Breitbandausbau : Schneller Zugang zum Weltnetz

Start Breitbandausbau  für das Amt SSL.
Start Breitbandausbau für das Amt SSL.

Für acht Kommunen im Amt Sternberger Seenland beginnt Anfang 2018 der Breitbandausbau. Amt Neukloster-Warin muss noch warten

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08. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Nach Artikel 3 des Grundgesetzes sollen alle Menschen gleich behandelt werden und alle die gleichen Chancen bekommen. Kinder und Jugendliche in Dörfern, in denen nur ein geringes Datenvolumen pro Sekunde von der normalen Telefonleitung auf den Computerbildschirm transportiert werden kann, haben nicht dieselben Chancen wie ihre Altersgenossen in Städten oder Gemeinden mit nennenswertem Internetanschluss. Denn sie können nicht nur kein Wissen im Internet abfragen oder nicht die Homepage ihrer Schule erreichen, sondern auch weder soziale Netzwerke nutzen noch Filme oder Musik streamen oder gar Browser-Spiele spielen. Damit fehlt ihnen eine zeitgemäße Teilhabe an der Welt. Von den Nachteilen für Unternehmen oder Selbstständige und den daraus resultierenden Wettbewerbs- und Standortnachteilen ganz zu schweigen.

Um dies zu ändern, hatte die Bundesregierung 2015 eine flächendeckende Breitbandversorgung mit mindestens 50 MBit/s bis 2018 beschlossen. Nun steht 2018 vor der Tür und Bewohner von Dörfern wie Bibow oder Groß Tessin in Nordwestmecklenburg wissen bis jetzt noch nicht einmal, wann bei ihnen zu Hause denn nun ein moderner Zugang zur Welt möglich wird. Zumindest war von Petra Rappen, der Pressesprecherin des Landkreises NWM, zu erfahren, dass die Angebote für den sogenannten 1. Call bis Ende November abgegeben werden mussten. Dazu gehört das Amt Neukloster-Warin jedoch nicht.


Im Amt SSL Baubeginn ab März

Acht Kommunen des Amtes Sternberger Seenland (SSL) können sich dagegen freuen, dass es bei ihnen endlich losgeht. Am 6. November wurde der Vertrag mit der Wemacom, einer Tochtergesellschaft der Wemag, in Parchim unterzeichnet. Zu diesem 1. Call gehören: Sternberg, Blankenberg, Borkow, Hohen Pritz, Kloster Tempzin, Kobrow, Mustin und Weitendorf.

„Baubeginn für den 1. Aufruf soll März 2018 sein“, informierte Armin Taubenheim als Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes SSL. „Wir rechnen mit über einem Jahr Bauzeit.“ Zuerst würden die Haupttrassen für die Glasfaserkabel verlegt, dann die Hauptverzweigungen und die Straßentrassen, zum Schluss die Hausanschlüsse. Derzeit würden von dem Unternehmen an alle betreffenden Haushalte Vertragsunterlagen verschickt. Bei den Verträgen werden drei unterschiedliche Tarife je nach Datengeschwindigkeit angeboten.

Die Verlegung des Glasfaserkabels von der Grundstücksgrenze bis zum Haus ist kostenlos, wenn ein Vertrag mit der Wemacom bis zum Beginn der Bauarbeiten geschlossen wird und die Entfernung nicht länger als 15 Meter ist. Jeder Meter darüber kostet die Hauseigentümer 50 Euro. „Diese Kosten können die Hauseigentümer jedoch senken, indem sie die Erde für die Leitungen zum Beispiel selbst aufgraben“, meint Armin Taubenheim. „Am 10. und 11. Januar finden um 18 Uhr im Hotel Dreiwasser Einwohnerversammlungen für die Stadt Sternberg, aufgeteilt nach Ortsteilen statt. Dort gibt es alle wichtigen Informationen und auch Mitarbeiter der Wemag werden dort sein.“ Die anderen sieben Kommunen laden ebenfalls zu entsprechenden Einwohnerversammlungen, die Termine dafür werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Für den 2. Call, zu dem die Gemeinden Brüel, Dabel, Witzin und Kuhlen-Wendorf gehören, werden gerade die Angebote der Telekommunikations-Unternehmen eingeholt, informierte der LVB noch. Dort ist der Ausbau zumeist jedoch nicht so dringend, weil es dort zwar keine Turbo-Internetanschlüsse gibt, aber solche, mit denen man arbeiten kann. „Wir haben schon seit zehn Jahren Anschlüsse mit 6000 bis 12 000Mbit/s“, erklärte beispielsweise Herbert Rohde, der Bürgermeister von Dabel.


Zeitplan für NWM bisher nicht bekannt

Eine verbindliche Aussage zum Breitbandausbau im Amt Neukloster-Warin konnte die SVZ weder vom Landkreis NWM noch von Jessica Steffen, einer der beiden Breitbandkoordinatoren NWM, bekommen: „Wir versuchen so transparent zu sein, wie uns das rechtlich möglich ist“, erklärte letztere. Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen seien konkretere Aussagen derzeit jedoch nicht möglich, da sonst die Förderung gefährdet werde.
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