Doppelalarm für Wariner Wehr : Schwelender Mist und Riesenfackel

Löschwasser plus Schaumteppich von der neuen Wariner Drehleiter aus auf den riesen Dunghaufen der Wariner Planzenbau eG in Mankmoos.
Löschwasser plus Schaumteppich von der neuen Wariner Drehleiter aus auf den riesen Dunghaufen der Wariner Planzenbau eG in Mankmoos.

6500 Liter Löschwasser plus Schaumteppich auf Dunghaufen. Biogas kontrolliert abgebrannt.

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27. Dezember 2016, 21:00 Uhr

Warin Zu zwei nicht alltäglichen Einsätzen in unmittelbarer Nachbarschaft rückten die  Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Warin  am 2. Weihnachtstag aus. Einmal ging es vor allem um Hühnerdung  aber auch Schafsmist; im anderen Fall um einen riesen großen Feuerschein bei einer Biogasanlage. Letzteres sah „von der Straße aus wirklich gefährlich aus“, so Oberlöschmeister Torsten Ries gestern gegenüber SVZ. 

Ein besorgter Bürger hatte die Polizei informiert, dass   zwischen Mankmoos und Pennewitt ein Schornstein brennen soll. Mehr erfuhren die Wariner Wehrleute von der Leitstelle Westmecklenburg nicht. Ries: „Gott sei dank stellte sich schnell heraus, dass hier nur das Gas, welches die Biogasanlage produziert, kontrolliert abgebrannt wurde. Laut Auskunft des Betriebes lag ein Generatorschaden in der Anlage vor und da das Gas ja irgendwo hin muss, sieht der Sicherheitsmechnismus vor, dieses kontrolliert zu verbrennen; ähnlich einer Raffinerie.“

 Durch Sturmtief „Barbara“  und dem damit verbunden „Luftzug wie in einem Kamin“ schlug die Flamme laut dem Oberlöschmeister „allerdings ca. ein bis zwei Meter  aus dem Schornstein und sah somit wirklich ungewöhnlich aus, sodass der Anrufer hier richtig handelte, um alle Risiken auszuschließen“.

Torsten Ries verwies in dem Zusammenhang allerdings  nochmal darauf, „dass es im Notfall –  egal ob Unfall im Haushalt, auf der Straße und im Brandfall – stets ratsamer ist, die europaweit gültige Notrufnummer 112 zu wählen, um gleich bei den richtigen Ansprechpartnern zu sein und um unnötiges Zeitvergehen zu vermeiden“. Der besorgte Bürger hatte – wie gesagt – bei der Polizei angerufen.

Vor dem Biogas-Alarm gab es am 26. Dezember für die FFw Warin um 16.29 Uhr durch die Leitstelle bereits einen Vollalarm. „Laut Alarmfax ging es zu einem Silo zwischen den Ortsteilen Mankmoos und Klein Labenz, hier hatte ein aufmerksamer Autofahrer Qualm und beißenden Geruch wahrgenommen und daraufhin die Feuerwehr verständigt. Bei unserer Ankunft bestätigte sich die Lagemeldung“, sagt Ries.

Um ein effizientes Löschen des brennenden, sich selbst entzündeten Dungs  zu gewährleisten, entschied sich die Einsatzleitung für den Löscheinsatz  von oben mittels der neuen Drehleiter DL(A)K 23-12 . Ries: „So wurden die insgesamt 6500 Liter Löschwasser aus dem Hilfeleistungslöschfahrzeug  und aus dem Tanklöschfahrzeug auf den Brand aufgebracht“. Um wieder genug Wasserreserve auf den Fahrzeugen zu haben, wurden diese zwischenzeitlich an einem Hydranten in Klein Labenz  befüllt. Abschließend wurde  ein Teppich aus Schaum auf den brennenden Haufen gebracht  und  ein  Wiederaufflammen verhindert.

Das Silo gehört – anders als die betroffene Biogasanlage  – der Wariner Pflanzenbau eG. Dessen Geschäftsführer Wolf-Dietmar Vetter konnte  indes die ganze Aufregung  nicht so ganz nachvollziehen. Auf SVZ-Nachfrage erklärte Vetter gestern, dass der Dung „ziemlich hoch aufgestapelt ist, aber sich sicher  in einem festen Betonlager befindet“. Dazu habe es im Vorfeld „extra eine Begehung mit dem Wariner Wehrführer Timo Untrieser  gegeben“, so Vetter. Mit dem Ergebnis, dass keine Gefahr ausgehe. Die „Pflanzenbauer“ hätten bereits selber Wasser auf den riesen Misthaufen gepumpt, der im Februar  als Dünger auf die künftigen Maisfelder gebracht werden soll.  Laut dem Geschäftsführer habe es allerdings „wieder ein bisschen gekokelt und gequalmt“.

Nach knapp drei Stunden hieß es für die 14 Feuerwehrleute  gegen 19.30 Uhr dann „Feierabend für den zweiten Weihnachtstag“, so Torsten Ries.
 

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