Freizeitmöbelwerk Brüel : Schuften für den Sommer

Der neu entwickelte Gartentisch hat eine wetterfeste Platte. Jan Schmidt und Patrick Jürk (r.) montieren das von 1,60 bis 2,20 Meter ausziehbare Möbelstück.
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Der neu entwickelte Gartentisch hat eine wetterfeste Platte. Jan Schmidt und Patrick Jürk (r.) montieren das von 1,60 bis 2,20 Meter ausziehbare Möbelstück.

Hochsaison im Brüeler Freizeitmöbelwerk: Neuentwicklungen werden jetzt in Serie produziert

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12. März 2018, 21:00 Uhr

Ob eisige Kälte oder mildes Wetter – in der Brüeler Firma Mecklenburger Freizeitmöbel (MFG) stehen die Zeichen auf Frühjahr und Sommer. Am Stadtrand von Brüel und im Werk II im Gewerbegebiet an der B 104 läuft die Produktion auf Hochtouren. Die knapp 90 Beschäftigten arbeiten in einer Normal- sowie in Früh- und Spätschicht, erklärt Geschäftsführer Gerhard Diedrich. „Bis Anfang April drehen wir voll am Zeiger, weiter produziert wird dann bis in den Juni.“ Da es zunehmend schwerer sei, Saisonkräfte aus der Region zu gewinnen, arbeiten die Brüeler bei Bedarf nun mit einer Leiharbeitsfirma zusammen. „Wir hatten echt Probleme“, sagt Diedrich. „Wir haben auch Mitarbeiter ohne besondere Qualifikation eingestellt und sind über den Mindestlohn hinausgegangen.“ Zur nächsten Hochsaison hofft der Geschäftsführer auf Lösungen mit der Agentur für Arbeit, etwa auch in Richtung Asylbewerber mit Bleiberecht. Allerdings sind derzeit nur wenige in der Region untergebracht.

Im Werk II werden Großserien von Garten- und Stehtischen hergestellt, aber auch Hollywoodschaukeln, für die nach einer Flaute die Nachfrage wieder deutlich gestiegen sei, so Diedrich. Die Serie eines Boulevardtischs zum Beispiel umfasse 88 000 Stück. In der neuen Produktionsstätte, die 2012 in Betrieb ging, hätte sich die Produktion von Freizeitmöbeln aus Streckmetall „auf hohem Niveau stabilisiert“, freut sich der Geschäftsführer. Alles, was aus diesem Material bestehe und mit „Made in Germany“ gekennzeichnet sei, komme aus Brüel – egal ob Stapelstuhl, Klappsessel oder Tischplatte. Denn in der Branche gebe es nur noch wenige deutsche Hersteller. Die meisten anderen Firmen hätten der Konkurrenz aus Asien oder Südeuropa nicht standhalten können. Andererseits würden „Made in Germany“ und das Tüv-Zeichen für geprüfte Qualität als überzeugende Verkaufsargumente gelten, mit denen das Unternehmen punkte. Das seien hauptsächlich Discounter und Baumarktketten. In diesem Jahr liefere MFG verstärkt nach Dänemark, Belgien sowie in die Niederlande und Schweiz, nach Frankreich, Österreich, Slowenien, Polen und Tschechien.

Im Werk I seien Neuentwicklungen in Serie gegangen, für eine große Baumarktkette ein von 1,60 auf 2,20 Meter ausziehbarer Gartentisch mit wetterfester Platte und hochwertig beschichtetem Gestell aus Aluminium „im höherpreisigen Bereich“, sagt der Geschäftsführer. Erste Gespräche mit weiteren Interessenten für die nächste Saison seien positiv verlaufen.

Neu produziert werde ein klappbarer Gartensessel mit Sitz- und Rückenfläche aus einer wetterfesten Aluminiumgewebe-Kombination anstelle Kunststoff wie beim vorherigen Modell Poel. Der neue Sessel sei „ein Renner“, so Diedrich, mit und ohne Auflage nutzbar, „auch mal mit nassen Sachen“. Der Name sei am Vorgänger angelehnt: Poel-Tex.

Was die Farben betrifft, habe sich der Trend der vergangenen Jahre fortgesetzt. Bei den Gestellen rangiere Anthrazit mit weitem Abstand vor Weiß, erklärt der Geschäftsführer. Auch bei den Bezügen und anderen Oberflächen seien eher bedeckte Farben gefragt. Krasse Töne kämen überhaupt nicht an, bestenfalls noch ein bisschen Blau. „Wir wollten auf Messen auch mal etwas anderes probieren, was ins Auge fällt. Doch da sind die Kunden nicht mitgegangen. Und nach ihnen müssen wir uns richten“, so Diedrich weiter.

Zur nächsten Saison ab Oktober/November werde bereits eine neue Sitzgarnitur im höherwertigen Bereich für den Garten entwickelt und ersten Kunden demnächst vorgestellt. Für Spritzgusswerkzeuge und technologische Ausrüstung müssten rund 250 000 Euro investiert werden. Doch erst einmal hofft das Brüeler Unternehmen auf schönes Wetter. Ein gutes Frühjahr sei entscheidend für das Gesamtergebnis. Jetzt komme die Erstausstattung in die Geschäfte. Die gehe raus, sobald die Sonne richtig wärmt, und dann werde nachgeordert, kennt der Geschäftsführer das Prozedere. Nach einem durchwachsenen Geschäftsjahr zuletzt sei die aktuelle Situation besser als vor zwölf Monaten.

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