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Bäckermeister kehrt mit neuer Firma nach Sternberg zurück : Schütte: Ich bin wieder da!

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Der Bäckermeister Wilfried Schütte sagt: „Ich bin wieder da!“. Mit der Firma „Der 7 Seen Bäcker“ hat der 57-Jährige den Geschäftsbetrieb in Sternberg übernommen. Er hat nochmals den Reiz gesucht.

svz.de von
erstellt am 24.Apr.2013 | 06:57 Uhr

Sternberg | Die Frau am Telefon meldet sich noch mit "Sternberger Back-Manufaktur" und auch draußen steht - natürlich noch - das alte Firmenlogo. Doch seit Mittwoch null Uhr ist der Geschäftsbetrieb übergegangen an "Der 7 Seen Bäcker". Einer Neugründung von Wilfried Schütte sowie seines Mitgesellschafters Friederich Landgraf aus Lübow bei Wismar. Das Insolvenzverfahren des betrieblichen Vorgängers (SVZ berichtete) läuft laut dem so genannten Sachverwalter, dem Schweriner Rechtsanwalt Andreas Franz, "indes weiter".

"Ich bin wieder da!" Die Worte des 57-jährigen Bäckermeisters klingen wie sein Credo. Der Mann, der einst die Bäckerei "Schütte" im ostfriesischen Timmel groß machte, bevor er dort "1998 aus gesundheitlichen Gründen" ausstieg, lebt seit der Jahrtausendwende in Mecklenburg. Zuerst in Schwerin-Friedrichsthal, "wo auch Handball-Nationalspieler Holger Schneider wohnte. Seit einigen Jahren bin ich nun Poeler."

Doch auch in Sternberg ist Wilfried Schütte bestens bekannt. Erst im Februar 2012 war er beim Neustart der Back-Manufaktur durch Unternehmer Hermann Josef Taterra, dem langjährigen Chef der Torgelower Eisengießerei, als dessen Bäckermeister dabei. Im Herbst 2010 war gegen dessen Vorgänger, die Sternberger Bäckerei, das vorläufige Insolvenzverfahren gestartet.

Doch die Liaison Taterra - Schütte war kurz, bereits im August trennten sich die Wege. "Es passte nicht zusammen. Wir waren verschiedene Mentalitäten, ganz einfach."

Zwei Pleiten innerhalb von kaum mehr als zwei Jahren bei der Sternberger Bäckerei im Gewerbegebiet Rachower Moor. Auch Wilfried Schütte musste einst als Außenstehender mit ansehen, wie sein Lebenswerk durch die 2010er-Insolvenz der Großbäckerei Schütte den Bach runterging. Diese hatte er - wie gesagt - nicht zu verantworten. Er habe den Betrieb schon vor vielen Jahren innerhalb der Familie abgegeben.

Und jetzt legt Schütte wieder los. Was treibt ihn an? "Irgendwann habe ich nochmals den Reiz gesucht. Außerdem kenne ich die Menschen hier in Sternberg. Ich hatte weiterhin Kontakte zu den Mitarbeitern. Und die haben mit ihr Leid geklagt: ,Komm wieder hierher…"

Die Idee mit der 7-Seen-Bäckerei habe er vor drei Monaten gehabt und mit Friederich Landgraf "einen Partner gefunden, wo es sofort passte". Dabei hat der aus dem Magdeburgischen stammende Unternehmensberater, der nach dem Studium 1971 in Wismar familiär hängen blieb und seitdem vor allem im "Werft nahen Bereich hoch bis Lubmin" tätig ist, mit "Backen nix am Hut", gesteht Landgraf. "Außer, dass meine Frau herrliche Sachen mit viel Schlagsahne drauf auf den Tisch zaubert. Aber dafür kenne ich mich mit Zahlen aus!" Und das Konzept von Herrn Schütte begeistere einfach, betont der fast 62-Jährige.

Wilfried Schütte schmiedet in Sternberg neue Pläne. "Hier ist alles optimal, auf dem modernsten Stand. Das wurde alles im letzten Jahr gemacht", so der Firmenchef. Was er nicht sagt, dies war zum großen Teil sein Werk. Er verspricht "a-typische Produkte" und verkündet: "Ich beherrsche die sächsische Backkunst. Die Sachsen-Meinung ist, ab Berlin geht gar nichts. Da gibt’s nur Streuselschnecke. Es ist so!"

Von den zuletzt 28 Mitarbeiten, es waren am Standort Sternberg einst mal deren 90, hat Schütte 20 übernommen. Einst gab es 16 Filialen, jetzt gibt es in Neubukow aktuell nur noch eine. Sein großes Standbein ist und bleibt der Discounter Netto (der süddeutsche) mit seinen 89 Läden in Meckpomm und Schleswig-Holstein. In Sternberg soll es "demnächst einen Werksverkauf geben". Ansonsten plant Wilfried Schütte "im Umkreis von 30 Kilometern weitere Filialen. In Brüel, Warin, Parchim, Wismar sowie - das steht schon fest - am 2. Mai in Grevesmühlen. Und eventuell gehe ich noch an die Küste."

Gestern war sein erster Arbeitstag im neuen, alten Betrieb. Da bleiben noch viele ungelegte Eier. Aber wenn ein Wilfried Schütte was in die Hand nimmt, kann die Konkurrenz im hart umkämpften Bäckermarkt schon mal aufhorchen… "Die haben alle Angst", deutet er an.

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