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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

23. November 2017 | 03:04 Uhr

Sternberg/BrüeL : Satellit und Kabel unverändert

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Umstellung Ende März gilt nur für Antennenfernsehen. In neuen Geräten ist DVB-T2 HD enthalten, sonst wird ein Receiver gebraucht.

von
erstellt am 10.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Zum Anfang die gute Nachricht für die große Mehrheit der Leser: Wer die Fernsehprogramme über eine Satellitenanlage oder Kabel empfängt, muss sich keine Gedanken machen, denn hier verändert sich überhaupt nichts.

Anders ist das beim DVB-T. Die Abkürzung aus dem Englischen steht für „Digital Video Broadcasting – Terrestrial“. Ins Deutsche übersetzt heißt das etwa: „Digitale Videoübertragung – Antennenfernsehen“. Das bedeutet, digitale Hörfunk- und Fernsehsignale werden über Funk terrestrisch (erdgebunden) übertragen. In der Nacht vom 28. zum 29. März wird von DVB-T1 auf DVB-T2 HD umgestellt, Ersteres also abgeschaltet. Wer das bislang empfängt, könnte folglich ab dem genannten Termin vor einem leeren Bildschirm sitzen. Auf der Ratgeber-Seite an diesem Mittwoch wurde darauf hingewiesen und erklärt, was Nutzer von Antennenfernsehen beachten müssten. Daraufhin erreichten uns am Heißen Draht Anrufe beunruhigter Leser wie Annemarie Schumacher aus Brüel. Sie wollten wissen, ob das, da in dem Beitrag nur andere Städte genannt werden, auch hier in der Region zutreffe.

Das ist so, bestätigt Stefan Westphal, Geschäftsinhaber von EP: Westphal in Brüel, doch eben nur für Fernsehen über Antenne, egal wo die angebracht ist. Allerdings sei die Verbreitung hier ziemlich gering, weil das Netz der dafür vorhandenen Funktürme sehr weitmaschig sei. „Wir liegen im Randbereich“, sagt der Brüeler Fachmann. Das Antennenfernsehen sei weniger für ländliche Regionen ausgelegt, sondern eigne sich eher für Ballungsgebiete, in denen es meist flächendeckend zu empfangen sei.

„Bei uns ist das eine Probiersache, ob es funktioniert oder nicht“, so Westphal. „Ich habe es schon erlebt, dass an einer Stelle Empfang war und drei, vier Meter entfernt auf einmal nicht mehr.“ Die größte Chance auf guten Empfang bestehe bei einer Antenne auf dem Dach, etwa wie zu DDR-Zeiten, um Westfernsehen sehen zu können. Das sei freilich sehr aufwändig und bestenfalls für jene eine Option, die keine Möglichkeit hätten, eine Satellitenanlage anzubringen.

Ein weiterer Nachteil sei die geringere Anzahl von Programmen im Vergleich zum Satelliten- und Kabelfernsehen.

Am häufigsten genutzt werde DVB-T für Gartenhäuser, Bungalows, Wohnmobile oder -wagen, beim Camping oder einer Party im Carport, „wo man mit einem Kabel schlecht oder gar nicht hinkommt“, sagt Westphal. Auch Brummifahrer machten davon Gebrauch, dürften das natürlich nur auf einem Parkplatz.

Im Brüeler Fachgeschäft werde das benötigte Zubehör vorgehalten, obwohl es relativ wenige Kunden kauften. Diese bekämen fachliche Hinweise, wo und wie DVB-T funktioniert. „Am besten ist die Beratung vor Ort“, empfiehlt der Fachmann. Dann könne auch nach einer anderen Lösung gesucht werden, wenn das mit dem Empfang nicht klappe.

Neue Fernsehgeräte hätten DVB-T2 integriert. Das zeige ein grünes Logo DVB-T2 HD an. Empfange der Fernseher nur T1, sei aber noch nicht in die Jahre gekommen, werde ein Receiver gebraucht. Bei noch älteren Geräten lohne sich der allerdings kaum. Das müsse von Fall zu Fall entschieden werden. „Oft sind das nur kleinere Zweit- oder Drittgeräte. Bevor man sich dafür einen Receiver anschafft, ist es vielleicht besser, sich gleich einen neuen Fernseher zuzulegen, der in der Größe auch nicht viel kostet“, rät der Fachmann.

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