Dabel : Schlossgang mit Folgen

Anja Riek bei einer Lesung in der Dabeler Kita St. Martin.
Anja Riek bei einer Lesung in der Dabeler Kita St. Martin.

Anja Riek hat ihr erstes Buch herausgebracht und war nun in der Dabeler Kita St. Martin zu Besuch.

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22. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Weihnachtszeit ist Märchenzeit. Auch in der Dabeler Kita St. Martin. Die hatte eine echte Schriftstellerin zu Besuch. Anja Riek las für die Kinder aus ihrem ersten Buch „Mittwinter“. In dem geht es um die ungewöhnliche Prinzessin Immerlieb. Anja Riek erzählte auch, wie es ist, ein Buch herauszubringen. Sie habe gelernt, das Schreiben einer Geschichte sei etwas ganz anderes, als das Herausbringen eines Buches. „Wenn ich gewusst hätte, wie schwer es ist, hätte ich es wahrscheinlich gelassen“, sagt die dreifache Mutter. Layout, Technik, rechtliche Vorgaben, Urheber- und Bildrechte, Verhandlungen mit Verlagen und nun der Vertrieb seien die Dinge, die den Traum vom eigenen Buch fast zum Platzen gebracht haben. Doch eben nur fast. Denn wer seine Geschichte mit einer kämpfenden Prinzessin beginnt, gibt selbst nicht auf.

Erzieherin Dietlinde Dannebauer war beeindruckt: „Eine Schriftstellerin befragen zu können, ist fast genauso spannend wie die Geschichte selbst.“

Alles begann, als Anja Rick mit der Tochter ihres Mannes im Schloss in Schwerin war. „Wie immer kamen wir zu spät und so waren die offiziellen Führungen schon vorbei“, erzählt sie. Der Pförtner hätte sich aber erbarmt und eine kleine Führung gemacht und dabei die Tochter Prinzessin (N)Immerlieb genannt. Die kleine Truppe ersann an diesem Tag die Figuren rund um die Prinzessin und beim zu Bett gehen sollte Anja weiter erzählen. So entstand die Geschichte von Mittwinter auf der mittelalterlichen Burg, welche Anja Riek immer wieder erzählte, schließlich zu Papier brachte und vorlas. Sie las in der Schule, im Kindergarten, in Bibliotheken und auch in Krankenhäusern, um kleinen Patienten einige aufregend-schöne Stunden mit ihrer Prinzessin zu schenken. Fast immer wurde ihr von den Erwachsenen herum gesagt, dass sie die Geschichte doch aufschreiben solle und die leuchtenden Kinderaugen bestätigten dies. Der Tag im Schloss liegt nun 14 Jahre zurück.

Die Geschichte spielt im Hochmittelalter des 12. Jahrhunderts. „Ich möchte den Kindern von heute ein Buch in die Hand geben, das sie in eine Welt führt, in der es keine Technik gab: Wie war das Leben ohne Handy, Mikrowelle und Autos? Aber auch welche Normen und Werte sind wichtig“, erklärt Anja Riek.

Ihre Faszination für das Mittelalter verdankt sie ihrer Geschichtslehrerin. Sie hatte die Gabe, Geschichte lebendig werden lassen zu. „Nun hoffe ich, dass auch ich mit dieser Gabe gesegnet bin, und mit meiner Prinzessin die Kinder erreiche“, wünscht sich die Autorin, die einen eigenen Verlag gegründet hat. Vier weitere Geschichten sind nämlich schon geschrieben.

Interesse eines Verlages habe es durchaus gegeben. „Er kredenzte mir jedoch einen Vertrag, welcher mich fast all meiner Rechte an meinem eigenen Gedankengut beraubte. Das war ein Punkt, wo ich dachte, ich schmeiß hin, das geht ja nie.“ Jetzt geht Anja Riek bewusst ihren eigenen Weg und vertreibt vorerst das Buch selbst. Dabei kann sie auf die Unterstützung einiger Unternehmer setzen: Das Buch liegt im Kaufhaus Möller in Sternberg, bei Fohsack und in Dabel im Blumenladen sowie in Fredis kleinem Supermarkt aus.


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