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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. Oktober 2017 | 11:42 Uhr

Mittelalter : Schaukämpfe nach Wikinger-Art

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Schilder, Äxte und Hackmesser über Pfingsten in Groß Raden im Einsatz.

von
erstellt am 18.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Die Wikinger hielten wieder einmal Einzug auf dem Freigelände des archäologischen Museums Groß Raden. Für die deutsche Gruppe „Schildwall“ sowie die internationale Gruppe „Valhalla Ulfhednar“ wird der Ort langsam aber sicher zu ihrem „Heimspiel“. Bereits zum dritten Mal in Folge traf man sich an der Slawenstätte.

Valhalla ist die skandinavische Schreibweise für „Walhalla“. Und „Ulfhednar“ setzt sich aus zwei Teilen zusammen – Ulf ist ein alter nordischer Name und hednar steht für „der das Wolfsfell trägt“.

Täglich gab es durch die beiden bunt gemischten Wikinger-Gruppen Kampfvorführungen mit Schildern, langen Hackmessern und auch Äxten. Am Samstag insgesamt gleich drei Stunden lang. Dabei sind die Szenen keineswegs nur als reine Gaudi zu verstehen. Das Ganze ist nicht ungefährlich, wobei Schürfwunden „dazugehören“. Damit nicht mehr passiert, wird die Sache überaus ernsthaft betrieben. „Das ist ein Vollkontaktsport, wir trainieren zweimal die Woche mindestens“, erläutert Daniel Vetter. Der Mann aus Radenbeck in der Ostheide hat den „Wikinger-Chefhelm“ bei den Tagen in Groß Raden auf, trifft im Vorfeld die Absprachen mit Museumsleiterin Heike Pilz.

Bei den Schaukämpfen fungiert Gunnar Dürkop aus Mölln als Moderator, der den teils 200 Neugierigen bei einer Kampfeinlage fachkundig die einzelnen Waffen und Szenen nahe brachte. Ungeschriebenes Gesetz bei den Kampf-Szenen ist, dass bei Regen sofort abgebrochen wird. Auf dem unebenen Rasen des Groß-Radener Freigeländes könnte ein Freizeit-Wikinger unkontrolliert ausrutschen. Und bei den scharfen Waffen wäre die Verletzungsgefahr, auch ernsterer Natur, dann viel zu groß.

Zudem ist Alkohol absolut tabu. Und so kämpfte Rasmus Hansen aus dem dänisches Ribe – hier gibt es ein Wikinger-Dorf – wegen eines Bieres auch nicht mit am Sonntag. Stattdessen saß er unweit entfernt am offenen Feuer, wo seine spanische Partnerin Marina Benawente gegen 14 Uhr gerade beim Mittagkochen war. „Bis Nordspanien kamen die Wikinger einst“, sagt sie. Und so darf sie sich auch mit den legendären Nordmännern verbunden fühlen.

Insgesamt 2000 große und kleine Besucher zog es über Pfingsten ins Slawenmuseum. „Eine gute Zahl, wenn man bedenkt, was rundherum noch so los war“, so das Fazit von Heike Pils. Neben den Zweibeinern mit und ohne Äxten wurde es in Groß Raden aber auch vierbeinig. Täglich kamen vom nahen Kamelhof in Sternberger Burg die Alpakas vorbei – vor allem für Kinder war das die Attraktion. 

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