zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. November 2017 | 19:08 Uhr

Groß Raden : Schulklassen haben freien Eintritt

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Gespräch mit Heike Pilz, Leiterin des Archäologischen Freilichtmuseums Groß Raden über Vorjahresbilanz und Neuerungen 2015.

von
erstellt am 19.Jan.2015 | 16:56 Uhr

Das Freigelände des in Mecklenburg-Vorpommern einzigartigen Archäologischen Freilichtmuseums Groß Raden wurde zwischen 1973 und ’81 vom berühmten Professor Ewald Schuldt ausgegraben und danach in Form einer frühmittelalterlichen slawischen Siedlung im Maßstab von 1:1 nachgebaut.

Heike Pilz ist seit 1992 in Groß Raden tätig und seit Mitte der 90er allein fürs Museum zuständig. Mit ihr sprach SVZ-Redakteur Roland Güttler.

Im Vorjahr gab es 27 Veranstaltungen. Stehen für 2015 Neuerungen im Kalender?

Heike Pilz: Es wird in diesem Jahr mindestens genauso viele Veranstaltungen geben. Nachdem wir 2013 und ’14 zweimal etwas mit Falknern hier hatten, gibt es diesmal am 21. Juni als Neuerung etwas mit Fischern. Im Sternberger Seenland ist Fischen schon seit über 1000 Jahren bekannt. Die Fischer Frischke und Rettig haben bereits ihre Zusage gegeben.

Ansonsten setzten wir in erster Linie vor allem weiter auf Bewährtes wie zum Beispiel das größte Mittelalterlager zu Ostern auf dem Freigelände. Auch Pfingsten und zu Himmelfahrt treffen sich seit Jahren schon Mittelalterfreunde hier. Die einen sind mehr kämpferisch, die anderen mehr aufs Handwerk ausgerichtet. Auch das Ferienprogramm machen wir weiter. Die Resonanz ist riesig, wir werden von den Mädchen und Jungen regelrecht umgelaufen. Übrigens: Ab diesem Jahr haben Schulklassen freien Eintritt! Das Ministerium hat es genehmigt. Groß Raden als Bildungseinrichtung – das ist toll.

Ihr Museum beherbergt auch eine Schatzkammer. Welche Schätze erwarten den Besucher dort?

Im Obergeschoss des Museums sind einzigartige Funde aus ganz MV vom 7. bis 11. Jahrhundert zu sehen, aus dem frühen Mittelalter, dem Slawen- und Wikingerbereich. Der Silberschatz von Dorow, Landkreis Nordvorpommern, besteht aus 4420 Einzelstücken. Er ist einer von drei größeren Schatzfunden, die in Groß Raden zu sehen sind.

Gezeigt werden auch goldene und silberne Ringe aus Rostock-Dierkow und verschiedenste Fibeln aus ganz Mecklenburg-Vorpommern. Schätze für Archäologen sind aber auch solche, die nicht auf den ersten Blick blinken und leuchten. So ein geschnitzter Drachenkopf aus Behren-Lübchin, der wahrscheinlich Teil eines Möbelstücks, vielleicht sogar von einem Thron eines Herrschers stammt. Und dass unsere Vorfahren schon Spiele kannten, ist durch das Mühlespiel, in Stein geritzt, und mehrere Spielsteine als gesichert anzusehen.

Einige Kostbarkeiten sind derzeit auf Reisen, sind bei großen Ausstellungen in Paderborn und im dänischen Moosgaard zu sehen.

Zudem bieten Sie Workshops für Erwachsene an, wie ist die Resonanz?

Sie sind ein voller Erfolg und bei den eingangs erwähnten Veranstaltungen nicht mitgezählt. Für die Workshops wie Töpfern, Filzen, Korb flechten oder Socken stricken brauchen wir gar nicht mehr zu werben. Bestimmte Gruppen verabreden sich zudem bereits intern untereinander.

Wie viele Besucher kamen 2014 insgesamt?

Es waren wieder über 32 000. Wir sind stolz darauf, als eines der wenigen Museen im Land die Besucherzahlen gehalten zu haben. Einmalig bei unserem Museum ist: Wir haben ganzjährig geöffnet!

Abschließende Frage: Was treibt Sie an!?

Mit dem Stamm von vier Kollegen wurde hier so viel aufgebaut. Zurücklehnen, das kann ich nicht! Mit uns leben so viele Leute – Gastronomen, Fischer, Parkplatzbetreiber etc. Dabei hätten wir genug zu tun, die 25 Jahre alte Slawensiedlung instand zu setzen und zu erhalten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen