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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. Oktober 2017 | 02:32 Uhr

Sternberg : Schnee lässt Markttag schmelzen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Weniger Kunden, aber auch weniger Händler waren gestern auf dem Markt in Sternberg. Die Winterferien waren ein weiterer Grund neben dem Wetter – denn die Schulbusse fahren nicht.

von
erstellt am 04.Feb.2015 | 16:28 Uhr

Der Schnee, der gestern Vormittag zur Freude der Kinder reichlich fiel, kam für die Händler beim Sternberger Markttag zum ungünstigsten Zeitpunkt. „Von den Kunden, die sonst jeden Mittwoch kommen, fehlten heute einige“, hat Dieter Krüger, „Juch Fleischer“ aus Dabel, festgestellt. Nächste Woche würden sie bestimmt erzählen, dass sie sich nicht getraut hätten, weil es zu glatt gewesen sei, ist Krüger überzeugt.

Fischer Jörg Rettig, der Winter wie Sommer an seinem Platz steht, spricht von „ein bisschen weniger“ Kunden. „Es war kein Einbruch, der
Zulauf nicht extrem schlecht, aber man merkt es schon“, so Rettig. Wer einen längeren Weg hoch zum Markt habe, bleibe an solchem Tag lieber mal zu Hause. Zeitweilig fiel der Schnee in dichten Flocken und blieb liegen. Mehr ärgert sich der Fischer, dass die vereinbarte Lieferung von Heringen ausblieb, denn danach sei mehrmals gefragt worden. Heute sollen aber welche aus Rostock kommen, hofft Rettig.

Peter Rosa-Salva, ein Neu-Sternberger, wie er sich selbst nennt, ließ sich von Schnee und Glätte nicht abhalten und kauft eine geräucherte Forelle. Seit einem halben Jahr wohne er mit der Lebensgefährtin in der Leonhard-Frank-Straße. „Nach der Wende sind wir hier oft durchgefahren zu meiner Tante in Greifswald. Irgendwann haben wir uns mal übers Wochenende im Hotel eingemietet und später ein Ferienhaus in Sagsdorf ausgeguckt.“ Er sei schon viel umher gezogen, aber in Sternberg wolle er nun bleiben. Stadt und Umgebung gefielen ihm wunderbar, so Rosa-Salva.

Ingeborg Cramer, die im Verkaufswagen der Landpute Vertretung macht, sieht die Ferien als weiteren Grund für ausbleibende Kunden. „Die Schulbusse fahren nicht. Wer auf dem Lande darauf angewiesen ist, kommt in dieser Zeit nicht in die Stadt.“ Und mancher sei in den Winterurlaub gefahren, Eltern mit Schulkindern oder Oma und Opa mit den Enkeln.

Karin Holly aus Waren/Müritz ist mehr in die Mitte gerückt, wo sonst der Gemüsestand seinen Platz hat. Dessen Betreiberin sei wohl krank, habe sie gehört. Karin Holly kommt seit 14 Jahren alle zwei Wochen nach Sternberg und verkauft Unterwäsche. Der Aufwand sei recht groß, knapp 80 Kilometer eine Fahrstrecke und etwa eine Stunde aufbauen. „Weil ich ein sehr breit gefächertes Sortiment habe, kommt es bei dem begrenzten Platz vor, dass ich bestimmte Größen nicht dabei habe. Kunden bestellen die dann. „Deshalb kann ich nicht einfach wegbleiben.“ Manche hätten ihre Bestellung bei dem Wetter nicht abgeholt. „Sie wissen aber, dass ich ihnen das weglege, und kommen das nächste Mal. Gerade auf ältere Kunden ist immer Verlass“, sagt Holly.

Im Winter sei die Reihe der Händler stets kürzer, sagt Marktleiterin Angelika Dreßler vom Ordnungsamt. Einige wie die Betreiber von Nudelpfanne sowie Lederwaren- und Textilienstand hätten sich in den Urlaub abgemeldet, würden in die ferne Heimat reisen und die Familienkontakte pflegen. Kein Verständnis habe sie, so Dreßler, wenn jemand einfach so wegbleibe, wie der Anbieter polnischer Erzeugnisse, der seit Dezember nicht mehr gesehen worden sei. „Alle wissen, dass sie sich abmelden müssen. Das geht ganz einfach telefonisch. Ich muss gar nicht den Grund wissen. Bei einer Absage sagt kein Mensch was. Aber ich kann dann die Stände anders aufteilen“, erklärt die Marktleiterin. Zum März rechnet sie wieder mit einem vollen Markt. Derzeit seien 14 Stände eingetragen.

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