Auf Sternberg kann sich das DRK verlassen : Schon zigmal zur Ader gelassen

Seinen 68. Blutspendetermin absolvierte Hans-Joachim Wilke aus Pastin. Fotos: Horst Kamke
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Seinen 68. Blutspendetermin absolvierte Hans-Joachim Wilke aus Pastin. Fotos: Horst Kamke

DRK-Blutspendienst hatte zum Sommer-Termin eingeladen / 32 Spender: Bis Jahresende neue Rekordmarke in Sicht

svz.de von
27. Juli 2014, 18:44 Uhr

Auf Sternberg und sein Umland konnte sich der DRK-Blutspendedienst stets verlassen: Auch im Ferienmonat Juli kamen am vergangenen Sonnabend mehr Blutspender als anderswo in das Seniorenzentrum, um dort zur Ader gelassen zu werden. „Das ist der Grund, warum wir in Sternberg außer acht Wochentagsterminen pro Jahr noch einen Sondertermin am Wochenende anbieten“, lobte DRK-Pressesprecherin Silke Hufen. 2013 hatten sich in Sternberg bei neun Terminen insgesamt 493 Spender jeweils einen halben Liter Lebenssaft abzapfen lassen. Darunter waren 16 Erstspender. 2014 verzeichnet die Statistik einschließlich des Samstags bislang 389 Spender (17 Erstspender). Davon ausgehend, dass in diesem Jahr in Sternberg außerdem am 8. und 9. Oktober jeweils von 14 bis 19 Uhr noch zwei weitere Blutspendetermine anstehen, könnten die Vorjahreszahlen also deutlich übertroffen werden. Weitere Termine und Spenderorte verkündet die kostenlose Telefon-Hotline (0800-11 948 11), oder sie finden sich im Internet, ausgehend von der Adresse www.blutspende-mv.de

„Dennoch werden gerade in den Sommermonaten mehr Spenden gebraucht als gewonnen“, schildert Hufen die Zwangslage. Dabei geht es noch nicht einmal darum, dass es in den Ferienmonaten mehr Unfallopfer gebe. Die stehen mit einem Verbrauch von 12 Prozent der Blutspenden erst an vierter Stelle des Bedarfs. Spitzenreiter mit 19 Prozent sind vielmehr Tumorpatienten. „Das durch Krebs angegriffene Knochenmark als Produktionsquelle unserer Blutkörperchen wird durch Chemotherapie und Bestrahlung weit eingeschränkt“, erläutert die DRK-Sprecherin. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) als Sauerstoffträger sowie die Blutplättchen (Thrombozyten) können dann vom Körper nur in viel zu geringer Zahl nachbildet werden. „Tumorpatienten brauchen deshalb kontinuierlich bis zu dreimal wöchentlich eine Blutspende.“ Gleichauf mit jeweils 16 Prozent liegen danach Patienten mit Herz-Kreislauf- oder Magen-Darm-Erkrankungen und deren Bedarf an Blutkonserven bei ihren Operationen. „Um diesen großen Herausforderungen gerecht zu werden, brauchen wir auch in den Sommermonaten viele Blutspender.“ Und bei denen bedankt sich das DRK auch im August mit einem praktischen Erste-Hilfe-Set.

Den Sondertermin in Sternberg nahmen vor allem Spender wahr, die an Wochentagen durch Arbeit verhindert sind. So auch der Fernfahrer Hans-Joachim Wilke (Pastin), der seit seiner Volljährigkeit bereits 68 Termine wahrgenommen hat. „Für mich ist der Samstagstermin ideal.“ Das Schweriner DRK-Team hatte dafür unter Leitung von Doktor Hartmut Schuster ein vierköpfiges Team aufgeboten, darunter zwei Krankenschwestern. Bei der Anmeldung ließen alle potenziellen Spender ihre persönlichen Daten registrieren und füllten einen ausführlichen Fragebogen aus, der Auskunft über eventuelle Vorerkrankungen gab. Außerdem wurden Puls, Temperatur, Blutdruck und der Hämoglobinwert gemessen. Dieser Test erfasst den Gehalt an roten Blutkörperchen, was als Indikator für den Eisengehalt des Spenderblutes gilt. Erst wenn Messungen, Test und die Befragung durch Dr, Scuster positiv ausfielen, wurde jedem Spender ein halber Liter Blut abgenommen. Dabei ließ das regelmäßige Pumpen mit einem Gummiball die Venen im Arm kräftig anschwellen und erleichterte den Zugang der Zapfnadel. Jeder Blutbeutel wurde dann mit Aufklebern bestückt, die eine eindeutige Zuordnung zum Fragebogen und Hämoglobin-Test ermöglichen. Sämtliche Beutel kommen dann in das Zentrallabor nach Neubrandenburg, wo der Inhalt genau auf Erreger von Krankheiten wie Hepatitis, Syphilis und Aids oder Drogen untersucht wird. Das meiste Spenderblut (37 Prozent) hat die Blutgruppe A (Rhesus positiv), danach folgen die Blutgruppen 0–positiv (35 Prozent) und B-positiv (9 Prozent). Am seltensten kommen die Blutgruppen B-negativ (2 Prozent) und AB-positiv mit nur einem Prozent vor. Jeder Spender erhält einen Ausweis im Scheckkarten-Format, der die Blutgruppe und seine Teilnahme an Spendenterminen vermerkt. Maximal viermal pro Jahr darf man zur Ader gelassen werden, und man muss volljährig sein.

Zum Abschluss saßen die Blutspender noch gemütlich bei einem stärkenden Imbiss beisammen. Den hatten Christel Zimmermann und weitere fünf Helferinnen von der Sternberger DRK-Ortsgruppe zubereitet.

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