zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

20. September 2017 | 15:05 Uhr

Bolz : Schule für Mensch und Tier

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Im Sternberger Seenland gibt es wieder regelmäßig geführte Hundewanderungen. / Die Teilnehmer wollen sich und ihren Vierbeinern Gutes tun.

svz.de von
erstellt am 06.Mai.2014 | 16:44 Uhr

Heute starten gleich zwei geführte Hundewanderungen: um 10 Uhr am Feriendorf „Storchennest“ in Dabel und um 18 Uhr am Campingplatz in Sternberg. Erstere dauert ca. drei Stunden, die am Abend eine
Stunde. Geleitet werden sie von Hundeverhaltenstrainerin Helga Kastirke aus Bolz.

Die große Tour führt sie einmal im Vierteljahr auch am Sonnabend durch, damit Hundehalter, die berufstätig sind und wochentags kaum die Gelegenheit haben, teilnehmen können, so Kastirke. Die erste Wanderung war 2004 mit mehr als 15 Hunden, die in zwei Gruppen aufgeteilt wurden, erinnert sie sich. „Sonst wäre das die Härte“, sagt die eigentlich quirlige Fachfrau, die jedoch im Umgang mit Mensch und Tier eine wohltuende Ruhe ausstrahlt. Mit Herbert Kasten,

1. Ausbildungswart des Wariner Hundesportvereins, hat sie einen ebenso versierten Begleiter.


Verordnungen und Tierschutz beißen sich


Nach den Anfängen in Bolz begannen die Touren jahrelang in Dabel. „Dort gibt es viele Hundefreunde, auch im Urlauberdorf. Einige haben vor- oder hinterher noch Kaffee getrunken. Doch jetzt sprachen mich Teilnehmer an, ob wir nicht wieder in Bolz losgehen könnten. Das ist hier so eine schöne Ecke zum Laufen“, erklärt Kastirke, warum das kleine Dorf nach langer Unterbrechung zum Ausgangspunkt der mittlerweile 33. Hundewanderung wurde. „Außerdem sind wir mit den Arbeiten an unserem Haus fertig geworden.“ In großen Buchstaben steht „Hundepension“ an der frisch gemalerten Fassade.

Der Bürgermeister habe seinerzeit keine Probleme gesehen, dass eine ganze Meute durch die Landschaft zieht. „Wir achten auch genau auf das Verhalten der Hunde. Und dass sie dort, wo Rinder weiden, angeleint werden, ist ganz klar“, sagt die Bolzerin. In ihrem Metier stehe sie stets in einem Konflikt. Die Hundehalterverordnung, die in allen Bundesländern annähernd gleich sei, schreibe außerhalb von Einfriedungen die Leinenpflicht vor. Dem gegenüber verlange der Tierschutz, dass Hunde entsprechend ihren Bewegungsbedürfnissen täglich ausreichend Auslauf haben müssen. „Das kann doch nur jemand mit einem eingezäunten Hausgrundstück oder Garten“, meint Helga Kastirke achselzuckend.

Kornelia Lange aus Brüel, die das dritte Mal an der großen Wanderung teilnimmt, schätzt die Geselligkeit und den Austausch mit anderen Hundefreunden. „Und man lernt jedes mal dazu.“ Nach Schäferhund, Irish Setter und langer Zeit ohne Vierbeiner hat sie nun einen Hovawart, „das ist ein Haus- und Hofwächter“, der aus einer Zucht in Kobrow stammt und in diesem Monat zwei Jahre alt wird. „Er braucht noch richtig Übung“, meint die Brüelerin. „Mit einem Hund muss man aber immer was machen.“ Sie habe in der Welpengruppe in Warin angefangen.

Bei Torsten Giercke aus Dabel werden es zehn Jahre, dass er regelmäßig an solchen Wanderungen teilnimmt. Der Golden Retriever sei vier Jahre, erhalte auf diese Weise Erziehung und komme mit Artgenossen zusammen. „Das geht zu Hause nicht. Wir waren auch schon auf dem Hundeplatz. Da gab es viele Tipps, und die wurden gleich praktisch umgesetzt. Wenn ich mit dem Hund in die Öffentlichkeit gehe, muss der erzogen sein. Gerade Golden Retriever sind friedfertig, aber es bleibt ein Tier, und da steckt man nicht drin“, so der Dabeler. Für ihn passe der Sonnabend besser, er sei berufstätig, wie seine Frau in der Gesundheitswirtschaft. Den Hund sehe er auch als „Fitnessfaktor“, denn „dadurch ist man gezwungen, nach draußen zu gehen“.

Für eine Ferienhausbesitzerin ist es die erste geführte Wanderung. Sie habe aber schon die Hundeschule in Warin besucht. Ihr Deutsch Kurzhaar ist erst knapp ein halbes Jahr alt. So ein junger Hund müsse noch viel lernen. „Ganz entscheidend ist für mich das Sozialverhalten.“ Das werde bei einer geführten Wanderung mit mehreren Tieren besonders gefördert. „Es ist gleich zu sehen, was man selbst richtig und was man falsch macht“, sagt die Frau. Das sei eine Schule für Mensch und Tier gemeinsam.

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen