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Brüeler Friedhofswärter ist verärgert : Schlachtabfälle auf Friedhof entsorgt

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Matthias Manthei ist für drei Friedhöfe zuständig: den Alten, den Neuen und den Jugendfriedhof in Brüel. Was ihn ärgert ist, dass die Friedhöfe mehr und mehr zu Müllplätzen werden, wenn er sie nicht absammeln würde.

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erstellt am 16.Apr.2012 | 08:28 Uhr

Brüel | Matthias Manthei nimmt einige verwelkte Tulpen aus den Vasen. Der Brüeler Friedhofswärter zeigt sich zufrieden. Die Wiese für die anonyme Bestattung ist gepflegt, die Blumen stehen vor dem großen Stein. "Trost ist, dass du da warst - Stunden, Monate, Jahre" von H. van Veen ist auf einer Tafel zu lesen. "Die ist relativ neu, vielleicht ein halbes Jahr alt", weiß Matthias Manthei. Über die Worte haben die Stadtvertreter entschieden, ein Brüeler Bürger hat die Tafel finanziert und auch die Rosen, die zu beiden Seiten des Steins gepflanzt worden sind.

Wann immer es seine Zeit zu lässt, schaut der Friedhofswärter auch hier nach dem Rechten. Denn wiederholt hatte es Beschwerden von Friedhofs besuchern über vertrocknete Gestecke und Blumen auf der anonymen Wiese gegeben. "Die Wiese sollte frei von jeglichen Blumen sein. Leider haben dafür nicht alle Hinterbliebenen Verständnis", bedauert Manthei und erzählt, dass es sogar schon vorgekommen ist, dass ein Blumentopf und Kerzen aufgestellt oder Gras herausgenommen und Blumenzwiebeln eingegraben wurden. "Die Leute werden sogar richtig böse, wenn ich sie daraufhin anspreche", sagt er.

Auf dem Neuen Friedhof in Brüel gibt es mehrere Möglichkeiten der Bestattung. Relativ selten geworden ist die Erdbestattung, häufiger entscheiden sich die Hinterbliebenen für ein Rasenreihengrab bzw. ein Urnenwahlgrab mit Stein, und sehr oft gewählt wird die anonyme Beerdigung. "Das ist sicher auch dem geschuldet, dass oftmals niemand mehr in der Nähe ist, der das Grab dann pflegen kann", sagt Bauhofsleiter Norbert Krienke. Über die verschiedenen Möglichkeiten der Bestattung sollte man sich auf jeden Fall frühzeitig, in Ruhe und ausführlich informieren, empfiehlt er und darauf gern auch den Friedhofswärter oder ihn ansprechen.

Matthias Manthei ist für drei Friedhöfe zuständig: den Alten und den Neuen in Brüel und den Judenfriedhof. Was ihn richtig ärgert ist, dass die Friedhöfe mehr und mehr zu Müllplätzen werden, wenn er sie nicht regelmäßig absammeln würde. "Allein von den beiden Brüeler Friedhöfen kommen im Monat rund 20 blaue Säcke mit Essensresten und anderen Haushaltsabfällen zusammen", zählt Manthei auf. Sogar Einkaufstüten voll mit leeren Flaschen, Tüten mit Frittenfett oder Schlacht abfällen lagen schon auf dem Friedhof, sagt Krienke und kann darüber nur den Kopf schütteln. Und seit Jahren nun schon entsorgt jemand seine Zigarettenkippen in einer leeren Margarinenschachtel. "Ich finde es schade, dass Leute eine solche Mentalität haben", erklärt Manthei.

Jetzt im Frühjahr wollen die Männer vom Brüeler Bauhof auch den Friedhofszaun zum Baumlehrpfad hin mit einem abschließbaren Tor sichern. "Immer wieder öffnen Leute den Zaun und lassen ihn offen. Dann ist aber auch für die Rehe der Weg auf den Friedhof frei", sagt Norbert Krienke. Und immer wieder würden hier auch Hunde frei umherlaufen, mahnt er. "Hunde dürfen nur an der Leine mit auf den Friedhof", erinnert er.

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