Sternberg : Schwerstarbeit für Einsatzkräfte

Auf der B 192 zwischen Sternberg und Holzendorf kam es am frühen Donnerstagabend zu einem Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang.  Fotos: Michael-Günther Bölsche
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Auf der B 192 zwischen Sternberg und Holzendorf kam es am frühen Donnerstagabend zu einem Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang. Fotos: Michael-Günther Bölsche

Die Vollsperrung nach dem tödlichen Verkehrsunfall am Donnerstagabend auf der B 192 zwischen Sternberg und Holzendorf dauerte vier Stunden an.

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26. Mai 2017, 22:00 Uhr

Den diesjährigen Herrentag werden die Einsatzkräfte so schnell nicht vergessen. Am Donnerstag kam es, wie gestern berichtet, zu einem schweren Verkehrsunfall auf der B 192 zwischen dem Abzweig nach Kobrow und Holzendorf, bei dem der 29-jährige Fahrer aus der Region starb.

Punkt 17.46 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Sternberg alarmiert. Schnell waren die Kameraden einsatzbereit. Auch wenn viele von ihnen schon häufig Hilfe bei Unfällen geleistet haben, so ist die jedes Mal anders, und sie fragen sich, was sie wohl erwartet. So auch an diesem Abend. Doch was sie diesmal vor Ort sehen mussten, war „schon heftig“, wie es Wehrführer Eckardt Meyer ausdrückte.

Ein Audi A 6 war ausgangs einer Linkskurve aus bislang unbekannter Ursache rechts von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Wie ein Radfahrer erzählte, soll das Auto mit hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen und plötzlich ins Schleudern geraten sein. Fakt ist, dass der Aufprall sehr heftig war. Der Audi war mit solcher Wucht an den Baum geprallt, dass er im Vorderteil auseinanderspreizte. Etliche Teile inklusive der Vorderachse landeten meterweit auf dem angrenzenden Feld und im Straßengraben, der Motorblock wurde in die Höhe der B-Säule verschoben. Der Fahrer hatte keine Chance und erlag vor Ort seinen Verletzungen.

Für die Feuerwehrleute begann eine schwere Arbeit. Schwer in körperlicher und auch in seelischer Hinsicht, denn es war nicht leicht, den Fahrer aus diesem Wrack zu bergen. Schweres hydraulisches Rettungsgerät wie Schere, Spreizer und Trennschleifer kamen zum Einsatz. Mit Hilfe des Rüstwagens und der Seilwinde konnte das Wrack ein Stück vom Baum gezogen werden, nachdem zuvor der Motor mittels einer Schlinge am Baum befestigt wurde. Erst nach drei Stunden war dieser Einsatz beendet und die Feuerwehr konnte abrücken. Danach trafen sich die Kameraden noch zur Aufarbeitung des Erlebten im
Gerätehaus. Als kompetenter Gesprächspartner war das Mitglied der Sternberger Wehr, Dr. Patrick Scott Dingle, sehr willkommen, der zum Team der Notfallbegleitung Parchim gehört. Zusätzlich wurde er von seiner Ehefrau Katrin Teuber, der Sternberger Pastorin, unterstützt. „Gerade für unsere jüngeren Kameraden ist diese Art der Nachbereitung sehr wichtig, und wir werden uns bei Bedarf in der kommenden Woche noch einmal zusammensetzen“, sagte Eckardt Meyer. Dr. Dingle kam auch noch am Unfallort zum Einsatz, da dort Angehörige betreut werden mussten.

Zur Ermittlung von Unfallhergang und möglichen Ursachen wurde ein Sachverständiger der Dekra hinzu gezogen. Insgesamt dauerte die Bergung und Ermittlungsarbeit vor Ort bis 21.40 Uhr. Während der vierstündigen Vollsperrung wurde der Verkehr umgeleitet. Am Rande der Unfallaufnahme kam es durch einen Fußgänger zu einer verbalen Auseinandersetzung mit den Einsatzkräften. Er wollte die Absperrung ignorieren und konnte erst durch Polizeibeamte belehrt und des Platzes verwiesen werden. Für einen ungestörten Ablauf war auch der Radweg an der B 192 gesperrt.


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