Sternberg : Schüler kochen nach altem Rezept

Eine Suppe aus Kartoffeln, Gemüse und Kräutern, aber ohne Fleisch, bereiteten die Siebtklässer von Verbundener Regionaler Schule und Gymnasium in Lütt Acker zu. Chefkoch Kevin Marten (l.) gibt sie auch selbst aus. Lion Gürtler (r.) war Hilfskoch.
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Eine Suppe aus Kartoffeln, Gemüse und Kräutern, aber ohne Fleisch, bereiteten die Siebtklässer von Verbundener Regionaler Schule und Gymnasium in Lütt Acker zu. Chefkoch Kevin Marten (l.) gibt sie auch selbst aus. Lion Gürtler (r.) war Hilfskoch.

Methodentage an der Verbundenen Regionalen Schule und Gymnasium umfassen vielfältige Themen. Die Förderschule startet mit zwei Projektwochen ins neue Schuljahr.

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01. September 2015, 21:03 Uhr

Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln, Porree, Sellerie und ein Kräuterstrauß mit ordentlich Liebstöckel – das war’s an Zutaten. Nur noch Salz zum Abschmecken. Das ergibt eine gesunde Gemüsesuppe, aber ohne Fleisch. Gekocht wird in Lütt Acker, Umweltprojekt des Vereins Dialog + Action, in einem mit Holz beheizten Topf. Die vier siebenten Klassen von Verbundener Regionaler Schule und Gymnasium „David Franck“ in Sternberg sind am Dienstag und Mittwoch nacheinander an der Reihe.

Dies ist ein Teil der Methodentage zu Beginn des neuen Schuljahres. Zuerst sei es um die Schulorganisation gegangen, gestern und heute würden sich vielfältige Projekte anschließen, wie Datenschutz, Schul- und Benimmregeln, Cyber-Mobbing, Berufsorientierung oder Bewerbungstraining, erklärt Silke Mentel, Klassenleiterin der 7a. Die seien auf die jeweiligen Klassenstufen zugeschnitten. Der Leseführerschein sei bereits Thema ab der fünften Klasse, beispielsweise zum Umgang mit Texten und der Erarbeitung von Kurzvorträgen.


Urteil von lecker und gut bis „ging so“


Selbst einmal zu kochen wie jetzt in Lütt Acker sei „eine gute Sache“, findet die Klassenlehrerin. „Ich glaube nicht, dass Kinder zu Hause viel mit den Eltern in der Küche stehen. Das war schon beim Kartoffelschälen zu sehen.“ Die Schüler putzen und schnippeln auch das Gemüse. Das haben sie von der Schule mitgebracht, die Kräuter in Lütt Acker frisch geerntet, sagt Klaus Werner, der hier Projektleiter ist. Das Rezept hat Ehefrau Irene, die Vorsitzende von Dialog + Action, zusammengestellt und die Zutaten für jeweils 20 Personen kalkuliert. Der Verein mache dieses Angebot für die Schüler schon seit einigen Jahren. So etwa sei früher oft gekocht worden, eine Arme-Leute-Suppe eben, hat Irene Werner in Erfahrung. Für die einfachen Menschen habe es seinerzeit kaum Fleisch gegeben, so dass sie sich aus dem was zubereiteten, was sie hatten, weil sie das meist selbst anbauten.

Das Urteil der Siebtklässler reicht von lecker und gut bis „ging so“. Manche gehen ein zweites Mal an den großen Topf. Ihr Ding sei das nicht, sagt dagegen Cornelia Klahr. Sie esse doch lieber Fleisch. „Die armen Leute früher tun mir leid.“ Emely Stammer hat die Suppe gut geschmeckt und sich sogar Nachschlag geholt. Zu Hause würde sie sich zum Mittag allerdings auch eher was anderes wünschen.

Kevin Marten und Lion Gürtler finden die Suppe richtig lecker. Kein Wunder, haben sie doch selbst besonderen Anteil daran. Ersterer kocht öfter mit der Mutter, erzählt der 13-Jährige, „alles Mögliche“. Das mache ihm großen Spaß. Deshalb meldet er sich gleich, als nach einem Chefkoch gefragt wird, schnippelt eifrig Kartoffeln und Möhren. Lion ist sein Hilfskoch.


Förderschüler entdecken Tiere und Pflanzen


Im anderen Teil von Lütt Acker sind Achtklässler der Schule mit den Förderschwerpunkten Lernen und geistige Entwicklung unterwegs, eine Gruppe mit Kescher, Lupe und Fernglas, um Tiere am Feuchtbiotop zu entdecken und zu beobachten, eine andere widmet sich den Bienen in Lütt Acker. Am Montag ging es um Kräuter, um dann Kräuterbutter herzustellen. Heute steht ein Rosenallerlei auf dem Programm – Rosengarten, Wildrosenlehrpfad und die Gestaltung eines kleines
Gestecks. Am Freitag lernen die Schüler den Schrebergarten kennen und wollen bei der Pflege helfen, bevor die Klasse zum Abschluss grillt.

Zum Schuljahresbeginn finden an der Förderschule zwei Projektwochen statt. „Wir machen das seit vielen Jahren, immer zu einem anderen Schwerpunkt und in Verbindung mit der Region. Diesmal sind es die Tiere und Pflanzen unserer Heimat“, erklärt Schulleiterin Annett Laß. „Wir nutzen Angebote der Kooperationspartner wie Lütt Acker oder erkunden mit Fahrrädern die Umgebung.“ Hinzu kämen einzelne Projekte in den Klassen, so Laß.

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