„Rotkäppchen“ für groß und klein : Sanitzerin ließ die Puppen tanzen

Puppenspielerin Ulrike Hacker aus Sanitz kommt bereits seit 2003 ins Sternberger Seniorenzentrum. Fotos: Roland Güttler
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Puppenspielerin Ulrike Hacker aus Sanitz kommt bereits seit 2003 ins Sternberger Seniorenzentrum. Fotos: Roland Güttler

Ulrike Hacker und ihr „Kleines Theater“ gastierte mit „Rotkäppchen“ im Sternberger DRK-Seniorenzentrum.

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13. November 2015, 22:51 Uhr

Sie ist längst Stammgast im Sternberger DRK-Seniorenzentrum: Puppenspielerin Ulrike Hacker aus Sanitz mit ihrem „Kleinen Theater“. Bereits 2003 trat sie hier auf. Am Donnerstag hatte die 52-Jährige ihr neuestes Grimmsches Märchen mitgebracht: „Rotkäppchen“. Die Veranstaltung organisierte Beate Trempnau vom DRK-Seniorenbüro.

Der Raum für größere Veranstaltungen war sehr gut besucht. Neben Bewohnern aus dem Pflegebereich sowie dem Betreuten Wohnen und der Tagespflege kamen u. a. auch Kinder der benachbarten DRK-Kita „Am Berge“ zur Vorführung.

„Es kommen heute nur die liebsten Kinder“, meinte Erzieherin Heidrun Bohnet mit einem verschmitzten Gesicht. Die Drei- bis Sechsjährigen saßen auf Matratzen ganz vorn in der ersten Reihe.

Dahinter hatte Adelgunde Brümmer ihren Platz, die eigentlich aus Pastin stammt, aber „seit vielen Jahren“ im Seniorenzentrum lebt und sich mit noch einer Frau ein Zimmer teilt. „Dann ist man nicht so allein. Hier gefällt es mir, man ist sehr gut versorgt.“

Eine Reihe dahinter freute sich die Sternbergerin Herta Rademann aus dem Betreuten Wohnen ebenso aufs Märchen. „Ich werde in diesem Jahr noch 93, da kann ich mir so was auch ansehen. Meine Schwester wohnt übrigens auch hier, in der Pflege“, meinte sie.

Und dann ging es auch schon los, der Vorhang des „Kleinen Theaters“ öffnete sich fürs 30-minütige Stück. „Es ist das kürzeste von meinen nunmehr elf Grimmschen Märchen“, erklärte die Sanitzerin nach der Vorstellung. Dass sie nur Grimmsche Märchen vorführt, habe einen Grund: „Ich möchte das alte deutsche Kulturgut bewahren. In der heutigen Zeit wird so viel verfremdet und verunstaltet; das finde ich unmöglich.“

Ulrike Hacker, die als Autodidaktin „vor fast 22 Jahren zum Puppenspiel kam, da ich mit der Wende als eine der ersten meinen Job als Kindergärtnerin in Kronskamp verlor“, legt sehr viel Wert auf Ästhetik. Die einstige Dresdnerin spielt mit Dresdner Künstlerpuppen. „Zu DDR-Zeiten gab es den VEB Dresdner Künstlerpuppen. Daraus wurde nach der Wende eine Manufaktur. Aber deren Puppen sind nicht so schön.“ Darum lässt sich Hacker von einigen alten VEBlern ihre Puppen „privat nach Vorgabe“ anfertigen. Man sieht’s: Ob nun Rotkäppchen oder der Jäger, alle haben natürliche, toll gemachte Gesichter – (fast) wie echt.

Bei so viel Ehrgeiz in Sachen Puppengestaltung durfte das Ein-Frau-Spiel natürlich nicht abfallen. Und machte es auch nicht. Ulrike Hacker spielte alles auf den Punkt; auch jene Passagen, wo der Zuhörer schwören könnte, hinter der Bühne sitzt noch ein Mann. Mühelos wechselte sie von der zarten Rotkäppchen- zur tiefen Wolfsstimme und zurück.

Den kleinen und großen Märchenfreunden hatte es gefallen, der tosende Beifall vor allem der Lütten bewies es.  

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