zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

20. November 2017 | 15:01 Uhr

Dabel : Schwelgen in Erinnerungen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Spontanes Fest zum 125-jährigen Bestehen der Dabeler „Mühle zum Rothen Strumpf“. Die Müllerburschen traten ein letztes Mal auf.

von
erstellt am 01.Okt.2017 | 21:01 Uhr

Die spontanen Feste sind manchmal die besten. Das bewies das (eigentlich) inoffizielle Mühlenfest zum 125-jährigen Bestehen der Dabeler Holländerwindmühle vom Rothen Strumpf am Sonnabend.

Gerade einmal 14 Tage zuvor entstand die Idee im Familienkreis. „Man soll die Feste feiern, wie sie fallen“, meinte dazu Sternbergs Bürgermeister Armin Taubenheim, der „aus der Zeitung“ davon erfahren hatte und sich zusammen mit Ehefrau Karin die Mühlenführung durch Eckart Döscher nicht entgehen ließ.

Das Gros der Gäste konnte von seinen ganz speziellen Mühlenerlebnissen aus der Jugendzeit berichten. Brigitte Döscher, die Frau von Eckart Döscher, und Anneliese Haferkorn kennen sich aus Kindertagen in Kaarz. Klar, dass Letzterer jetzt auch der Weg aus Picher nicht zu weit war. Mit durch die Mühle bei der Führung stiegen Ute Wilke und Hilke Hockl aus Pastin. Hockl denkt gerne an den „Tanz up’n Sackbön“ mit den Müllerburschen zurück. Wilke weilte hier zur Betriebsfeier Mitte der 80er mit Holzbau Sternberg.

Der Tanz war Kult bis 1990. Jetzt gaben die Müllerburschen, erstmals nach 37 Jahren wieder an ihrem Mühlenplatz, ihr ganz spezielles Geburtstagsständchen. Nicht zu übersehen waren die bunten Hutträgerinnen, „damit man sieht, wer hier den Hut aufhat in Sachen Organisation“, verkündete die Sternbergerin Christel Czajkowski. Sie gehörte ebenso zu den Mühlenfesthelfern wie z. B. Erika und Michaela Döbel, Bützow; Christin Volker-Möller, Warin, Ilse Zeitz, Brüel oder Mirco Anders, Wismar. Und natürlich war die gesamte Döscher-Familie eingespannt, allen voran Diana Henze aus Sternberg, die Tochter von Brigitte und Eckart Döscher. Henze hatte den Anstoß zur Jubiläumsfeier gegeben (SVZ berichtete).

Es wurde ein Tag des Schwelgens in Erinnerungen. Leute, die sich jahrelang nicht mehr gesehen hatten, trafen sich beim Mühlenfest wieder.

Die Mühle vom Rothen Strumpf, längst ein technisches Denkmal, war zu DDR-Zeiten republikweit ein Begriff, wurde u.a. auch auf einer 10-Pfennig-Briefmarke verewigt. Ihr letzter Müllermeister, der Ende 2014 verstorbene Fritz Döscher, mahlte noch bis 1997 das Korn. Danach hat er bis 2008, als er 65 wurde und in Rente ging, mit Mehl gehandelt. Seit seinem Tod haben sich der inzwischen 74-jährige Zwillingsbruder Eckart sowie Brigitte Döscher dem Erbe angenommen, setzen sich für den Erhalt des Dabeler Wahrzeichens ein. Jetzt soll die Gründung eines Mühlenvereins in Angriff genommen werden, um so die dringend nötige Sanierung des Mühlenkopfes in Höhe von rund 150 000 Euro finanziell absichern zu können.  

Kommentar von Roland Güttler

Mitstreiter gesucht

Die Dabeler Mühle ist nicht irgendeine; die Technik voll erhalten, war sie zu DDR-Zeiten republikweit bekannt – legendär durch den „Tanz up’n Sackbön“ mit den Müllerburschen. Jetzt feierte man spontan 125-jähriges Mühlenjubiläum.

Ein Blick zu den Flügeln verrät indes, der Mühlenkopf muss dringend erneuert werden. Kostenpunkt 150 000 Euro. Dafür soll ein Mühlenverein gegründet werden. Politik und Verwaltung wollen dabei helfen. Gut so, denn die jetzigen Mühlenbesitzer Eckart und Brigitte Döscher können das allein nicht stemmen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen