Brüel : Schulbuch gegen Hacke getauscht

Rita Klammer (r.) vom Imkerverein Sternberg und Umgebung zeigt den beiden Mädchen, wie sie die Katzenminze richtig herunter schneiden. Fotos: roswitha spöhr
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Rita Klammer (r.) vom Imkerverein Sternberg und Umgebung zeigt den beiden Mädchen, wie sie die Katzenminze richtig herunter schneiden. Fotos: roswitha spöhr

Gestern erfolgte der zweite Einsatz für Schüler der Bienenklasse in der Brüeler Innenstadt.

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07. März 2014, 16:55 Uhr

Mit kleinen Schaufeln und Hacken, Gartenschere und blauen Säcken ausgerüstet, werkelten gestern Mittag acht Siebtklässler aus der Regionalen Schule in Brüel in der August-Bebel-Straße. Die Schüler sind die neue Imkerklasse innerhalb des Wahlpflichtunterrichtes und eine „ganz tolle“, wie Rita Klammer vom Imkerverein Sternberg und Umgebung sagt. Nico, Vanessa, Jasmin und ihre Mitschüler zogen gestern in den bepflanzten Baumscheiben entlang des Gehweges Gras und Löwenzahn aus den Stauden, schnitten Katzenminze zurück und gaben dem Lavendel einen Formschnitt. Rita Klammer hatte zudem Krokusse aus ihrem Garten mitgebracht. Die einzelnen Zwiebeln steckten die Schüler gleich mit in die Erde. „Krokusse steckt man eigentlich im Spätsommer, aber jetzt kann man die Farben sehen. Und weil die Pflanze am Verblühen ist, kann man sie schon herausnehmen. Wir stecken die Zwiebeln in einige Beete, in denen noch gar nichts ist“, sagt sie. Und gibt gleich noch einen Tipp von einem Naturgärtner weiter: „Wer Moos aus seinem Rasen holen möchte, sollte Krokusse stecken, denn die brechen das Moos auf“.

Der gestrige Einsatz war schon der zweite in der Innenstadt für die Siebtklässler. Man wolle zeigen, dass man ruhig schon mit diesen Arbeiten beginnen könne, sagt Klammer. Und dass die Schüler dafür viel Lob von außen bekämen, sporne auch an. „Ich interessiere mich für Bienen. Wir haben zu Hause einen Garten, da helfe ich meinem Vater, wenn er mich braucht“, begründet Daniel. Schon bevor sie sich für diesen Wahlpflichtunterricht entschieden hatte, habe sie viel über Bienen gelesen, sagt Lisa. Und früher, als sie noch einen Garten hatten, habe sie da auch ein wenig mitgemacht, erklärt sie.

Noch vor den Krokussen haben die Winterlinge geblüht, bald treiben die Blausterne aus. Wie wichtig gerade in diesem sehr milden Winter solche Pflanzen sind, weiß Rita Klammer. „Die Bienen überwintern in einer Wintertraube. Wenn es warm ist, fällt die auseinander. Das Brutgeschehen hat schon begonnen.“ Doch woher die Pollen nehmen, wenn Salweide und Haselnuss noch nicht blühen? „Deshalb sind Frühblüher so wichtig. Aber wir brauchen sie in ganz großer Anzahl“, sagt sie. Wer seinen Garten aufräumt und Krokusse, Winterlinge und Co. übrig hat, könne sie gern in die Beete um die Baumscheiben stecken, ermuntert sie. Vielleicht bekomme man dann auch in der Innenstadt ein so schönes Bild wie am Regenrückhaltebecken in der Schulstraße. „Was wir hier tun, machen wir für die Biene und ebenso für die Seele des Menschen. Wir wollen unsere Stadt bunt machen“, sagt sie. Und erfreulicherweise gebe es schon viele Leute, die dabei mitmachen würden.

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