Schnee-Alarm auch für Landwirte

Schichtwechsel  beim Winterdienst gestern Nachmittag auf dem Agrarhof in Brüel: Michael Muth, Frank Filchner, Mario Roß, Ottmar Korth und Torsten Filchner (v.l.). Wer Feierabend hat, kann in der folgenden Nacht damit rechnen, dass es um drei Uhr wieder los geht. Denn wegen der Wetterprognosen gilt Bereitschaft. Foto: Rüdiger Rump
Schichtwechsel beim Winterdienst gestern Nachmittag auf dem Agrarhof in Brüel: Michael Muth, Frank Filchner, Mario Roß, Ottmar Korth und Torsten Filchner (v.l.). Wer Feierabend hat, kann in der folgenden Nacht damit rechnen, dass es um drei Uhr wieder los geht. Denn wegen der Wetterprognosen gilt Bereitschaft. Foto: Rüdiger Rump

svz.de von
10. März 2013, 06:49 Uhr

Brüel / Warin | Angekündigt war starker Schneefall für die Nacht zum Sonntag. Dass es wirklich so dicke kommt, hat manchen dann doch überrascht. Nicht so beim Agrarhof Brüel und der Wariner Pflanzenbau eG. , die Mitarbeiter waren auf Schnee-Alarm vorbereitet. Die Landwirte sind für das Straßenbauamt sowie umliegende Gemeinden mit Räum- und Streufahrzeugen unterwegs. Seit Sonnabend-Nachmittag war Winterbereitschaft angesagt, am Abend ging es los, sagt Dietmar Schulz, der Leiter vom Agrarhof.

Bei dieser Witterung besetzen die Brüeler mit vier Mann zwei Fahrzeuge rund um die Uhr, jeweils in Zwöf-Stunden-Schichten von drei bis drei, sie sind auf Bundes- und Landesstraßen im Einsatz. Zwei Schiebeschilde und einen Streuanhänger stellt die Straßenmeiste rei, die auch bestimmt, wo der Einsatz erfolgt, die Traktoren kommen vom Agrarhof. "Unsere Leute befahren ein ziemlich großes Gebiet", so Schulz. Das reicht bis dicht nach Schwerin heran und dann teilweise über Crivitz bis Tramm und Domsühl sowie in die andere Richtung bis Lohmen, das schon zum Landkreis Rostock gehört.

Mit zwei weiteren Fahrzeugen erledigt der Agrarhof den Winterdienst im Bereich mehrerer Gemeinden. Hier zieht sich der Radius von Zahrensdorf, LangenJarchow und Häven über Sülten, Weitendorf, und Jülchendorf bis nach Kobrow und Dabel. Auf diesen Straßen sind sechs bis sieben Mitarbeiter des Agrarhofs im Einsatz. Vorrangig wird diesmal die Räumtechnik gebraucht, um die Schneeverwehungen, die durch den kräftigen, hartnäckigen Nordostwind

immer wieder neu entstehen, von den Fahrbahnen zu bekommen. "Manche Stellen, die man gerade geräumt hat, sind auf dem Rückweg schon wieder zugeweht", erzählt Frank Filchner. "Dass es schneien wird, war angekündigt, so schlimm hatten wir es allerdings nicht erwartet. Aber wir können uns das Wetter nicht aussuchen. Morgen früh geht es wohl noch mal los", bleibt der Mann vom Agrarhof gelassen. Sonst steuert er einen großen Traktor über den Acker. "Der Schnee ist nicht so schlimm, aber der Wind, durch den ziemlich hohe Verwehungen entstehen", so auch die Erfahrung von Mario Roß. Die B 104 zum Beispiel war gestern Nachmittag zwischen Sternberg und Brüel überwiegend frei, doch vor allem auf den Kuppen, wo der Wind freie Bahn hatte, sammelte sich immer wieder Schnee auf der Fahrbahn und verlangte den Autofahrern größte Aufmerksamkeit ab.

Eine so heftige Rückkehr des Winters in diesen Märztagen sei ihm aus den vergangenen Jahren aus dem Stegreif nicht geläufig, sagt Schulz nach kurzem Überlegen. Aber er könne sich auf Anhieb an 1968 erinnern. Am 16. März war seine Jugendweihe, "und da hatten wir so viel Schnee, dass wir kaum zu der Feierstunde durchgekommen sind", erzählt Dietmar Schulz.

Wird eine Wetterlage wie jetzt vorhergesagt, herrscht auch bei den Wariner Pflanzenbauern Winterbereitschaft. "Da lassen wir uns nicht überraschen. Die Mitarbeiter werden rechtzeitig eingeteilt", sagt Vorstandsvorsitzender Wolf-Dietmar Vetter auf SVZ-Anfrage. Und auf sie sei Verlass, sie würden diese Arbeit verantwortungsbewusst erledigen. Die Genossenschaft macht im Auftrag von vier Kommunen auf insgesamt 68 Kilometer Straße den Winterdienst.

Gute Nachricht aus dem Polizeirevier in Sternberg: Es gab "absolut nur Kleinigkeiten", so Polizeikommisssar André Ehrke. "Das hat uns selbst gewundert bei dieser Witterung. Die Autofahrer haben wohl gut aus dem Fenster geschaut, bevor sie losgefahren sind, und sich entsprechend auf die Straßenverhältnisse eingestellt."

Das wird auch heute und an den nächsten Tagen notwendig sein, wenn sich die Vorhersagen der Meteorologen wieder so bestätigen.

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