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Kirchgemeinde Warin, Jesendorf und Bibow : Scherenschnitte vom Weltmeister

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Es war eine gelungene Überraschung bei der gemeinsamen Dankeschön-Veranstaltung für Ehrenamtliche aus den Kirchgemeinden Warin, Jesendorf und Bibow, als der Scherenschnitt-Champion Jacques Matéos sein Können zeigte.

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erstellt am 22.Jan.2012 | 09:26 Uhr

Klein Labenz | Sechs bis acht Männer treffen sich Sonnabend für Sonnabend in der Wariner Stiftskirche, um das Innere des Gotteshauses weiter zu verschönern. Was anfällt, erledigen sie mit handwerklichem Geschick, ob Maurer-, Elektro- oder Holzarbeiten. Teils in einem der Berufe, teils begnadete Heimwerker, haben alle eines gemeinsam: Sie arbeiten den Sonnabendvormittag ohne Bezahlung. Andere engagieren sich in Fördervereinen oder als Kirchenälteste, leiten Chöre oder Instrumentalgruppen. Den ehrenamtlich Tätigen in den verbundenen Kirchgemeinden Warin, Jesendorf und Bibow wurde am Freitagabend in Klein Labenz zum ersten Mal in einer gemeinsamen Veranstaltung Dankeschön gesagt. Große Freude über die Einladung auch bei Gisela und Karl Kothe aus Tarzow, einer kleiner Ort bei Jesendorf, den kaum jemand in der Runde kannte. Sie tragen in ihrem Dorf den Gemeindebrief aus. Anerkennung ebenso für jene, die eine offene Kirche, inte ressierten Besuchern auch abseits fester Zeiten den Zugang ermöglichen. "Das Ehrenamt wird in der Öffentlichkeit zu wenig geschätzt", meint Pastor Andreas Kunert. "Dabei verdient es größte Anerkennung. Es sind die freiwilligen Helfer, die das Gemeindeleben in Gang halten und gestalten. Sonst ist ihnen im kleinen Kreis gedankt worden. Das erste Mal machen die Kirchgemeinden es gemeinsam, wie wir uns das schon länger vorgenommen hatten." Als die Adressen für die Einladungen herausgesucht wurden, seien um die 120 zusammengekommen. Eine immens hohe Zahl, findet Kunert, bei etwa 830 Mitgliedern in den drei Kirchgemeinden. Rund 70 Ehrenamtliche trafen sich nun in geselliger Runde.

Kirche zeigt Profil, nicht durch den Pastor, sondern durch die Ehrenamtlichen, fügt Kunert an. Aus disem Gedanken entstand eine originelle Idee, die an dem Abend für eine gelungene Überraschung sorgte. Denn während der Pastor seine Ansprache hielt, die Band der Kirch gemeinde Warin passende Begeleitmusik spielte, die Gäste sich am Büffett bedienten oder munter plauderten, ging ein Mann von Tisch zu Tisch. Jacques Matéos fertigte von jedem einen Scherenschnitt an. Der gebürtige Franzose war als schnellster Scherenschnittkünstler der Welt in das Guinness-Buch der Rekorde 1982 gelangt, trat zu jener Zeit in vielen Fernsehshows auf und hatte prominente Modelle wie Willy Brandt und Helmut Kohl. Vor acht Monaten siedelten der einstige Weltmeister und seine Frau, die aus Düsseldorf stammt und mit der er seit 1972 verheiratet ist, von der Großstadt nach Warin über.

Seine kleinen Kunstwerke als nette Erinnerung an den Abend gedacht, sammelte Pastor Kunert aber erst einmal wieder ein. Denn alle zusammen sollen die Vorlage für ein Plakat bilden, das in der Kirche seinen Platz finden wird. Sein Motto: Kirche zeigt Profil. Er nenne das Kultur der Wertschätzung, so Kunert.

Mit Ausnahme der Band hatten die Ehrenamtlichen an diesem Abend frei. Das ermöglichten Pascal, Tim, Christoph, Lina und Eice von der Schülerfirma der Regionalen Schule Neukloster. Sie bedienten aufmerksam und zuvorkommend die Gäste. Die Firma besteht seit 2006 und zählt derzeit 20 Schüler von der 7. bis 10. Klasse. "Wir sind das erste Mal weiter weg im Einsatz. Aber das ist mal was ganz anderes und macht riesig Spaß", so Pascal M. Schult. Der 14-Jährige aus der 8. Klasse ist das zweite Jahr dabei und inzwischen "der zweite Chef" der Schülerfirma, wie er selbst sagt. Für die emsigen Schüler bot dieser Abend auch einen Lerneffekt, erzählt der Pastor schmunzelnd. "Sie haben mächtig gestaunt, dass alle, die sie heute Abend bedienen, ihre ehrenamtliche Arbeit ohne jede Bezahlung machen."

Die Veranstaltung bot auch einen schönen Anlass für "schmerzliche Momente", wie es Kunert formulierte. Christiane Frick wurde als langjährige Sekretärin der Kirchgemeinde Warin verabschiedet, bleibt jedoch der Diakonie-Sozialstation erhalten, und Christel Kloss, 14 Jahre Leiterin dieser Einrichtung, in den wohlverdienten Ruhestand.

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