Insolvenz des 4-Sterne-Hauses innerhalb von vier Jahren könnte bevorstehen / Seit zwei Wochen neuer Hoteldirektor.

von
erstellt am 29.Jul.2015 | 17:00 Uhr

Das Vier-Sterne-Seehotel Sternberg steht nicht gerade unter einem Erfolgsstern. Es  kommt einfach nicht aus den Negativ-Schlagzeilen. Seit 27. Juli befindet  sich das Haus  in einem vorläufigen Verfahren „auf Eröffnung der Insolvenz(...) über das eigene Vermögen“, wie es unter Aktenzeichen 580IN519/15  des  zuständigen Schweriner  Amtsgerichts heißt.

Dabei war erst zum 22. September 2014 das damalige Insolvenzverfahren rechtskräftig aufgehoben und die „Schulden-Uhr“ auf Null gestellt worden. Bereits im März 2011 war das Hotel erstmals pleite. Dr. Jan Thomas Berg übernahm als Geschäftsführer und Eigentümer der Seehotel GmbH Ende 2011 das Objekt.

Dessen Ehefrau weilte Anfang Juli in Sternberg, um den alten Direktor  Dennis Homrighausen zu verabschieden und den neuen, Klaus Krense, einzuführen. „Da merkte sie, das einiges nicht stimmt. Das führte schließlich bis zur vorläufigen Insolvenz“, so der vom Gericht bestellte vorläufige Insolvenzverwalter Michael Wilkens aus Hamburg gegenüber SVZ. Wie es nun  weitergehe, dazu könne er „noch nicht so richtig was sagen“. Er sei erst seit „anderthalb Tagen damit beschäftigt“. Aber eines sei für ihn  bereits klar: „Das Preisniveau war absolut nicht Kosten deckend“. In dem Zusammenhang bestätigte der Hamburger die in den vergangenen Monaten in der Region kursierenden Gerüchte von Dumpingpreisen im Seehotel. „Mit Abendessen  40 bis 45 Euro für eine Übernachtung; da kann man sich leicht ausrechnen, dass da unterm Strich nicht viel übrig bleibt“, so Wilkens. Man habe es versäumt, Investitionen in den 42 Zimmern vorzunehmen, um so höhere Preise bei Reiseveranstaltern durchsetzen zu können.

Als richtig  erweisen sich laut dem Hamburger auch Einträge in Bewertungsportalen wie „Holidaycheck“, wonach u.a. die Flurteppiche dreckig und fleckig waren und die Rezeption teilweise unbesetzt blieb. „Zusammen mit dem neuen Direktor  wurde das inzwischen geglättet“, meinte Wilkens dazu.

Klaus Krense (57), der nach eigenen Angaben 2014 „in Seligenstadt, Rhein-Main-Gebiet, ein 3-Sterne-Hotel kernsaniert hat“, fand bei Dienstantritt am 15. Juli im Seehotel nicht einfache Zustände vor. „Besser wäre es, das Hotel hätte nur zehn, 15 oder 20 Zimmer. In der jetzigen Größe braucht es so schon ca. 30 Mitarbeiter.“ Mitte Juli fand Krense allerdings unter 20 vor. Der neue Direktor stellte zehn neue Leute ein, darunter für die Rezeption. Doch ihn drückt „der hohe Krankenstand. Einige der neuen haben sich auch  schon wieder krank gemeldet.“ Wie und ob es mit dem Seehotel weiter geht, würden die nächsten Tage zeigen. Wilkens hat die Reiseveranstalter angeschrieben. „Das Hotel ist bis September gut gebucht. Allerdings können wir die gebuchte  Halbpension nicht mehr gewähren“, erklärt er. Und der Grund spricht für sich: „Keine Personen zum Bedienen“.  Jetzt werde versucht, das Abendessen auf andere Restaurants in der Umgebung umzubuchen.

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