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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

17. Dezember 2017 | 07:28 Uhr

Schwarzer Freitag: drei tote Kradfahrer

vom

"Drei tödliche Motorrad-Unfälle an einem Tag. Innerhalb weniger Stunden verlieren drei Biker ihr Leben. Erst die Handy-Ortung findet den 35 jährigen Verunglückten auf der Umgehungsstraße in Brüel.

svz.de von
erstellt am 25.Aug.2013 | 06:54 Uhr

Brüel/Sternberg | "Drei tödliche Motorrad-Unfälle an einem Tag, das braucht man nicht wirklich", sagt ein Feuerwehrmann, der an eine Unfallstelle rausrückte, aber nicht genannt sein möchte.

In der Tat wurde es ein schwarzer Freitag. Wie in der Sonnabend-Ausgabe der SVZ bereits berichtet, ereignete sich ein Unfall mit Todesfolge am Freitag gegen 18.40 Uhr auf der B 192. Ein 25-jähriger MZ-Fahrer verlor ca. 400 Meter vor dem Sternberger Ortseingangsschild - aus Richtung Dabel kommend - in der mit einem 70er-Warnschild ausgewiesenen Linkskurve nahe der dortigen Oil-Tankstelle die Gewalt über seine TS 250 und stürzte über die Leitplanke. Die Freiwillige Feuerwehr Sternberg, die eigentlich zu einem Übungseinsatz zur Bäckerei ins Gewerbegebiet "Rachower Moor" ausrücken wollte und im Stau stand, übernahm Amtshilfe bei der weiträumigen Absperrung. Die B 192 musste - wie berichtet - für rund zwei Stunden voll gesperrt werden.

Erst die Handy-Ortung findet den Verunglückten auf der B104

Der Fahrer verstarb noch an der Unfallstelle. Gleiches konnten die herbeigerufenen Notärzte auch an den anderen beiden Unfallorten nur noch konstatieren. Wobei der letzte tote Kradfahrer des 23. August erst wenige Minuten nach Anbruch des neuen Tages entdeckt wurde. Die Polizei fand ihn an der Umgehungsstraße in Brüel exakt um 0.14 Uhr. Dem war eine stundenlange Suche mit gleich fünf Streifenwagen samt Polizeihubschrauber vorausgegangen, der die wahrscheinlich genommene Fahrt-Route absuchte.

Nach unseren Informationen hatten ihn seine Biker-Freunde bereits um 14 Uhr am Freitag in Schwerin erwartet. Als er nicht eintraf, sollen sie sich erst einmal selbst auf die Suche gemacht haben, bevor laut Polizeimeldung "die Ehefrau den verunglückten 35-jährigen Motorradfahrer gegen 17 Uhr als vermisst" meldete. Kurz nach Mitternacht wurde er schließlich entdeckt. Und zwar per Handy-Ortung durch den Hubschrauber. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Brüel, die mit zehn Mann ausrückten, wurden gegen 0.30 Uhr zum Ausleuchten angefordert. Deren Einsatz ging bis 3.30 Uhr.

Mit bloßem Auge war der tödlich Verunglückte samt Zweirad zwischen all den Büschen nicht zu finden. Der Mittdreißiger kam, aus Richtung Sternberg, in der ersten lang gestreckten Linkskurve auf der B 104 nach der Brüeler Ampelkreuzung laut ersten Erkenntnissen der Polizei "mit seinem Krad nach rechts von der Fahrbahn ab und stürzte in den Straßengraben". Zwischen dem Ort, wo dies passiert sein muss, und jener Stelle, wo er schließlich gefunden wurde, liegen etliche Meter. Ungefähr 30 Meter rückwärts hört nämlich erst die Leitplanke auf. Schäden an ihr waren am Sonnabendvormittag nicht zu sehen. Ortskundige sagen: Man hätte als Fußgänger da entlanggehen können und hätte Fahrer und Motorrad nicht erblickt. Und tatsächlich: "Die Kollegen standen zwei Meter davon entfernt und haben es nicht gesehen", hieß es aus der Sternberger Polizeistelle dazu.

Am Unfallort ist der Straßengraben tief liegend und zudem mit Buschwerk regelrecht zugewachsen. Der Mann war quasi wie vom Erdboden verschwunden. Nur die Handy-Ortung konnte ihn aufspüren…

Todes-Unfall Nr. 3 hatte sich bereits am Freitagmorgen gegen 8.30 Uhr auf der Landesstraße 10 kurz hinter Goldberg (Ortsteil von Züsow) im Amt Neukloster-Warin zugetragen. Laut der hier zuständigen Wismarer Polizei kam der Kradfahrer nach "Auswertung der Spurenlage … in einer leichten Rechtskurve in Fahrtrichtung Satow durch eine den Straßenverhältnissen (Splitt auf der Fahrbahn) unangepasste Geschwindigkeit ins Rutschen und stürzte. In der weiteren Folge prallte das Krad gegen eine Leitplanke. Durch den Unfall erlitt der 34-Jährige tödliche Verletzungen."

Für die notwendigen Bergungs- und Ermittlungsmaßnahmen musste der Fahrzeugverkehr für vier Stunden wechselseitig an der Unfallstelle vorbei-geleitet werden. Hierbei fuhr laut Polizei "eine Vielzahl von Fahrzeugführern mit einer unangepassten und zu hohen Geschwindigkeit an der Unfallstelle vorbei. Nur wenige passierten die mit der Unfallaufnahme beschäftigten Personen in Schrittgeschwindigkeit."

Und das am schwarzen Freitag. Dies sollte allen wirklich zu denken geben…

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