Sternberg : Schüler bauen Kartoffeln an

In den beiden Netzen sind zwei Sorten, aus jedem gibt es eine Knolle. Arne Schwuchow von der Agp Lübesse verteilt sie und achtet darauf, dass sie richtig gepflanzt werden.  Fotos: Rüdiger Rump
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In den beiden Netzen sind zwei Sorten, aus jedem gibt es eine Knolle. Arne Schwuchow von der Agp Lübesse verteilt sie und achtet darauf, dass sie richtig gepflanzt werden. Fotos: Rüdiger Rump

Die dritten Klassen der Alexander-Behm-Schule sind beim bundesweitem Projekt „Kids an die Knolle“ dabei. Das Beet in Lütt Acker war bestens vorbereitet.

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28. April 2017, 21:00 Uhr

Jedes Kind erhält zwei Kartoffeln zum Pflanzen. „Solist“ ist eine
frühe Sorte, „Belana“ mittelfrüh. Letztere eigne sich sehr gut für Pommes, macht Steffen Schwedt den Mädchen und Jungen schon Appetit. Doch jetzt müssen die Knollen erst einmal in den Boden. Der Geschäftsführer der Kartoffelmarkt GmbH Sülte, eine Tochter der Agrarproduktgesellschaft (Agp) Lübesse, und seine „rechte Hand“ Arne Schwuchow geben die fachliche Anleitung. Die Sternberger Grundschule „Alexander Behm“ beteiligt sich mit den beiden dritten Klassen an dem Projekt „Kids an die Knolle“, das der Deutsche Kartoffelhandelsverband seit 2008 mit Unterstützung der Landwirtschaftlichen Rentenbank jährlich neu durchführt. Der Agrarbetrieb aus dem Schweriner Umland ist einer der größten Produzenten von Speisekartoffeln in MV und als Vermarkter Mitglied des bundesweiten Handelsverbandes.


Sternberg eine von sechs Schulen


Bei „Kids an die Knolle“ betreut die Agp Lübesse in diesem Jahr sechs Schulen zwischen Ludwigslust und Sternberg. Der Kontakt hierher kam auf kurzem Weg zu Stande – Schulleiterin Heike Schwedt und der Geschäftsführer aus Sülte sind miteinander verheiratet. Der Verein Dialog + Action stellt in Lütt Acker die nötige Fläche zur Verfügung. „Das ist idealer Boden für Kartoffeln, den hätten wir bei uns auch gern, und er ist bestens vorbereitet“, gerät Schwedt beinahe ins Schwärmen. „Hier können bestimmt große Kartoffeln geerntet werden.“ Es sei Kompost hineingekommen, geht Klaus Werner, Projektleiter in Lütt Acker, darauf ein. „Wir pflanzen auch selbst noch Kartoffeln, mit dem
Jugendklub und den jungen Flüchtlingen, die wir ehrenamtlich betreuen.“ Die Knollen dafür würden bereit liegen.

Steffi Maaß und Viola Petra Marx als Klassenleiterinnen haben mit den Schülern zuvor durchgenommen, woher die Kartoffel stammt und wie sie sich in Deutschland verbreitet hat. Jetzt macht Phillip Karsten von der 3a den Anfang. Steffen Schwedt hat erklärt, wie die Kartoffeln
gepflanzt werden müssen – fünf, sechs Zentimeter tief, 25 bis 30 Zentimeter Abstand in der Reihe, 60 bis 70 Zentimeter dazwischen. Das reiche hier aus, auf dem Acker seien es 75 bis 80 Zentimeter, um mit der Technik fahren zu können. Zum Schluss werde der Boden leicht festgetreten.

Max Gotham aus der 3b erzählt, er helfe seinem Opa beim Kartoffelpflanzen. Am Haus gebe es einen großen Garten. „Das Pflanzen macht mein Opa aber lieber allein, ich gebe ihm die Kartoffeln.“

Viele Kinder haben kleine Schaufeln mitgebracht, die werden weiter gegeben. Und auch für die Schüler, die heute fehlen, werden jeweils zwei Kartoffeln gelegt und alle in der Wachstumszeit gehegt und gepflegt. Wenn die Pflanzen etwa 20 Zentimeter aus dem Boden seien, müssen sie von links und rechts angehäufelt werden, erklärt Schwedt. Das sei eine ganz wichtige Aufgabe. Nach den Sommerferien könne die Ernte beginnen.

Ob die jetzt gelegten Kartoffeln dann auch gegessen werden, will jemand wissen. Nein, erklärt der Fachmann. „Die Mutterknolle, die jetzt schon kleine Keime hat, gibt alle Nährstoffe ab und verbraucht sich selbst. Von ihr bleibt nichts übrig.“ Die kleinen grünen Früchte, die aus den Blüten entstehen, dürften nicht verzehrt werden, denn sie seien giftig. Früher hätten Menschen davon Halluzinationen bekommen.

Es werde spannend sein zu verfolgen, wie die Kartoffeln heranwachsen, ist die Klassenleiterin der 3a überzeugt. Die Schüler halten alles schriftlich fest, manche Klassen machen auch eine Wandzeitung, weiß Steffen Schwedt aus Erfahrung. Sie können alles einschicken und bei etwas Glück neben selbst angebauten, wohlschmeckenden Kartoffeln auch noch eine Prämie erhalten.

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