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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

11. Dezember 2017 | 06:28 Uhr

Dorf Mecklenburg : Schlachtetag im Agrarmuseum

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Mehr als 600 Besucher aus nah und fern strömten zur traditionellen Veranstaltung nach Dorf Mecklenburg

svz.de von
erstellt am 08.Feb.2016 | 20:30 Uhr

Es war kurz nach 10 Uhr am Samstag, als sich alle Augenpaare auf den nostalgischen Traktor richteten. In seinem Hänger die wichtigste Zuladung der Schlachtefest-Veranstaltung am Kreisagrarmuseum, ein Borstenvieh aus Levetzow bei Lübow.

Das gut genährte Tier hätte wohl noch ein wenig länger in privater Haltung ein glückliches Schweineleben führen können. Aber dann trat der ortsansässige Fleischer Jörg Dargel aus Dorf Mecklenburg auf den Plan. „Stolze 176 Kilo waren es vor gut einer Woche, etwas mehr dürfte es zum jetzigen Zeitpunkt noch sein, also ein ordentlich großer Deibel“, verriet der 42-jährige Metzger.

Das eingespielte Team demonstrierte die Hausschlachtung. Diesmal nicht wie die Jahre zuvor am Wallensteingraben, sondern direkt vor der Museumshalle. „Wir wollten nicht, dass die Besucher dort unten durch den von Regen durchweichten Modderboden stapfen müssen, so haben wir kurzfristig umdisponiert“, so Museumsdirektor Falko Hohensee. Und der zeigte sich am Ende sehr zufrieden, denn viele Gäste nutzten zudem die Zeit für einen Museumsbesuch.

Statt Bauernscheune erhielt der Sonderausstellungsbereich mal eben den Status „Schlachtefest-Cafe“, wo der Museumsverein mit selbstgebackenen Kuchen überzeugte. Der Wurst- und Fleischverkauf funktionierte ebenfalls sehr gut im Museums-Eingangsbereich. Langjährige Partner, wie Fischer Walter Piehl aus Schlagsdorf, und Neuhinzugekommene hatten ihre Verkaufswagen ebenfalls gut an der Museumszufahrt positionieren können.

Noch bevor DJ Michael aus Damshagen mit dem Stimmungslied „Da wird ne’ Sau geschlachtet“ aufwartete, stand der Kessel mit dem heißen Wasser bereits unter Volldampf. „Ein Schuss fit macht das heiße Wasser etwas weicher“, erklärte Metzger Jörg Dargel, als das aufwändige Entfernen der Borsten begann, genannt Abglocken.

Dicht gedrängt verfolgten Jung und Alt die Arbeitsabläufe bis hin zum eigentlichen Schlachteprozess. Endlich war der hell glänzende Schweinekörper am Krummholz befestigt und damit bereit zum Aufrichten. „Wenn das Schwein an Haken hängt, wird erstmal einer eingeschenkt, das ist Tradition“, prostete Jörg Dargel unter dem Beifall der Besucher seinen Mitstreitern zu.

Nach der kleinen Kräuterschnapseinlage ging es der toten Sau an die „inneren Werte“. Am Ende sorgte ein scharfes Fleischerbeil für zwei Schweinehälften.

Das letzte Wort hatte in amtlicher Eigenschaft Tierärztin Petra Bolbeth aus Dorf Mecklenburg: „Da gibt es nichts zu beanstanden, denn das sieht alles sehr gesund aus.“ Damit drückte sie nach gründlicher Fleischbeschau beiden gesunden Schweinehälften ihren amtlichen Stempel auf die Schwarten. Zusätzlich freuen durften sich gleich mehrere Besucher, deren Eintrittskartennummern bei der Schlachtefest-Tombola gewannen. Den Hauptgewinn, eine große Tasche voller Genüsslichkeiten nahm Emely-Luis Marth aus Wismar mit nach Hause.

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